Im Duell der 19. Runde der 1. Klasse Nordwest-Mitte setzte Retz II ein Ausrufezeichen und schlug den Spitzenreiter USV Atzenbrugg/H. mit 3:0. Der frühe Rückstand brachte die Gäste aus dem Tritt, danach biss sich Atzenbrugg an den kompakten Hausherren die Zähne aus. Sportchef Karl Heinz Grüneis sprach von einem hochverdienten Heimsieg und nannte klar den Grund: "Der Unterschied war der Siegeswille."

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Es dauerte keine drei Minuten, da lag Atzenbrugg zurück: Christian Baier traf für Retz II zum 1:0 (3.). Karl Heinz Grüneis beschrieb die Szene ohne Ausflüchte: "Das 1:0 war ein Distanzschuss, den wir nicht zulassen dürfen. Wir waren da nachlässig, vielleicht hat keiner damit gerechnet, dass der so perfekt einschlägt." Der frühe Schlag war aber für ihn keine Ausrede. "Der frühe Treffer ist kein Alibi. Wir hatten genug Zeit, Chancen zu kreieren – das ist uns nicht gelungen." Stattdessen funktionierte auf der Gegenseite der Plan der Hausherren. "Retz ist sehr kompakt gestanden, hat eher hoch verteidigt, der Tormann hat gut mitgespielt. Wir haben kein Rezept gefunden", so Grüneis. Dazu kam die Härte in den Duellen: "Sie waren kampfbetont, das hat uns nicht gelegen. So sind wir nie ins Spiel gekommen." Zur Pause stand es 1:0.
Nach dem Seitenwechsel kam Atzenbrugg mit mehr Wucht heraus. "In der zweiten Hälfte waren wir die ersten 15 Minuten dem Anschlusstreffer sehr nahe", schilderte Grüneis. Die ersehnte Belohnung blieb aber aus, und genau in dieser Phase zeigte Retz II die größere Abgezocktheit. In Minute 71 erhöhte Kevin Babicky auf 2:0 und nahm den Gästen den Wind aus den Segeln. "Spätestens mit dem 2:0 war die Partie gegessen", brachte es der Sportchef auf den Punkt. Die Hausherren blieben am Drücker und legten wenig später nach: Christian Baier schnürte in der 78. Minute seinen Doppelpack zum 3:0-Endstand. Aus Sicht der Gäste passte das Bild zum gesamten Abend: Retz nutzte seine Momente eiskalt, Atzenbrugg fehlte im letzten Drittel der Zugriff.
Nach Abpfiff blieb Karl Heinz Grüneis bei klaren Worten. "Von der Einstellung her hat man wohl geglaubt, das wird ein Selbstläufer. Wir haben den Gegner wahrscheinlich unterschätzt." Den Schlüssel zum Spiel sah er eindeutig beim Gegner: "Retz war siegeswillig und hat kampfbetont gespielt. Wir haben den Kampf nie aufgenommen." Ärger über die Leitung gab es nicht, im Gegenteil: "Trotz aller Härte war es ein faires Spiel, und es war einer der besten Schiedsrichter, die wir in dieser Saison hatten." In der Tabelle bleibt Atzenbrugg mit 47 Punkten vorne, doch die 0:3-Pleite beim Zwölften Retz II (14 Punkte) ist ein Weckruf. Grüneis zog den Hut: "Gratulation an Retz zu einem hochverdienten Sieg." Für den Spitzenreiter heißt das jetzt: schnell regenerieren, Fehler aufarbeiten und wieder ins Rollen kommen.