Spielberichte

Urbancok dreht das Spiel: Stronsdorf nimmt in Großmugl trotz zäher Partie drei Punkte mit

ÖTSU Großmugl
SC Stronsdorf

In der 1. Klasse Nordwest setzte sich der SC Stronsdorf bei ÖTSU Großmugl mit 2:1 durch. Nach 0:1-Pausenstand drehte Dominik Urbancok die Partie mit einem Doppelpack. Trainer Bernd Zinser sprach von keinem fußballerischen Leckerbissen, lobte aber die Reaktion nach der Pause und nahm die Zähler gern mit. Großmugl hatte vor der Pause mehr vom Spiel, Stronsdorf steigerte sich nach einer Umstellung – am Ende stand ein Arbeitssieg, der wichtiger war als die Spielkultur.

Mehrere Bälle auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Zäher Start, Großmugl legt vor

Der Nachmittag war nichts für Feinschmecker. „Es war kein fußballerischer Leckerbissen“, stellte Bernd Zinser klar und führte die Gründe an: „Bei beiden Mannschaften haben viele Spieler gefehlt, der Platz war nicht optimal und es war heiß.“ In dieser Gemengelage fand Großmugl besser ins Spiel. „Sie hatten einfach besseren Zugriff, wir haben keine Zweikämpfe angenommen“, so Zinser. Folgerichtig traf Michal Kucernak in Minute 23 zum 1:0. „Das Führungstor war einfach ein Schuss mit der Pike“, ärgerte sich der Stronsdorf-Trainer über die Entstehung. Seine Elf kam in Halbzeit eins zwar zu Möglichkeiten, scheiterte aber am starken Großmugl-Keeper. „Der Tormann von Großmugl hat unsere Chancen gut gehalten, und wir haben zu schwach verteidigt“, sagte Zinser selbstkritisch. Dass es zur Pause beim 0:1 blieb, nahm er fast als kleines Glück: „Wir waren froh, nur mit 0:1 in die Halbzeit zu gehen.“

Umstellung greift – Urbancok schnürt den Doppelpack

Nach dem Seitenwechsel drehte Zinser an den richtigen Schrauben. „Wir haben umgestellt, einen richtigen Mittelstürmer gebracht und positionell etwas verändert. Das war dann für uns besser“, erklärte der Coach, fügte aber an: „Trotzdem waren wir weit davon entfernt, zufrieden zu sein.“ Die Wende kam in der 66. Minute: Dominik Urbancok glich zum 1:1 aus. Elf Minuten später legte der Angreifer nach und stellte in der 77. Minute auf 2:1 – erneut Urbancok. Das Siegtor blieb Zinser besonders in Erinnerung: „Unser zweites Tor war super rausgespielt – ein schöner Doppelpass zwischen Urbancok und Denis Frimmel. Dominik ist eiskalt geblieben und hat das 2:1 gemacht.“ Für den Trainer passte auch die Einschätzung des Gegners ins Bild dieses intensiven Spiels: „Großmugl hat alles reingehauen. Sie wussten, was gegen uns zu tun ist – mit Zweikampfhärte. Sie haben das Notwendigste getan, um uns weh zu tun.“

Lange Bälle, starker Unparteiischer, nüchterne Einordnung

In der Schlussphase warf Großmugl nach dem Rückstand vermehrt lange Bälle nach vorne. „Nach dem 1:2 haben sie viel mit hohen Bällen gearbeitet. Da ist es wichtig, dass man das gut verteidigt“, beschrieb Zinser die letzten Minuten. Seine Mannschaft hielt dagegen und brachte den Auswärtssieg über die Zeit. „Über 90 Minuten nehmen wir die drei Punkte mit, obwohl wir nicht unseren besten Tag erwischt haben“, bilanzierte der Coach. Positiv fiel sein Urteil über den Schiedsrichter aus: „Der Schiedsrichter war gut, hat eine passende Härte zugelassen und fair gepfiffen. Die Elfersituation würde ich als 50:50-Entscheidung auslegen.“ Auch Einzelbeobachtungen ordnete er ein: „Zwei, drei Paraden vom Großmugl-Keeper waren richtig gut.“ In der Tabelle hält Stronsdorf bei 41 Punkten auf Rang sieben, Großmugl steht mit 30 Zählern auf Platz elf. Für Zinser überstrahlt an diesem Tag jedoch der nüchterne Befund: ein zäh erkämpfter, aber verdient mitgenommener Auswärtsdreier.

1. Klasse Nordwest: Großmugl : Stronsdorf - 1:2 (1:0)

  • 77
    Dominik Urbancok 1:2
  • 66
    Dominik Urbancok 1:1
  • 23
    Michal Kucernak 1:0