In der 1. Klasse Nordwest trennten sich der SC Stronsdorf und der UFC Wildendürnbach mit 0:0. Für Trainer Christoph Rahming war es zwar kein schönes Spiel, aber eines, mit dem er gut leben konnte. Weil seine Mannschaft in einer zerfahrenen, zweikampfbetonten Partie "die Basics wieder an den Tag gebracht" habe und defensiv sehr stabil stand, nahm Wildendürnbach den Punkt diesmal mit einem deutlich besseren Gefühl mit als so manchen Sieg zuvor.

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Vieles, was diese Partie auszeichnete, spielte sich zwischen den Strafräumen ab. Rahming beschrieb den Abend als "von Anfang an ziemlich zerfahren und sehr zweikampfintensiv". Genau so lief die erste Hälfte auch dahin: viele direkte Duelle, viele Kopfbälle, wenig Spielfluss und kaum klare Toransätze. Wildendürnbach war bemüht, aktiv zu bleiben, Stronsdorf hielt mit derselben Intensität dagegen. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0, weil sich beide Mannschaften über weite Strecken neutralisierten und kein Team wirklich in gefährliche Abschlusszonen kam. Für den Trainer der Gäste war es eine "Kampfpartie mit sehr wenigen Toransätzen", und dieses Bild zog sich praktisch durch die gesamten 90 Minuten.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur in Nuancen. Stronsdorf hatte nach einem Corner die größte Möglichkeit der Gastgeber, als Fabian Petzina zum Abschluss kam, den Ball aber neben das Tor setzte. Rahming sprach da offen von einer Szene, "die man machen muss", und gab zu, dass Wildendürnbach in diesem Moment Glück hatte. Auch Wildendürnbach wurde gefährlich: Der diesmal als Stürmer aufgebotene Gabriel Harrach hatte mit einem Stangenschuss Pech. Kurz vor Schluss bot sich den Gästen schließlich noch die große Chance auf den Auswärtssieg: Vojtech Pazdera stand rund um die 85. Minute alleine vor dem Torhüter, brachte den Ball aber nicht an ihm vorbei. „Das war unser Matchball“, machte Rahming klar und verwies zugleich auf die starke Parade des Schlussmanns. Weil darüber hinaus kaum Zwingendes zustande kam, blieb es bei einer Nullnummer, die sich über weite Strecken logisch entwickelte.
Trotz der wenigen Offensivaktionen zog der Wildendürnbach-Trainer aus dem Auftritt seiner Mannschaft einiges Positive. "Meine Mannschaft hat mich heute stolz gemacht", sagte Rahming, und das war für ihn an diesem Abend wichtiger als das nackte Ergebnis. Vor allem die Grundtugenden passten aus seiner Sicht wieder. "Wir haben die Basics wieder an den Tag gebracht. Wir waren aktiv, wir waren aggressiv, wir haben Initiative im Spiel gehabt und sind defensiv sehr gut gestanden." Rahming hob hervor, dass mehrere Spieler ihre Chance genützt hätten, allen voran Manuel Madner oder Daniel Köbl. Auch der etatmäßige 6er Schuckert Florian bewies nach seiner Einwechslung, dass der Coach immer auf ihn zählen kann. Er meinte auch, dass es seiner Einschätzung nach eine Bestätigung seiner Meinung war, dass Wildendürnbach den größten KM-Kader der Liga hat und gut auf Ausfälle reagieren kann. Gleichzeitig blieb er bei der Einordnung ehrlich und wich dem offensiven Thema nicht aus: "Offensiv waren wir eher harmlos." Dazu kam, dass Manuel Schütz laut dem Trainer angeschlagen war, was den Gästen in einem ohnehin chancenarmen Spiel zusätzlich Durchschlagskraft nahm. Řehola und Kamas fehlten von Beginn an und somit spielte Wildendürnbach von Beginn an ohne deren magisches Dreieck.
Rahming sah aber nicht nur bei seiner eigenen Mannschaft Gründe für das torlose Remis. Auch Stronsdorf sei ersatzgeschwächt gewesen, sagte er, und mit Filip Kostic habe der Gegner zwar einen Zielspieler gehabt, "aber der nötige Nachdruck hat auch gefehlt". So ergab sich für den Trainer das Bild zweier Teams, die nicht in Bestbesetzung aufliefen und sich deshalb lange neutralisierten. Umso klarer fiel sein Gesamturteil aus: "Das Unentschieden geht absolut in Ordnung." Positiv strich er auch heraus, dass die intensive Partie aus seiner Sicht zu keiner Zeit unfair wurde. Dem Schiedsrichter stellte er ein sehr gutes Zeugnis aus und sprach von einer absolut souveränen Leistung. Für Wildendürnbach bedeutet der Punkt nach elf Runden, dass die Mannschaft im oberen Bereich der Tabelle bleibt und diesen Zähler diesmal mit echter Zufriedenheit mitnimmt. Der Trainer möchte auch den vielen mitgereisten Fans danken und stellt Freibier und Wein für das nächste und letzte Heimspiel in Aussicht: „Es ist nicht selbstverständlich, dass uns jede zweite Woche so viele Leute begleiten und anfeuern. Dafür will ich mich im Namen der Mannschaft bedanken und spendiere 100 Liter Freibier und etwas Wein für diejenigen, die kein Bier wollen. Danke, dass ihr Woche für Woche dabei seid. Lasst euch die Getränke schmecken und kommt alle zum letzten Heimspiel nächsten Samstag!“ Auch seiner Freundin möchte Rahming danken: „Sie unterstützt mich, hat Verständnis dafür, wie viel Zeit und Energie ich in den Fußball investiere, und motiviert mich, auch in schwierigen Phasen immer mein Bestes zu geben. Ich bin sehr froh und glücklich, sie zu haben, und weiß das wirklich zu schätzen.“