In der 1. Klasse Nordwest hat UFC Wildendürnbach am Samstag bei SK Sparkasse Ernstbrunn einen 3:1-Auswärtssieg geholt. Die Gäste überließen dem Gegner über weite Strecken den Ball, verteidigten aber kompakt und nutzten die Fehler konsequent aus. Trainer Christoph Rahming sah vor allem zwei Momente als Schlüssel: das 2:0 kurz nach der Pause und die direkte Antwort zum 3:1, nachdem Ernstbrunn gerade erst den Anschluss geschafft hatte.

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Der Beginn gehörte aus Sicht von Christoph Rahming klar der Heimelf. Ernstbrunn sei, wie der Wildendürnbach-Trainer sagte, "am Anfang extrem stark" gewesen und habe seine Mannschaft "vor viele Probleme gestellt". Dazu kam, dass die Gastgeber laut Rahming auch zu Top-Chancen kamen, bei denen Wildendürnbachs Torhüter seine Mannschaft im Spiel hielt. Genau das hob der Trainer später auch als wesentlichen Unterschied hervor. "In Wirklichkeit war der ganz große Unterschied, dass wir den besseren Torhüter gehabt haben", sagte Rahming. Erst nach einer taktischen Umstellung fand Wildendürnbach besser in die Partie. In der 17. Minute fiel dann das 0:1 durch Manuel Schütz. Rahming beschrieb die Szene so: "Beim 1:0 war das Timing vom Torhüter beim Rauslaufen schlecht. Manuel Schütz ist super nachgegangen." Damit lag Wildendürnbach vorne, obwohl Ernstbrunn nach Aussage des Trainers bis dahin mehr vom Spiel hatte.
Der zweite wichtige Stich folgte direkt nach dem Seitenwechsel. In der 48. Minute erhöhte Martin Rehola auf 0:2, und genau dieses Tor stellte Rahming in seiner Analyse besonders heraus. "Der entscheidende Moment war in Wirklichkeit das 2:0 nach der Halbzeit", sagte er. Entstanden sei das Tor nach einem Fehler in der Ernstbrunner Innenverteidigung. "Der Innenverteidiger verschätzt sich, der Ball springt drüber, Rehola bleibt vor dem Tor ruhig, verzögert und schließt dann souverän ab", schilderte der Trainer die Szene. Ernstbrunn blieb danach zwar weiter die Mannschaft mit mehr Ball- und Spielanteilen, doch Wildendürnbach verteidigte den Vorsprung lange weg. In der 77. Minute wurde es noch einmal spannend, als Emir Dilic auf 1:2 verkürzte. Doch die Antwort kam sofort. Nur eine Minute später stellte erneut Rehola auf 1:3. Rahming sprach von "einer super Situation über die Seite mit einem Stanglpass", den sein Angreifer verwertete. Genau dieser direkte Gegenschlag war für ihn der zweite Knackpunkt: "Nach dem Anschlusstreffer haben wir im Gegenzug das 3:1 gemacht. Dann war die Moral bei Ernstbrunn gebrochen."
Rahming hatte nach dem Schlusspfiff keinen Zweifel daran, worauf dieser Auswärtssieg aufgebaut war. Wildendürnbach sei nicht die Mannschaft mit den größeren Spielanteilen gewesen, habe aber genau die Tugenden auf den Platz gebracht, die für so ein Spiel notwendig seien. "Es war eigentlich ein sehr schmutziges Spiel von uns", sagte der Trainer, meinte das aber ausdrücklich positiv. "Jeder war bereit, seinem Nebenmann zu helfen. Jeder war bereit, Meter zu machen." Dazu kam laut Rahming eine disziplinierte Defensivleistung. "Wir haben sehr kompakt und gut verteidigt, sehr wenig zugelassen und gut umgeschaltet." Besonders zufrieden war er damit, dass seine Mannschaft den eigenen Matchplan konsequent umgesetzt habe. "Wir waren heute kämpferisch, läuferisch und zweikampftechnisch extrem stark und in den Umschaltmomenten gnadenlos." In dieselbe Richtung ging auch seine Zusammenfassung des Unterschieds zwischen beiden Teams: Wildendürnbach habe die Fehler des Gegners ausgenützt, selbst weniger Fehler gemacht und "mit dem Messer zwischen den Zähnen" gespielt, "nie unfair, aber immer sehr aggressiv und kompakt".
Trotz des Sieges verteilte Rahming viel Respekt an den Gegner. Ernstbrunn sei "eine extrem gute Mannschaft", spiele "einen gepflegten, guten Fußball" und habe "lauter gute Fußballer drinnen". Gerade deshalb ordnete er den Auswärtserfolg auch entsprechend hoch ein. Wildendürnbach habe gewusst, dass Ernstbrunn spielerisch Vorteile haben könne, und habe deshalb auf andere Qualitäten gesetzt. "Wir haben gewusst, dass wir vielleicht nicht diese spielerische Qualität haben wie Ernstbrunn. Aber wir haben andere Tugenden, andere Qualitäten, und die haben wir umgesetzt", sagte Rahming. Auch mit der Leistung des Schiedsrichters war er zufrieden: "Der Schiedsrichter war tadellos, sehr unaufgeregt und hat das sehr ruhig runtergepfiffen." Für Wildendürnbach bedeutet das 3:1 in Ernstbrunn einen wichtigen Auswärtssieg, mit dem die Mannschaft nach fünf Runden als Tabellendritter in der Spitzengruppe der 1. Klasse Nordwest bleibt. Ernstbrunn musste sich trotz starker Anfangsphase und vieler Spielanteile diesmal damit abfinden, dass der Gegner kompakter, konsequenter und vor dem Tor kaltschnäuziger war.