In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat sich der USC Fels dem SV Heldenberg mit 1:4 geschlagen geben müssen. Das Ergebnis liest sich deutlich, Trainer Manuel Weber sprach danach aber bewusst von einer Partie, die lange offen war. Ausschlaggebend waren für ihn die starke Abwehrarbeit seiner Mannschaft und die späten Tore, mit denen der Auswärtssieg erst ganz am Ende abgesichert wurde.

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Wer nur auf das 1:4 schaut, könnte meinen, der SV Heldenberg habe die Partie von Beginn bis Ende klar im Griff gehabt. Genau diesen Eindruck wollte Manuel Weber nach dem Schlusspfiff aber nicht stehen lassen. Sein Team sei gut hineingekommen, habe von Anfang an Rhythmus gefunden und sich früh belohnt. In der 13. Minute traf Matthias Knell zum 0:1, nur drei Minuten später legte Matthias Arnold das 0:2 nach. Weber sprach von „Ordnung im Spiel, guter Struktur und hervorragender Restverteidigung“, betonte aber auch, dass diese Phase nicht über die ganze erste Halbzeit hielt. „Nach fünfundzwanzig Minuten haben wir unser gutes Kombinationsspiel und unsere Ordnung im Zentrum auf einmal verloren“, sagte der Trainer. Dass der SV Heldenberg trotzdem mit einem 0:2 in die Pause ging, führte er nicht nur auf die beiden frühen Treffer zurück, sondern vor allem auf die Arbeit gegen den Ball. „Wir haben uns mit großer Laufleistung und kämpferischer Leistung in die Pause gerettet“, so Weber. Den Führungstreffer von Matthias Knell hob er dabei eigens hervor: Es sei ein „super Kombinationsspiel in die Tiefe“ gewesen, ehe der Ball in den Rückraum kam und Matthias Knell mit links vollendete.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Weber keinen Zeitpunkt, an dem sich die Partie endgültig auf die Seite des SV Heldenberg geneigt hätte. Im Gegenteil: Der Trainer sprach ausdrücklich von einem offenen Spiel und stellte dem USC Fels ein gutes Zeugnis aus. „USC Fels war immer am Drücker, war ein gleichwertiger Gegner und hat uns in der Defensive alles abverlangt“, sagte Weber. Der Plan seines Teams sei gewesen, nach der Pause zunächst mehr Ruhe hineinzubringen. Genau das gelang aus seiner Sicht aber nur unvollständig, weil der SV Heldenberg im Mitteldrittel zu schnell die Bälle verlor und manche Situationen zu hastig ausspielte. „Wir haben es manchmal einfach zu schnell gespielt und dadurch die Bälle zu schnell verloren“, erklärte er. So blieb die Partie auch beim 0:2 offen, was Weber sehr klar formulierte: „Das Gefühl, dass wir das Spiel endgültig auf unserer Seite haben, war lange Zeit nicht gegeben.“ Als der USC Fels in der 86. Minute durch Stefan Ulrich auf 1:2 verkürzte, bekam diese Einschätzung zusätzlich Gewicht. Weber sah den vorangegangenen Freistoß zwar kritisch, hielt in seiner Gesamtbewertung des Unparteiischen aber fest: „Insgesamt war die Schiedsrichterleistung völlig okay.“ Gleichzeitig lobte er auch seinen Tormann David Holzschuh, der seine Sache „sehr brav gemacht“ habe.
Dass der SV Heldenberg am Ende dennoch mit einem klaren Auswärtssieg dastand, lag laut Weber an der Reaktion auf das 1:2 und an der Konsequenz in den letzten Minuten. Nach dem Anschlusstreffer des USC Fels war aus seiner Sicht völlig klar, dass noch einmal alles passieren konnte. „Bei einem 2:1 weiß man ganz genau, der Gegner wird alles dafür tun, dass er den Ausgleich schafft“, sagte Weber. Umso wichtiger sei gewesen, dass seine Mannschaft diesmal die Angriffe sauberer zu Ende spielte. In der 89. Minute erhöhte Simon Kitzler auf 1:3, in der 93. Minute machte Matthias Knell mit seinem zweiten Treffer des Abends das 1:4 fix. Genau diese beiden Tore bezeichnete Weber als spielentscheidend. „Entscheidend waren die Tore drei und vier“, sagte der Trainer ohne Umwege. Die Basis dafür habe seine Mannschaft aber schon viel früher gelegt, weil sie über weite Strecken sehr viel wegverteidigt habe. Weber sprach sogar von einer „extrem guten Abwehrleistung hinten“. Gerade weil der USC Fels laut seiner Einschätzung alles andere als ein angenehmer Gegner war, maß er dem späten Nachlegen große Bedeutung bei. Das Ergebnis sei am Ende deutlicher ausgefallen, als es sich auf dem Platz über lange Strecken angefühlt habe.
So zufrieden Manuel Weber mit dem Auftritt in vielen Bereichen war, so klar benannte er auch die Punkte, an denen der SV Heldenberg weiterarbeiten muss. Vor allem das eigene Spiel will der Trainer über längere Phasen durchziehen sehen. „Wir haben immer wieder Phasen, in denen wir nicht an das glauben, was uns stark macht“, sagte Weber. Gemeint sind Ballbesitz, Ruhe am Ball und ein variables Spiel. Genau da sieht er noch Luft nach oben, obwohl er seiner Mannschaft zugleich eine starke Basis bescheinigt. „Wenn das nicht geht, dann haben wir noch immer unsere läuferischen und kämpferischen Komponenten“, erklärte der Trainer. Den USC Fels beschrieb Weber als „starken Aufsteiger“ mit einer guten Mischung aus routinierten und jungen Spielern und mit einem guten Trainer. Der SV Heldenberg nimmt aus Runde zwei damit nicht nur drei Punkte, sondern auch einige Erkenntnisse mit. Nach zwei Spielen hält die Mannschaft bei vier Punkten, und Weber machte deutlich, dass der Sieg kein Grund zum Zurücklehnen ist: „Es soll kein Stillstand sein, sondern wir wollen jede Woche einen leichten Schritt nach vorne machen.“