Nach dem intensiven Auswärtsspiel bei SC Mautern in der 1. Klasse Nordwest-Mitte ordnete Karl Heinz Grüneis, Sportlicher Leiter von USV Atzenbrugg/H., die Lage sachlich und mit Blick aufs Wesentliche ein. Aus seiner Sicht war das 4:0 gerecht – auch wenn die Partie besondere Momente bereithielt. Inhaltlich prägten Effizienz, ein klarer Plan des Trainers und ein emotionaler Schock die Begegnung. Mautern ließ zu Beginn eine Möglichkeit aus, Atzenbrugg nutzte dagegen vier von sechs Chancen konsequent und überließ dem Gegner phasenweise bewusst mehr Spielanteile. Gleichzeitig richtete Grüneis den Blick nach vorne – mit klaren Erwartungen an Körpersprache, Freude am Spiel und konsequente Umsetzung der Vorgaben.

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Im Rückblick betont Grüneis die Mischung aus taktischer Marschroute und Zielstrebigkeit im letzten Drittel: „Wir hatten im ganzen Spiel sechs Torchancen und haben daraus vier Tore gemacht – eine sehr gute Ausbeute.” Die Gäste setzten auf kontrollierte Ballbesitzphasen, ließen Mautern im Aufbau nicht ins Spiel kommen und schlugen dann zielgerichtet zu. Die Tore fielen zum idealen Zeitpunkt: Maximilian Müllner eröffnete zum 1:0 (21.), Jürgen Sprengnagel erhöhte rasch auf 2:0 (26.) und legte kurz nach Wiederbeginn das 3:0 nach (47.), ehe Christoph Bayerl mit dem 4:0 (67.) alles klarmachte. Zur Pause stand es 2:0. Bei ruhenden Bällen blieb es weitgehend unspektakulär: „Die Eckbälle des Gegners waren gefährlich, unser Torhüter hat das aber mit Bravour gelöst. Wir selbst hatten wenige bis fast gar keine Eckbälle. Ein guter Freistoß von Philip Grubmüller wurde abgefälscht – daraus wurde nichts.“
Die 35. Minute brachte einen Schockmoment: Nach einem unabsichtlichen Zusammenprall mit dem Mautern-Keeper blieb Torschütze Müllner benommen liegen. Die Rettung kam, es folgte eine Spielunterbrechung von 30 bis 40 Minuten. Am Abend gab es nach der ersten Untersuchung im Spital vorsichtige Entwarnung – es dürfte nichts Gröberes sein. Eine klassische Halbzeit gab es praktisch nicht, nur rund 2 Minuten Pause; taktisch wurde kaum umgestellt, die Gedanken galten Müllner. In dieser Phase sah Mauterns Walter Rekirsch zudem in der 35. Minute Rot – die Hausherren agierten fortan in Unterzahl.
Das Match war intensiv und physisch, Atzenbrugg nahm mit Technik und Ruhe am Ball den Druck aus dem Duell zweier Teams aus der oberen Tabellenhälfte. „Nicht wir fahren hin, um drei Punkte zu holen, sondern wir fahren hin, um Spaß am Fußball zu haben, umzusetzen, was der Trainer der Mannschaft vorgibt. Und dann werden am Ende hoffentlich drei Punkte rausschauen“, so Grüneis mit Blick auf die nächste Aufgabe. Das Bewusstsein für die Rolle ist da: „Es gibt keinen schwachen Gegner. Jeder möchte gegen einen Tabellenführer gewinnen.“ Und ein persönlicher Zusatz bleibt ihm wichtig: „Alles Gute unserem Maximilian Müllner, der Nummer 10 – es ist wichtig, dass er wieder vollständig gesund wird. Alles andere ist aktuell Nebensache.”