In der 1. Klasse Ost hat ASC Götzendorf Oranjezz beim SV Hundsheim mit 4:2 gewonnen. Nach einer 2:0-Führung der Gäste stand es zur Pause trotzdem 2:2, ehe Götzendorf die zähe Partie erst in der Schlussphase entschied. Trainer Florian Anderle sprach von einem verdienten Sieg, sah aber auch eine zerfahrene zweite Halbzeit und viel Arbeit gegen die Umschaltsituationen des Gegners.

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Der Start in die Partie war nach Anderles Einschätzung zunächst eher vorsichtig. Hundsheim wurde in der Anfangsphase vor allem über Umschalten gefährlich, ehe Götzendorf das Kommando mehr und mehr an sich zog. „Wir haben ab der zehnten Minute gute Kontrolle über das Spiel gehabt, sind immer wieder zu guten Chancen gekommen und hätten schon früher führen können“, sagte der Trainer. Belohnt wurde das in der 27. und 31. Minute, als Zalan Barna Nagy mit einem Doppelpack auf 2:0 stellte. Gerade in dieser Phase sah Anderle seine Mannschaft klar vorne. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht, dass Hundsheim wieder herankam. Zunächst traf Lukas Ankhelyi in der 35. Minute zum 1:2, wobei Anderle von einer strittigen Elferszene sprach. Kurz vor der Pause fiel dann auch noch das 2:2 durch Daniel Keckes. Aus einer Partie, die für Götzendorf schon in eine klare Richtung zu laufen schien, war damit zur Halbzeit wieder alles offen.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel laut Anderle deutlich unruhiger. „Die zweite Halbzeit war extrem zerfahren. Wir waren nicht gut, hatten viele Ungenauigkeiten und waren zu ungeduldig“, fasste er diesen Abschnitt zusammen. Hundsheim stand tief, verteidigte konzentriert und versuchte aus Götzendorfer Sicht immer wieder, Zeit von der Uhr zu nehmen. Die Gäste hatten zwar weiter mehr vom Spiel, fanden aber lange nicht die Ruhe und Genauigkeit, um daraus Kapital zu schlagen. Erst in der 84. Minute platzte der Knoten. Anderle hob die Entstehung des Treffers besonders hervor: „Das 3:2 war auf jeden Fall ausschlaggebend. Das war eine schöne Kombination über die linke Seite, über Daniel Mihajlovic eingeleitet, dann kam die Ablage auf Marcel Lücke, und der hat den Ball gefühlvoll ins lange Eck gesetzt.“ Nur drei Minuten später legte Soma Lörinczy das 4:2 nach und machte damit endgültig klar, dass die Punkte nach Götzendorf gehen würden.
Auch wenn der Trainer mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden war, stellte er die wichtigste Stärke seiner Mannschaft klar heraus. „Grundsätzlich war unsere Stärke, dass wir immer weitergemacht haben, nie aufgehört haben und den Sieg bis zum Schluss wollten“, sagte Anderle. Genau das sei am Ende der Grund gewesen, warum sich seine Mannschaft doch noch belohnt habe. Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass es trotz des Auswärtssieges genug Themen für die Arbeit mit der Mannschaft gibt. „Ein Thema wird sicher sein, im Gegenpressing und in der Restverteidigung noch konzentrierter zu sein“, erklärte er. Gerade beim Verhindern von Umschaltsituationen müsse Götzendorf fokussierter werden. Den Gegner sah Anderle insgesamt tief und kompakt, mit einem Stürmer, der Bälle gut festmachen könne. Zusätzlich sprach er von einigen knappen Entscheidungen, die aus seiner Sicht eher gegen sein Team ausgefallen seien. Am grundsätzlichen Urteil änderte das für ihn aber nichts: Unter dem Strich sei es ein verdienter Sieg gewesen.
Neben dem Ergebnis nahm Anderle aus dem Spiel noch einen weiteren Punkt mit, der ihm fast genauso wichtig war wie die drei Punkte. Er freute sich darüber, dass mehrere Spieler Einsatzzeit bekamen, darunter auch Akteure, die sonst häufiger in der Reserve auflaufen. „Sehr positiv war, dass wieder etliche Spieler Spielminuten sammeln konnten“, sagte der Trainer. Das passe genau zu dem Plan, jüngere Spieler Schritt für Schritt in den Kader zu integrieren und an das Niveau heranzuführen. Sogar der Ersatztormann bekam diesmal Einsatzzeit auf dem Feld, was Anderle ebenfalls ausdrücklich erwähnte. „Primär ist es darum gegangen, jedem Spielminuten zu geben und zu sehen, wo jeder steht“, sagte er mit Blick auf die Sommervorbereitung und die neue Saison. Das 4:2 in Hundsheim war für Götzendorf damit nicht nur ein spätes Erfolgserlebnis, sondern auch ein aufschlussreicher Nachmittag für den breiteren Kader.