Spielberichte

„Im letzten Drittel hat die Effizienz gefehlt“ – SV Leobendorf II startet mit 1:1 in die neue Saison

SV Leobendorf II
USV Nappersdorf

In der 1. Klasse Nordwest ist SV Leobendorf II mit einem 1:1 gegen USV Nappersdorf in die neue Saison gestartet. Nach torloser erster Hälfte gerieten die Gastgeber durch Fabian Karl in Rückstand, kamen durch Aimen Ghribi aber noch verdient zum Ausgleich. Co-Trainer Gerhard Sturm sprach danach von einer dominanten Leistung, sah viel Ballbesitz und Geduld, aber auch genau jenen Mangel, der den Sieg kostete: die fehlende Konsequenz im letzten Drittel.

Blick durch das Tornetz auf den Torwart

Image by PlaygroundDraws from Pixabay

Viel Ballbesitz, aber wenig freie Räume

Gerhard Sturm hatte die Richtung der Partie schnell umrissen. „Von Anfang an waren wir dominant“, sagte der Co-Trainer von SV Leobendorf II und verwies gleich auf das zentrale Bild dieses Abends. USV Nappersdorf stand tief, verteidigte laut Sturm mit einer Fünferkette und vier Spielern davor und machte die Räume extrem eng. Leobendorf hatte dadurch zwar über weite Strecken den Ball, kam aber vorerst nur schwer in jene Zonen, in denen die schnellen Offensivspieler gefährlich werden konnten. „Wir haben gefühlt 80 Prozent Ballbesitz gehabt“, sagte Sturm, der seine Mannschaft klar spielbestimmend sah, aber zugleich einräumte: „Es war für uns das erwartete schwere Spiel.“ Genau darin lag auch die Herausforderung. Die Gastgeber mussten geduldig bleiben, ständig anlaufen und immer wieder nach Lücken suchen, während USV Nappersdorf vor allem über seine kompakte Ordnung im Spiel blieb.

Unglücklicher Rückstand, starke Antwort

Das spiegelte sich auch im Spielverlauf wider. Zur Pause stand es 0:0, und gerade dieser erste Abschnitt passte gut zu Sturms Einschätzung: viel Kontrolle auf Seiten der Heimischen, aber kaum ganz klare Abschlüsse. Die beste Szene der Gäste vor der Pause entstand nach einem Umschaltmoment, doch Leobendorfs Tormann rettete stark und verhinderte den Rückstand. Nach Seitenwechsel blieb SV Leobendorf II am Drücker, ehe USV Nappersdorf in der 61. Minute durch Fabian Karl mit 1:0 in Führung ging. Sturm sprach von einem „sehr unglücklichen“ Gegentor, weil ein missratener Versuch noch entscheidend abgefälscht wurde und gegen die Laufrichtung des Tormanns im Netz landete. Beeindruckt habe ihn danach aber die Reaktion seiner Mannschaft. „Wir haben weitergespielt, den Kampf angenommen, Moral bewiesen“, sagte er. Der Ausgleich in der 79. Minute durch Aimen Ghribi war aus seiner Sicht folgerichtig, zumal die Aktion laut Sturm „wirklich sehr, sehr schön gemacht“ war und über Lorenz Hafner sowie Tobias Frühwirth ihren Weg zum 1:1 nahm.

Warum der Sieg trotzdem liegen blieb

Gerade weil Leobendorf nach dem Rückstand sofort wieder die Linie fand, blieb bei Sturm nach Schlusspfiff ein gemischtes Gefühl zurück. Einerseits ärgerte ihn, dass aus so viel Ballbesitz nicht mehr Kapital geschlagen wurde. „Wir waren geduldig, wir waren spielerisch sehr stark“, sagte er, legte aber den Finger auch klar in die Wunde: „Vielleicht hat ein bissl die Effizienz im letzten Drittel gefehlt.“ Andererseits fand er auch anerkennende Worte für den Gegner, der „hinten sehr gut gestanden“ sei und den Hausherren kaum offene Räume gelassen habe. Die körperbetonte Gangart der Gäste sah Sturm teilweise an der Grenze und wünschte sich in manchen Szenen ein konsequenteres Eingreifen des Schiedsrichters. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass der Unparteiische „an und für sich eine ganz gute Leistung gebracht“ habe. Unter dem Strich blieb bei ihm deshalb die Überzeugung, dass der eine Punkt den gesamten Verlauf nicht ganz widerspiegelte.

Mit einem Punkt in die Saison, der Blick geht weiter

Ganz grundsätzlich wollte der Co-Trainer den Auftakt daher nicht kleiner reden, als er war. „Mit dem Punkt sind wir nicht unzufrieden aufgrund des Spielverlaufs“, sagte Sturm, obwohl er zugleich überzeugt war, dass die Partie eher drei Punkte für seine Mannschaft hergegeben hätte. Entscheidend war für ihn ein anderer Punkt: „Der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen.“ Nach dem 0:1 noch zurückzukommen, wertete er als positives Zeichen, auch wenn der ganz große Ertrag ausblieb. Deshalb fiel seine Bilanz insgesamt durchaus ordentlich aus. „Ich glaube, wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert“, sagte Sturm, verbunden mit dem Hinweis, dass die nötige Konsequenz vorne eben noch gefehlt habe. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht, denn der Blick geht schon weiter. Gegen SV Spillern, so kündigte Sturm an, werde SV Leobendorf II „mit dem gleichen Ehrgeiz und Willen“ auftreten. Dazu kommt ein zusätzlicher Reiz, weil die Leobendorfer dort „noch eine Rechnung offen aus dem Vorjahr“ haben.

1. Klasse Nordwest: Leobendorf II : Nappersdorf - 1:1 (0:0)

  • 79
    Aimen Ghribi 1:1
  • 61
    Fabian Karl 0:1