In der 1. Klasse Nord blickt SC mapo Marchegg nach Rang elf und 29 Punkten auf eine Saison zurück, die Trainer Horst Winkler klar in zwei Teile trennt. Der Start in die Rückrunde brachte Ruhe im Abstiegskampf, das Ende dagegen viele Probleme. „Wir haben schnell mit dem Abstieg nichts mehr zu tun gehabt“, sagt der Coach. Dass es danach nicht mehr so rund lief, führt er vor allem auf eine lange und harte Verletztenliste zurück.
Winklers Rückblick fällt deshalb nicht grundsätzlich negativ aus, aber eben auch nicht glatt. „Der Anfang von dieser Rückrunde war nicht so schlecht. Wir haben gut gepunktet und sind eigentlich schnell dem Abstieg entronnen“, sagt er. Das passt auch zum Saisonverlauf, denn Marchegg konnte sich im Frühjahr zwischenzeitlich bis auf Rang sieben nach vorne arbeiten. Gerade deshalb schmerzt das Finish umso mehr. In den letzten fünf Spielen holte die Mannschaft nur noch einen Punkt, beim 1:1 gegen Orth/Donau, dazu kamen Niederlagen gegen Gaweinstal, Großebersdorf, Haringsee und Kreuttal. Für Winkler ist damit klar, warum die Saison am Ende wieder auf Platz elf auslief: „Das letzte Drittel der zweiten Saisonhälfte war nicht so optimal.“
Der Trainer muss nicht lange überlegen, wenn es um die Ursachen geht. „Dann hat sich eigentlich der Verletzungsteufel eingeschlichen, und das hat sich bis zum Saisonende durchgezogen“, sagt Winkler. Besonders schwer wog, dass es nicht bei einem einzelnen Ausfall blieb. Andrej Vasko fiel laut Winkler fast über die gesamte zweite Saisonhälfte aus, Martin Holzreiter war ebenfalls lange weg. Dazu kamen bei Dejan Lacarak immer wieder muskuläre Probleme, während Marcel Jass im Winter keine einzige Vorbereitungseinheit mitmachen konnte. „Wir waren nie komplett, es haben immer Leute gefehlt“, bringt es Winkler auf den Punkt. Genau dieses Bild zieht sich durch seine ganze Analyse: Marchegg hatte in dieser Phase zu oft Lücken im Kader, um die gute Frühjahrsbasis bis zum Schluss mitzunehmen.
Dass sich im Sommer einiges tun wird, macht der Coach ebenfalls sehr deutlich. Fix ist, dass Oliver Slivka zu Orth/Donau wechselt. Marcel Jass und Innenverteidiger Stefan Marinkovic gehen nach Spannberg, Yannik Sendlhofer zieht es nach Kronberg, und Tormann Milan Pastucha wird in die 2. Klasse Ost nach Hof wechseln. Dazu kommt, dass laut Winkler noch nicht ausgeschlossen ist, dass weitere Spieler den Verein verlassen. Neue Namen will er dagegen noch keine nennen. „Wir sind noch mit Spielern in laufenden Besprechungen. Es ist noch nicht hundertprozentig fix“, sagt er. Auf der Trainerbank bleibt alles beim Alten, auch das stellt Winkler mit einem Schmunzeln klar: „Der Trainer bleibt, das bin ich.“ Im Vorstand sei der Verein breiter aufgestellt worden, sportlich erwartet er dennoch „ein bissl einen Umbruch“, den er aber klar positiv sieht.
Wenn Winkler einzelne Spieler hervorheben soll, tut er sich auf menschlicher Ebene bewusst schwer. „Menschlich waren eigentlich alle top. Da möchte ich keinen herausstreichen“, sagt er. Sportlich nennt er dann aber doch einen Namen: Stürmer Nik Ablinger. „Er hat fast in jedem Spiel getroffen, war zuverlässig und auch im Training ein Top-Spieler vom Charakter und von der Einstellung her“, sagt der Trainer. Umso bedauerlicher ist aus seiner Sicht, dass auch Ablinger den Verein sicher verlassen wird. Den Blick über die eigene Mannschaft hinaus verliert Winkler ebenfalls nicht. Besonders beeindruckt hat ihn Kronberg mit einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“, außerdem hebt er Großebersdorf und Kreuttal hervor, die für ihn „verdiente Aufsteiger beide“ sind. Für Marchegg heißt das nach einer unruhigen Schlussphase nun vor allem: den Kader wieder stabilisieren, die Gespräche über Neuzugänge abschließen und mit einer gesünderen Gruppe in die nächste Saison gehen.