Spielberichte

„Wir hätten viel höher gewinnen müssen“ – SC Leopoldsdorf macht es beim 2:1 unnötig spannend

SC Leopoldsdorf
Sportfreunde Berg

In der 1. Klasse Ost hat SC Leopoldsdorf am Freitagabend gegen die Sportfreunde Berg einen 2:1-Heimsieg eingefahren. Vieles sprach früh klar für die Hausherren, weil Oliver Winkler zweimal traf und Leopoldsdorf laut Trainer Kurt Jusits über weite Strecken das aktivere Team war. Dass es nach dem Anschlusstreffer von Marian Timm vor der Pause trotzdem eng blieb, lag aus Sicht des Trainers vor allem an der mangelhaften Chancenverwertung.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Kontrolle, aber kein ruhiger Abend

Leopoldsdorf war von Beginn an in der Partie und hatte nach der Einschätzung seines Trainers gleich die Kontrolle. Jusits sprach von einem Auftritt, bei dem seine Mannschaft vom Anpfiff weg mehr Ballbesitz hatte und sich gute Möglichkeiten erspielte. Schon in der 5. Minute brachte Oliver Winkler den SC Leopoldsdorf mit 1:0 in Führung, in der 33. Minute legte derselbe Spieler das 2:0 nach. Der Trainer erklärte auch, warum ihm diese beiden Tore gefallen haben: „Wir haben teilweise mit ein und zwei Kontakten schnell in die Tiefe gespielt und Oliver Winkler hervorragend in Position gebracht. Einmal durch die Mitte, einmal über die Seite, also über den Flügel. Diese Angriffe waren von unserer Seite sehr gut konstruiert und sehr gut zu Ende gespielt.“ Gerade deshalb ärgerte ihn, dass seine Mannschaft daraus nicht noch mehr machte. „Leider verfolgt uns die Abschlussschwäche schon länger“, sagte Jusits. Fünf Minuten vor der Pause blieb Berg dann durch das 2:1 von Marian Timm im Spiel. Jusits sprach in dieser Szene von einem unglücklichen Elfmeter und brachte damit auf den Punkt, warum aus einer zunächst klaren Angelegenheit doch noch ein enger Abend wurde.

Viel Ballbesitz, viel Feldüberlegenheit, aber zu wenig aus den Chancen gemacht

Für Jusits war der Sieg am Ende dennoch verdient, weil seine Mannschaft über weite Strecken die Richtung vorgab. Einen einzelnen Schlüsselmoment wollte er gar nicht hervorheben. Stattdessen verwies er auf die Gesamtleistung seiner Elf: „Wir haben unsere Aufgaben sehr gut erledigt. Wir waren aggressiv gegen den Ball und haben den Gegner zu Fehlern gezwungen.“ Gerade in dieser Phase sah er sein Team klar vorne, auch wenn das Ergebnis lange offen blieb. „Feldüberlegenheit und Ballbesitz waren ganz klar auf unserer Seite“, sagte der Trainer, der sich vor allem darüber ärgerte, dass aus dieser Überlegenheit nicht noch ein dritter oder vierter Treffer wurde. Seine Erklärung dafür fiel deutlich aus: „Wir hatten noch eine Vielzahl solcher Möglichkeiten, aber leider eine schlechte Passquote und zu viel Ungenauigkeit drinnen.“ Den entscheidenden Unterschied machte Jusits dann an zwei Spielern fest. „Wir hatten Oliver Winkler und Tim Härtel. Diese beiden sind sowohl technisch als auch taktisch sehr gut geschult und haben mit ihren Aktionen das Spiel mehr oder weniger entschieden.“ Trotzdem stellte er sofort klar, dass er den Heimsieg nicht nur an Einzelspielern festmachen wollte. Für ihn war es „eine geschlossene Mannschaftsleistung“, auf der dieser Erfolg aufgebaut war.

Berg blieb dran, Leopoldsdorf sieht weiter Luft nach oben

Dass die Partie trotz klarer Vorteile nicht vorzeitig entschieden war, schrieb Jusits auch dem Gegner zu. Berg stand in der Defensive nach seiner Wahrnehmung stabil und suchte auf tiefem Boden bei Regenwetter immer wieder den Weg mit langen Bällen. „Berg hat in der Defensive sehr stabil gestanden und versucht, mit langen Bällen über unsere Kette zu spielen“, sagte der Trainer. Voll aufgegangen sei das aus seiner Sicht zwar nicht, dennoch blieb der Gegner unangenehm. „Natürlich waren wir besser, aber sie waren bis zum Schluss gefährlich.“ Auf der anderen Seite hob Jusits hervor, dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte lange kaum etwas zuließ. „Wir haben fünfundvierzig Minuten keine Torchance zugelassen. Diese unglückliche Situation, die zum Elfer geführt hat, war auch noch keine Torchance.“ Ganz zufrieden klang er nach dem 2:1 trotzdem nicht. Die größten Baustellen benannte er offen: „Luft nach oben sehe ich ganz klar in der Chancenauswertung und ganz klar im Spiel gegen den Ball. Enger stehen, das Spielfeld kleiner machen, mehr Druck, mehr Stress erzeugen.“ Auch die Leistung des Unparteiischen ordnete er knapp und positiv ein. „Der Schiedsrichter hat keinen groben Fehler gemacht, war unauffällig und hat eine sehr gute Leistung erbracht.“ Für den SC Leopoldsdorf stehen damit nach drei Runden sechs Punkte zu Buche, während Sportfreunde Berg weiter auf die ersten Zähler warten. Jusits nahm den Sieg gerne mit, machte aber ebenso deutlich, dass er in mehreren Bereichen noch Luft nach oben sieht.

1. Klasse Ost: Leopoldsdorf : Berg - 2:1 (2:1)

  • 40
    Marian Timm 2:1
  • 33
    Oliver Winkler 2:0
  • 5
    Oliver Winkler 1:0