In der 1. Klasse Nordwest hat sich USV Leitzersdorf dem UFC Gaubitsch mit 2:3 geschlagen geben müssen. Nach einem 1:3 zur Pause wurde es für die Gäste noch einmal eng, doch genau so ordnete es Marek Dite auch ein. "Wir hätten noch zwei Tore machen müssen", sagte der Trainer, weil seine Mannschaft vor allem vor der Pause deutlich mehr aus ihren Möglichkeiten hätte machen können.
Dabei hatte das Spiel für die Gäste alles andere als ideal begonnen. Schon in der 2. Minute brachte Timo Reiterer die Leitzersdorfer mit 1:0 in Führung. Gaubitsch ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und antwortete schnell. Noah Waismayer stellte in der 14. Minute auf 1:1, nur zwei Minuten später drehte Patrik Pacula die Partie mit dem 1:2. Als Adam Teichmann in der 28. Minute auch noch das 1:3 nachlegte, hatte Gaubitsch das Match vorerst klar in die eigene Richtung gezogen. Dite war mit diesem Abschnitt sehr einverstanden und sagte: "Die erste Halbzeit war in unserer Regie. Wir waren besser und 3:1 war eigentlich zu wenig. Wir hatten noch drei, vier hundertprozentige Chancen." Genau darin lag aus seiner Sicht auch der Haken dieses Nachmittags. Die Führung stand, sie hätte nach dem Verlauf der ersten Hälfte aber noch deutlicher sein können.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild deutlich. Gaubitsch spielte nicht mehr so offensiv, Leitzersdorf kam stärker auf und drückte die Gäste immer wieder zurück. Dite sprach genau diesen Punkt offen an: "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr so offensiv gespielt. Die Heimmannschaft hat mehr Druck gemacht, wir haben den Ball vorne nicht gehalten." Dadurch geriet vor allem das Zentrum immer wieder unter Belastung, die Entlastung fehlte. Als Lukas Kronberger in der 70. Minute auf 2:3 verkürzte, war die Partie endgültig wieder offen. Für Dite entsprach diese Phase durchaus dem, was er vom Gegner erwartet hatte. "Für mich ist das eine der besten fußballerischen Mannschaften der Liga", sagte der Gaubitsch-Trainer über Leitzersdorf. Richtig nervös wurde er dann ganz am Ende, als die Hausherren laut seiner Schilderung in der 90. Minute noch die Latte trafen. "Das war der Moment, in dem ich ein bissl nervös war", gab er zu.
Dass der Vorsprung trotzdem hielt, führte Dite nicht auf einzelne Spieler oder eine isolierte Szene zurück, sondern auf die mannschaftliche Arbeit gegen den Ball. "Nicht nur die Verteidiger, die ganze Mannschaft hat es in der Defensive gut gemacht", sagte er und hob damit vor allem jene Phase hervor, in der seine Mannschaft viel aushalten musste. Gaubitsch blieb nach seiner Einschätzung kompakt und brachte den Sieg diesmal "mit Glück" über die Zeit. Gleichzeitig gefiel ihm auch, wie die drei Treffer herausgespielt wurden. "Alle drei Tore waren schöne Aktionen", meinte Dite. Insgesamt habe ihm sehr gut gefallen, wie seine Mannschaft die Angriffe zu Ende spielte. Diese Mischung aus effizientem Umschalten, sauber genutzten Situationen und großem Defensivaufwand machte am Ende den Unterschied aus, auch wenn Leitzersdorf das Spiel nach der Pause noch einmal richtig eng machte.
Für Gaubitsch hatte dieser Erfolg deshalb auch über die drei Punkte hinaus Gewicht. Dite sprach von einem sehr wichtigen ersten Sieg in der 1. Klasse, für die Mannschaft ebenso wie für ihn als Trainer. Entscheidend sei nun, aus diesem Spiel Selbstvertrauen mitzunehmen. "Wir müssen mit Ball selbstbewusster werden", sagte er, weil seine Mannschaft gerade in der zweiten Halbzeit zu wenig Ruhe in den eigenen Aktionen hatte. Nach vier Auswärtsspielen in Folge wartet für Gaubitsch nun endlich das erste Heimspiel, und genau dort soll der Schwung aus Leitzersdorf spürbar werden. Dite formulierte es schlicht, aber klar: "Wenn wir noch einmal mit gleicher Leistung und gleichem Einsatz spielen, dann können wir in der 1. Klasse bestehen." Nach dem 3:2-Auswärtssieg war das keine große Ansage, sondern eine, die sich aus diesem Nachmittag gut ableiten ließ.