Spielberichte

„Wir waren dem Sieg sicher näher“ – Spillern wandelt die Überzahl gegen Niederleis nicht in Tore um

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SV Spillern
USV Niederleis

In der 1. Klasse Nordwest musste sich SV Spillern im Heimspiel gegen USV Niederleis mit einem 0:0 begnügen. Trainer Christian Malek sah seine Mannschaft über weite Strecken näher am Sieg, vor allem nach der Roten Karte gegen Marek Svoboda in Minute 25. Weil Spillern aus mehreren guten Möglichkeiten kein Tor machte und der gegnerische Tormann einen starken Abend erwischte, blieb es in Runde neun beim torlosen Remis.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Guter Beginn und eine Rote Karte nach 25 Minuten

Malek gefiel der Start seiner Mannschaft durchaus. "Wir sind gut in die Partie gestartet, waren präsent und haben einen guten Gegner getroffen", sagte der Trainer nach dem Spiel. Aus seiner Sicht war von Beginn an zu sehen, dass beide Mannschaften auf Sieg spielen wollten. Er sprach von einer schnellen Partie mit Offensivaktionen auf beiden Seiten, die zwar teilweise ruppig gewesen sei, aber aus seiner Sicht nicht unfair. Die prägendste Szene der ersten Hälfte folgte dann nach rund 25 Minuten, als Niederleis nach einer Roten Karte gegen Marek Svoboda lange in Unterzahl weiterspielen musste. Auslöser war laut Malek eine Torraubszene, die er klar beurteilte: "Der Schiedsrichter entschied auf Torraub. Das war auch nach meiner Ansicht gerecht." Trotz der numerischen Überlegenheit brachte diese Phase Spillern aber nicht automatisch Sicherheit.

Viele Chancen, aber zu wenig Präzision im Abschluss

Gerade das war für Malek der entscheidende Punkt dieses Abends. Niederleis zog sich nach dem Ausschluss tief zurück, Spillern kam dadurch zwar zu Chancen, belohnte sich aber nicht. "Wir haben uns viele Tormöglichkeiten herausgespielt", sagte der Trainer, der von "sechs, sieben sehr guten Toreinschussmöglichkeiten" und insgesamt noch mehr gefährlichen Offensivaktionen sprach. Entscheidend war aus seiner Sicht nicht der Wille, sondern die Ausführung. "Wir waren in den Schlüsselmomenten zu unsauber im letzten Passspiel", so Malek. Dazu kamen Abschlüsse, die entweder knapp das Ziel verfehlten oder in Bereichen landeten, in denen der gegnerische Tormann noch eingreifen konnte. Besonders deutlich formulierte er es bei der fehlenden Genauigkeit vor dem Tor: "Für einen Sieg braucht man mindestens ein Tor, und das haben wir an diesem Tag nicht erzielt." Genau dieses Manko verhinderte, dass Spillern die Überzahl in einen Heimsieg ummünzen konnte.

Der Tormann der Gäste hält das 0:0 fest

Dass es am Ende torlos blieb, lag nach Maleks Einschätzung auch an einem starken Auftritt des Niederleiser Schlussmanns. "Der Tormann hatte einen bombenstarken Tag", sagte der Spillern-Coach und verwies auf mehrere abgewehrte Hochkaräter. Malek beschrieb, dass der Gäste-Keeper Schüsse auf der Linie entschärfte, bei Abschlüssen hinuntertauchte und auch Versuche aus der Distanz parierte. Für Spillern war das besonders bitter, weil sich die Gastgeber nach seiner Darstellung die Situationen durchaus sauber erarbeitet hatten. Gleichzeitig wollte Malek den Gegner keineswegs kleinreden. Trotz Unterzahl sei Niederleis im Umschalten "brandgefährlich" geblieben. Auch deshalb sprach er von einem Spiel "auf Messers Schneide". Sein Eindruck war klar: "Gefühlt war es so, wer das erste Tor schießt, der wird das Spiel gewinnen." Dieses erste Tor fiel aber nicht, weil Spillern seine Möglichkeiten nicht konsequent genug nutzte und Niederleis in den wenigen offenen Räumen gefährlich blieb.

Ein Punkt, mit dem Spillern leben muss

Neben der Roten Karte verwies Malek auch auf eine weitere Szene, die für ihn Einfluss auf den Verlauf hatte. Schon davor hätte es aus seiner Sicht einen Strafstoß für Spillern geben müssen. "Für mich war das ein eindeutiger Elfmeter", sagte er über eine Aktion nach einer scharfen Hereingabe. Als gesicherten Wendepunkt wollte er das 0:0 daran aber letztlich nicht festmachen, weil seine Mannschaft danach noch genug Möglichkeiten hatte, das Spiel zu entscheiden. Unterm Strich blieb deshalb vor allem das Gefühl, dass mehr drinnen gewesen wäre. "Wir waren dem Sieg sicher näher", hielt Malek fest, ergänzte aber auch: "Damit muss man leben können." Genau so lässt sich der Abend aus Spillerner Sicht zusammenfassen: viele gute Ansätze, über lange Zeit ein Gegner mit zehn Mann, der trotzdem gefährlich blieb und trotzdem kein Treffer, der den Aufwand belohnt hätte.