Spielberichte

"Drei hundertprozentige Chancen sind zu wenig" – Spillern lässt gegen Stronsdorf den Sieg liegen

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SV Spillern
SC Stronsdorf

In der 1. Klasse Nordwest trennten sich SV Spillern und SC Stronsdorf am Freitagabend mit 1:1. Für Trainer Christian Malek war es ein "rassiges Spiel" mit viel Tempo und zwei Mannschaften, die nach vorne spielen wollten. Unter dem Strich sah er ein gerechtes Remis, ärgerte sich aber auch darüber, dass seine Elf nach dem Rückstand mehrere sehr gute Möglichkeiten auf den Sieg liegen ließ.

Zwei Fußballspieler im Kampf um den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Spillern kommt nach dem Rückstand stark zurück

Stronsdorf war nach Maleks Schilderung sofort voll in der Partie. Der Spillern-Coach erinnerte sich an eine Topchance der Gäste in den Anfangsminuten und daran, dass seine Mannschaft erst nach fünf bis zehn Minuten wirklich ins Spiel fand. Danach wurde die Partie ausgeglichener, blieb aber von Beginn an sehr lebhaft. In der 20. Minute gingen die Gäste dennoch in Führung, als Fabian Petzina einen Angriff nach einem Pass aus dem Mittelfeld mit schöner Mitnahme und Abschluss ins lange Eck zum 0:1 vollendete. Spillern ließ sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen. Malek sah danach sogar zwei Topmöglichkeiten seiner Mannschaft, die vorerst noch ungenutzt blieben. In der 36. Minute fiel dann doch der verdiente Ausgleich: Nach einem abgewehrten Schuss war Mahir Selimovic zur Stelle und traf zum 1:1. Zunächst wurde das Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegeben, dann korrigierte der Schiedsrichter seine Entscheidung und erkannte den Treffer doch an.

Viel Lob für die Defensivarbeit gegen eine starke Offensive

Bis zur Pause blieb das Spiel für Malek eine völlig offene Sache. Er sprach von einer "sehr rassigen Partie" mit großem Engagement auf beiden Seiten und hatte nicht den Eindruck, dass Spillern nur reagieren musste. Vielmehr hielt seine Mannschaft dagegen, blieb selbst gefährlich und hatte aus seiner Sicht sogar etwas mehr klare Möglichkeiten als der Gegner. "Ich habe in der ersten Hälfte die eine oder andere Top-Torchance mehr bei uns gesehen", sagte der Trainer, der den 1:1-Pausenstand deshalb zwar akzeptierte, aber nicht als ideal empfand. Besonders zufrieden war er mit dem, was seine Mannschaft gegen den Ball ablieferte. "Von vorne bis hinten hat das sehr gut funktioniert", betonte Malek. Vor allem die Defensivreihe hob er hervor. Ein zentraler Punkt dabei war für ihn, dass Filip Kostic, einer der auffälligsten Angreifer der Liga, so gut wie neutralisiert wurde. Gleichzeitig machte Malek deutlich, wie hoch er die Leistung des Gegners einschätzt. Gerade die Läufe aus der zweiten Reihe und das Nachrücken hätten Stronsdorf vor allem in der ersten Hälfte gefährlich gemacht.

Nach der Pause fehlte vorne die letzte Genauigkeit

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild aus Spillern-Sicht ein wenig. Malek sagte, seine Mannschaft habe sich schwerer getan und in der Offensivbewegung zu viele Bälle verloren. Das kostete Kraft und sorgte dafür, dass Stronsdorf in den Ballbesitzphasen besser ins Spiel kam. Dennoch sah der Trainer keinen Einbruch seiner Elf, sondern eher eine Phase, in der viel Arbeit gegen den Ball nötig war. "Wir konnten fast alles sehr gut wegverteidigen", sagte er. Ganz ohne brenzlige Momente ging es aber nicht. In der Schlussphase hatten die Gäste mit einem Lattenschuss noch eine große Möglichkeit, bei der der Ball zum Glück für Spillern vor der Linie aufsprang und wegging. Auf der anderen Seite war auch für die Hausherren noch der späte Sieg möglich. Malek sprach von einer Situation in den Schlussminuten, in der sein Team den "Lucky Punch" auf dem Fuß hatte, der gegnerische Tormann den Abschluss aber in letzter Sekunde mit dem Fuß abwehrte. Gerade diese Szene passte zu seiner Analyse des Abends: Die Chancen waren da, nur die letzte Konsequenz fehlte.

Ein gerechter Punkt, aber auch ein klarer Auftrag

Am Ende wollte Malek den einen Zähler nicht schlechtreden. "Stronsdorf war bärenstark", sagte der Spillern-Trainer und ordnete das Ergebnis deshalb auch als "gerechtes" und "faires" 1:1 ein. Dennoch benannte er klar, warum für seine Mannschaft mehr drin gewesen wäre. "Wir hatten drei hundertprozentige Torchancen zusätzlich. Das ist ganz einfach zu wenig, wenn du sie nicht zumindest zu fünfzig Prozent verwertest", erklärte er. Genau dort sieht er auch den Bereich, in dem Spillern noch zulegen muss. In der Offensive seien Pässe und Flanken nicht scharf und präzise genug gewesen, um noch mehr Torgefahr zu erzeugen. Positiv fiel für ihn neben der Defensivarbeit auch der Auftritt des Schiedsrichters aus. Malek lobte dessen Courage bei der Korrektur rund um den Ausgleich und sprach insgesamt von einer guten, fairen Linie. Für Spillern bedeutet das Remis im fünften Saisonspiel den sechsten Punkt. Die Basis mit viel Einsatz und stabiler Abwehr stimmt, vor dem Tor will der Trainer aber künftig mehr Effizienz sehen.

1. Klasse Nordwest: Spillern : Stronsdorf - 1:1 (1:1)

  • 36
    Mahir Selimovic 1:1
  • 20
    Fabian Petzina 0:1