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USV Pressbaum setzt weiter auf Jugend – nun soll die Mannschaft die Spiele selbst bestimmen

USV Pressbaum

Nach der ersten vollen Saison mit der neuen sehr jungen Mannschaft 2. Klasse Traisental hält der USV Pressbaum an seiner Linie fest: Der Verein vertraut weiter auf einen außergewöhnlich jungen Kader, will die Entwicklung aber stärker mit positiven Ergebnissen verbinden. Im Gespräch mit Ligaportal erklärt Jürgen Pfaffl, Co-Trainer des USV Pressbaum, warum die abgelaufene Saison trotz personeller Engpässe positiv bewertet wird, welche Rückkehrer und Nachwuchskräfte neue Optionen eröffnen und weshalb das Team künftig deutlich aktiver auftreten soll.

Zwei Spieler in weißen und roten Dressen im Zweikampf um den Ball

Foto von Emma Benedict auf Unsplash

Ein junges Team, das vor allem reifen sollte

Dass Pressbaum die vergangene Saison nicht nur über Tabellenplätze bewertet, hat einen klaren Grund. „Wir hatten im kompletten Kader einen Alterschnitt von unter 18 Jahren und sehr oft einen Kaderschnitt der Startelf von knapp 17 Jahren“, sagt Pfaffl. Unter diesen Voraussetzungen stand die Entwicklung im Mittelpunkt. Gerade deshalb fällt die interne Bilanz differenziert aus: Mit der fußballerischen und persönlichen Reifung vieler Spieler ist man im Verein sehr zufrieden, auch wenn die Punktausbeute höher hätte sein dürfen.

Vor allem im Frühjahr wurde die Aufgabe zusätzlich erschwert. Verletzungen ließen die personellen Möglichkeiten enger werden, die junge Mannschaft musste immer wieder improvisieren. „Mit der Entwicklung der einzelnen Spieler sind wir sehr zufrieden“, betont Pfaffl. Gleichzeitig verschweigt er nicht, dass mehr Punkte der Stimmung gutgetan hätten. In diesem Spannungsfeld bewegte sich die Saison des USVP: viel Lernprozess, aber auch das Gefühl, dass in dem einen oder anderen Spiel mehr drinnen gewesen wäre. Immerhin beendete Pressbaum die Saison mit zwei Siegen und zwei Remis aus den letzten vier Partien.

Wenige Abgänge, mehrere Rückkehrer

Im Kader bleibt die Grundidee dieselbe, auch wenn es einzelne Veränderungen gibt. Anto Ljubicic legt eine Spielpause ein. Der Innenverteidiger kann nach drei Kreuzbandrissen derzeit nicht mehr aktiv spielen, dazu kommen berufliche Gründe. Mit Matthias Erhart verliert Pressbaum außerdem einen Kooperationsspieler, der in Purkersdorf die Chance in der Gebietsligamannschaft erhält. „Das freut mich für ihn sehr, auch wenn ich ihn natürlich sehr gerne weiter behalten hätte“, sagt Pfaffl.

Bei den Zugängen setzt der Verein stark auf bekannte Gesichter. Mit Leonhard Koman kommt ein Innenverteidiger zurück, der in Pressbaum im Nachwuchs spielte, später in der Akademie St. Pölten und bei Rohrbach war und nach einer Verletzungspause wieder einsteigt. Matthias Schober der seine gesamte Nachwuchszeit in Pressbaum verbracht hat kehrt ebenfalls zurück, nachdem er zuletzt drei Jahre in Eichgraben spielte. Dazu wurde mit Max Kliaras ein schneller Offensivspieler für die Außenbahn aus Eichgraben ausgeliehen.

Hinzu kehren mit Felix Flunt und Dario Gratschmeier zwei Spieler zurück, die zuletzt für ein Jahr an Union Mauer verliehen waren. Auch aus dem eigenen Nachwuchs - der U17 Landesliga Mannschaft - rücken 3 Talente nach, die schon in der letzten Saison Einsatzminuten erhalten und aufgezeigt haben - Niklas Ibi, David Schmutterer und Matthias Weber gehören künftig fix zum Kampfmannschaftskader und heben damit die Qualität nochmal an. Ein weiterer Spieler - ein Stürmer - könnte noch dazukommen, hier wartet der Verein aber noch auf die Verbandsbestätigung.

Mehr Initiative als nächster Entwicklungsschritt

Der personelle Rahmen steht damit weitgehend, und auch die Lage bei den Ausfällen ist überschaubar. Derzeit fehlt nur ein verletzter Spieler, der laut Pfaffl in etwa zwei Wochen wieder ins Training einsteigen könnte. Ansonsten sind alle fit, urlaubsbedingt allerdings nicht durchgehend vollständig im Training. Im Trainerstab bleibt ebenfalls alles unverändert, Änderungen im Vereinsumfeld gibt es keine.

Der wichtigste inhaltliche Punkt der Sommervorbereitung ist ohnehin ein anderer. Pressbaum will sein Spiel verändern. „Wir legen extrem viel Wert darauf, dass wir die Spiele aktiver gestalten und nicht mehr nur reagieren, sondern wirklich agieren“, sagt Pfaffl. Dazu soll die Mannschaft an ihrer Dynamik arbeiten. Nach einer Saison, in der das junge Team oft erst Erfahrung sammeln musste, soll nun häufiger der eigene Rhythmus vorgegeben und die Spielidee umgesetzt werden.

Die konkreten Saisonziele will der Verein erst in den kommenden Wochen intern mit dem Kader festlegen und danach nach außen kommunizieren. Die Richtung ist dennoch klar. „Punktemäßig und auch tabellenplatzmäßig wollen wir einen Schritt nach vorne machen“, sagt Pfaffl. Pressbaum bleibt damit seiner Linie treu: Die Jugend und die eigenen (Nachwuchs) Spieler sind weiter die Basis, nun sollen Reife, Rückkehrer und mehr Initiative auf dem Platz auch in der Tabelle sichtbarer werden. Wir freuen uns auf die neue Saison, fördern und fordern unsere jungen Spieler und werden die Weiterentwicklung der Talente beobachten.