In der 1. Klasse Nordwest-Mitte trennte sich der SC Getzersdorf am 19. Spieltag mit 1:1 vom SC Lengenfeld. Marcel Haslinger traf nach elf Minuten, zur Pause stand es 1:0, ehe Mario Franzl spät ausglich. Trainer Mario Pemmer sprach von viel Wind, verpassten Kontern und einem Punkt, mit dem er nicht zufrieden war: "Lengenfeld war spielbestimmend, wir hatten gute Umschaltmomente, aber das 2:0 nicht gemacht." Der Eindruck: Getzersdorf führte lange, verpasste die Entscheidung – und wurde am Ende bestraft.

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Die Partie hatte von Beginn an diesen einen Störfaktor, den jeder Unterhaus-Kicker kennt: Wind. "Es war ein Spiel, das durch den Wind schwierig zu spielen war", hielt Mario Pemmer fest. Trotzdem kam Getzersdorf gut rein. Nach einer frühen Möglichkeit von Tobias Gattringer fiel in Minute elf das 1:0: Marcel Haslinger drückte den Ball zur Führung über die Linie. Danach kippte die Spielkontrolle allerdings immer mehr zu den Gästen. "Lengenfeld war spielbestimmend, hatte mehr Ballbesitz", so Pemmer. Seine Elf setzte auf schnelle Umschaltmomente – und genau dort lag die Chance, das Match früh in sichere Bahnen zu lenken. "Wir hatten gute Umschaltmomente, konnten jedoch das 2:0 nicht machen", ärgerte sich der Coach. Mit dem knappen 1:0 ging es in die Kabinen, der Wind blieb, und das Spiel blieb offen.
Nach dem Seitenwechsel bot sich das bekannte Bild: Getzersdorf wartete auf den einen Konter, Lengenfeld ließ den Ball laufen. "In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei gute Kontermöglichkeiten", berichtete Pemmer. Eine davon wurde wegen Abseits abgepfiffen – aus seiner Sicht zu Unrecht: "Da wären wir alleine auf das Tor gelaufen, aber es war auf keinen Fall Abseits." Die zweite Chance spielte seine Mannschaft nicht sauber zu Ende. Der Trainer erwähnte auch eine strittige Szene vor dem 1:0, als der Referee aus seiner Sicht auf Handspiel gegen Getzersdorf hätte entscheiden können – beides sind Pemmers Eindrücke, die zur insgesamt umkämpften Partie passten. Weil die Hausherren das 2:0 liegen ließen, blieb Lengenfeld dran und kam spät zum Ausgleich: In der 87. Minute traf Mario Franzl zum 1:1. "Wir konnten die Zweikämpfe nicht annehmen und haben sie zu viel spielen lassen", erklärte Pemmer die letzten Minuten, in denen der Punkt für die Gäste folgerichtig wirkte.
Nach dem Schlusspfiff fand Mario Pemmer eine ehrliche Bilanz. "Ich war mit dem Spiel von uns überhaupt nicht zufrieden", sagte der Getzersdorfer Trainer ohne Umschweife. Was blieb, war sein Respekt für den Gegner: "Lengenfeld hat einen guten Fußball gespielt." Gleichzeitig zeigte er klar auf, wo es hakt: "Unser Spiel war etwas zerfahren. Das Umschaltspiel hat grundsätzlich funktioniert, aber wir haben den letzten Pass nicht fertig gespielt." Und vor allem: die Zweikämpfe. "Wir konnten die Zweikämpfe von Lengenfeld nicht annehmen und haben sie zu viel spielen lassen." In der Tabelle rangiert Getzersdorf nach 19 Runden im Spitzenfeld, Lengenfeld kämpft im hinteren Mittelfeld um jeden Zähler – umso mehr schmerzt der verschenkte Heimsieg. Der Blick geht nun nach vorne: "Wir müssen uns gegenüber nächster Woche sehr, sehr stark verbessern, um in Spitz bestehen zu können." Diese Woche wird also eine Trainingswoche mit klaren Botschaften – mit dem Auftrag, aus guten Ansätzen mehr Durchschlagskraft zu machen.