In der 1. Klasse Nordwest hat SV Göllersdorf die Saison mit 53 Punkten auf Rang fünf abgeschlossen. Sektionsleiter Christoph Riederer sieht in der Bilanz viel Positives, vor allem im Angriff, spart den größten Auftrag für den Sommer aber nicht aus. „Unser Offensivspiel hat sehr gut funktioniert. Defensiv bekommen wir zu viele Tore“, bringt er die Lage des Klubs klar auf den Punkt.

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Christoph Riederers Rückblick fällt entsprechend zweigeteilt aus. Einerseits hat sich Göllersdorf bis zum Ende vorne festgesetzt, blieb in den letzten fünf Partien ungeschlagen und holte in dieser Phase mit dem 2:2 gegen Großrußbach, dem 7:0 beim ATSV Hollabrunn, dem 2:1 gegen Stronsdorf, dem 3:3 gegen Ernstbrunn und dem 3:1 gegen Großmugl noch einmal elf Punkte. Andererseits bestätigt genau diese Serie auch die Analyse des Sektionsleiters. Vorne war die Mannschaft kaum zu bremsen, hinten ließ sie aber immer wieder etwas zu. Riederer sagt dazu klar: „Was sehr gut funktioniert hat, war grundsätzlich unser Offensivspiel. Was nicht so gut funktioniert hat, war unser Defensivspiel. Wir bekommen zu viele Tore.“ Dass der Klub am Ende trotzdem bei 53 Punkten und Rang fünf landete, zeigt, wie viel Qualität im Angriff vorhanden war.
Im Sommer wird der Kader nun an mehreren Stellen verändert. Fix ist, dass der langjährige Kapitän Florian Unger den Verein verlässt. Dazu endet im Tor eine Karriere, ein Mittelfeldspieler kehrt nach SV Sirndorf zurück, und ein weiterer Spieler wird ebenfalls nicht mehr zum Aufgebot gehören. Auch im Trainerteam gibt es eine Änderung, weil der bisherige Co-Trainer zur U23 des SV Sirndorf wechselt. Auf der Zugangsseite will Göllersdorf vor allem die Defensive stabilisieren. Osman Sari kommt von USV Nappersdorf und ist laut Riederer „ein sehr variabler Spieler, der grundsätzlich alle Positionen in der Defensive spielen kann“. Dazu stößt mit Philipp Wurm von Sankt Andrä-Wördern ein Spieler für die Außenbahn im Mittelfeld. Außerdem wird ein neuer Tormann aus dem eigenen Verein das Tormann-Team verstärken, nachdem er zuletzt als Jugendtrainer der U15- und U16-Mannschaft gearbeitet hat.
Neben den Zugängen setzt man in Göllersdorf auch auf Spieler, die nach längeren Pausen wieder Optionen werden. Tobias Eder soll nach seiner Kieferoperation im Sommer zurückkehren und das Mittelfeld verstärken. Fabian Huber arbeitet sich nach einer halbjährigen Knöchelbruchverletzung wieder heran und soll der Offensive neue Möglichkeiten geben. Riederer verweist ohnehin auf mehrere Spieler, die in dieser Saison den Unterschied ausgemacht haben. „Man kann sicher unsere Offensive mit über 90 geschossenen Toren erwähnen“, sagt er und hebt dabei besonders Ihor Balukh hervor. Auch Philipp Zieger rückt er ins Zentrum, weil er „nur knapp am Torschützenkönig gescheitert ist“. Und selbst auf einer Position, auf der es personell Probleme gab, sieht der Sektionsleiter Positives: Fabio Baumgartner habe den verletzten Tormann „bestens vertreten“.
Dass Rang fünf in dieser Saison alles andere als selbstverständlich war, betont Riederer ausdrücklich mit Blick auf die Konkurrenz. „Grundsätzlich muss man Großrußbach gratulieren. Die haben uns schon beeindruckt“, sagt er über den Meister. Ebenso imponiert haben ihm USV Niederleis, SV Leobendorf II und Ernstbrunn. Vor allem über Leobendorf spricht er als „sehr junge Mannschaft“, die die Liga über weite Strecken dominiert habe, während er Ernstbrunn als erfahren und offensiv stark einschätzt. Für Göllersdorf ist die Lage damit klar umrissen. Die Offensive hat gezeigt, dass sie in der 1. Klasse vorne mitspielen kann, die letzten Ergebnisse haben das noch einmal unterstrichen. Der nächste Schritt wird aber nur dann gelingen, wenn aus den vielen eigenen Toren auch mehr Spiele ohne unnötige Gegentreffer gemacht werden. Genau dort setzt der Klub im Sommer an.