Spielberichte

„Wir haben leider viel zu viele Tore bekommen“ – Ernstbrunns Baustelle nach Rang vier

SK Ernstbrunn

Mit Rang vier in der 1. Klasse Nordwest hat SK Sparkasse Ernstbrunn die Saison knapp hinter den Relegationsplätzen beendet. Trainer Werner Würzler sieht in der Rückschau einiges, das funktioniert hat, vor allem bei der Entwicklung der jungen Spieler und in der Offensive. Gleichzeitig spricht er den Hauptgrund offen an, warum am Ende mehr nicht drin war: "Wir haben leider viel zu viele Tore bekommen." Der verpasste Endspurt wirkt deshalb noch nach.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vieles passte, am Ende fehlte aber der letzte Schritt

Würzler zieht keine Bilanz, in der nur gejammert wird. Im Gegenteil: Der Trainer von SK Sparkasse Ernstbrunn spricht bewusst auch über das, was sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt hat. "Das Ziel war, im letzten halben Jahr die jungen Spieler ein bisschen heranzuführen. Das hat grundsätzlich ganz gut funktioniert. Da waren wir sehr zufrieden", sagt er. Genau das war intern ein wichtiger Punkt, und daran misst er die Saison auch mit. Dass am Ende 54 Punkte und Platz vier stehen, ist daher für ihn nicht einfach nur eine nackte Zahl, sondern das Ergebnis eines Weges, auf dem jungen Spielern bewusst Spielzeit gegeben wurde. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass noch etwas mehr drinnen gewesen wäre. "Am Schluss hätten wir schon gehofft, dass wir noch in eine Relegation kommen", sagt Würzler. Dass es dazu nicht gereicht hat, nimmt er aber nicht losgelöst vom Saisonverlauf. Viele junge Spieler bekamen ihre Chance, dazu kamen immer wieder Ausfälle, und genau deshalb ordnet er das Finish nüchtern ein: "Das nehmen wir in Kauf und das ist auch okay so."

Offensiv verlässlich, hinten zu anfällig

Wenn Würzler über die sportliche Hauptbaustelle spricht, landet er schnell bei der Defensive. "Wir wollten eigentlich Qualität in der Defensive. Das ist uns teilweise gelungen, aber nicht so, wie wir es gerne gehabt hätten", sagt der Trainer. Vor allem die wiederkehrenden Probleme in der Innenverteidigung hätten der Mannschaft zugesetzt. Nico Nentwig fiel laut Würzler gleich zweimal länger aus, dazu gab es Sperren und immer wieder personelle Engpässe. Schwerwiegende Verletzungen gibt es aktuell zwar keine, doch über die Saison hinweg kostete die fehlende Stabilität hinten immer wieder Punkte. Umso bemerkenswerter findet Würzler, dass die Mannschaft nach vorne dennoch fast immer geliefert hat. "Wir haben jede Partie unsere Tore gemacht", sagt er, und auch wenn nicht jede Chance genutzt wurde, will er seinen Angreifern nichts ankreiden. "Unsere Stürmer Handl und Dilic machen ihre Tore in der Regel, da kann ich ihnen überhaupt nichts vorwerfen." Dass Würzler bei der Bewertung einzelner Spieler generell zurückhaltend bleibt, passt zu dieser Linie. "Als Mannschaft gewinnt man und verliert man gemeinsam", betont er und will daher bewusst niemanden besonders herausheben.

Abgänge, Jubiläumsjahr und ein klarer Blick nach vorne

Im Kader hat sich bereits etwas getan. Mit Konstantin Schmidt, Patrick Wessely, Kevin Sostarits und Felix Hartmann haben vier Spieler den Verein verlassen, weitere Personalfragen will Würzler bei möglichen Neuzugängen aber an Sportdirektor Emir Dilic verweisen. Rund um den Verein ist in diesem Sommer ohnehin einiges los, denn SK Sparkasse Ernstbrunn begeht sein 100-jähriges Jubiläum. Würzler spricht von einem "besonderen Jahr", in dem nicht nur ein größeres Volksfest mit Firmenturnier, Ortschaftenturnier und mehreren Programmpunkten ansteht, sondern auch am Vereinsgebäude gearbeitet wird. Fassade und Fenster wurden bereits erneuert, weitere Sanierungen folgen. Sportlich ist die Richtung ebenfalls klar. "Wir werden auch die Mannschaft so ausrichten, dass wir nächstes Jahr wieder vorne mitspielen können", sagt Würzler. Wichtig sind ihm dabei eine gute Trainingsbeteiligung, eine verletzungsfreie Vorbereitung und dass die jungen Spieler weiter Einsatzzeit bekommen. Zusätzlich ist Ende Juli oder Anfang August ein viertägiges Trainingslager in Kroatien geplant. Dort soll nicht nur gearbeitet, sondern mit Teambuilding auch gleich wieder jener Zusammenhalt gestärkt werden, auf den Würzler in Ernstbrunn besonders viel Wert legt.