In der 1. Klasse Nordwest lieferte sich der SK Sparkasse Ernstbrunn mit dem SV Göllersdorf ein 3:3, das dem Ruf beider Offensivreihen gerecht wurde. Die Gäste führten zweimal, lagen nach 73 Minuten hinten und retteten durch Felix Gschlad spät einen Zähler. Sektionsleiter Christoph Riederer sprach von einem gerechten Remis, haderte aber offen: "Uns hat die Chancenauswertung und ein bisschen Spielglück gefehlt."

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Christoph Riederer ordnete die Partie als Duell zweier Top-Offensiven ein und sah einen Start mit hohem Tempo. "Göllersdorf ist grundsätzlich gut ins Spiel gekommen", sagte der Sektionsleiter. Schon früh lag der Ball im Ernstbrunner Tor, doch "nach zwei Minuten waren wir vermeintlich 0:1 vorne, das Tor wurde aber aberkannt, weil der Ball anscheinend schon im Toraus war." Die verdiente Führung stellte sich dann regulär ein: Ihor Balukh traf in Minute 26 zum 0:1. Ernstbrunn antwortete noch vor dem Seitenwechsel – Tobias Schlaghuber markierte in der 42. Minute das 1:1. "Wir mussten den Ausgleich zur Halbzeit hinnehmen", so Riederer, der die erste Hälfte als insgesamt ausgeglichen beurteilte. Seine Grundbilanz blieb dennoch positiv: "Die zwei stärksten Offensivmannschaften sind aufeinandergetroffen – am Ende war es ein gerechtes 3:3."
Nach Wiederanpfiff gehörten die ersten Minuten den Gastgebern. "In der zweiten Halbzeit ist Ernstbrunn besser aus der Kabine gekommen und zu einigen Torsituationen gekommen", erklärte Riederer. Göllersdorf hielt dagegen – und legte sogar wieder vor: Philipp Zieger vollendete in der 54. Minute einen "sensationell herausgespielten" Angriff zum 1:2. Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. "Wir mussten den Ausgleich hinnehmen – nach einem unnötig verlorenen Ball im Mittelfeld", sagte Riederer zum 2:2 durch Emir Dilic in der 69. Minute. Vier Minuten später drehte Ernstbrunn die Partie: Kevin Sostarits traf in Minute 73, Riederer sprach von einem "schönen Weitschuss" zur 3:2-Führung. Göllersdorf gab sich trotzdem nicht geschlagen. "Mich hat beeindruckt, dass sich die Mannschaft gesammelt hat und weiter gut nach vorne gespielt hat." Der späte Lohn: In der 86. Minute stellte Felix Gschlad auf 3:3 – und sicherte den blau-weißen Punktgewinn.
Riederer hob besonders die Angriffsleistung seines Teams hervor – trotz sommerlicher Bedingungen. "Grundsätzlich das Offensivspiel. Bei doch hohen Temperaturen haben wir uns gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga mehrmals sehr gut mit Offensivaktionen in Szene gesetzt." Im Fokus stand das Sturmduo: "Gerade das Duo Zieger und Balukh, die sich gegenseitig je ein Tor aufgelegt haben, haben mit Vorlage und Tor geglänzt und waren sehr auffallend." Auch die Arbeit gegen den Ball gefiel: "Unsere Defensivleistung gegen eine sehr starke Offensive aus Ernstbrunn war durchwegs ansehbar." In Erinnerung blieb zudem die Schlussphase. "Erwähnenswert war in der Nachspielzeit eine sensationelle Parade von unserem Tormann Fabio Baumgartner, der den Punkt festgehalten hat." Schiedsrichterthemen spielten keine Rolle: "Sonst gab es keine strittigen Szenen."
So zufrieden Riederer mit der Moral war, so klar benannte er den Knackpunkt: "Die Chancenauswertung – und vielleicht ein bisschen Spielglück." Aus seiner Sicht war es deshalb beides zugleich: eine Gelegenheit, die man ungenützt ließ, und ein Ergebnis, mit dem man leben kann. "Für uns war es eine verpasste Chance, weil wir mit drei Punkten noch einen Schritt nach vorne machen wollten. Wir waren zweimal in Führung, mussten unglücklich den Rückstand hinterherlaufen und konnten schlussendlich doch noch ausgleichen." Der Blick nach dem Abpfiff fiel nüchtern aus: Gegen einen starken Gegner nahm Göllersdorf einen hart erarbeiteten Zähler mit – und weiß, woran es zu arbeiten gilt.