Spielberichte

„Nach 20 Minuten ist der Faden gerissen“ – Fischamend kommt nach 0:2 noch auf 2:2 zurück

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USC Perchtoldsdorf
ATSV Fischamend

In der 1. Klasse Ost hat USC Perchtoldsdorf gegen ATSV Fischamend nach einer 2:0-Pausenführung noch ein 2:2 abgegeben. Aus Sicht von Fischamend-Trainer Günther Kastner passte das Remis unterm Strich, weil seine Mannschaft nach einer schwachen Phase vor der Pause zurückkam, in der zweiten Hälfte klar zulegte und sich mit den Toren von Lukas Kastner und Florin-Vladut Pop am Ende noch verdient belohnte.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früher Rückstand, dann riss bei den Gästen der Faden

Fischamend fand nach Kastners Eindruck ordentlich in die Partie. „Es war von Anfang an eine zweikampfbetonte, flotte Partie“, sagte der Trainer. Gleich zu Beginn hatten die Gäste eine gute Aktion, bei der ein Stanglpass nicht ankam, ehe Perchtoldsdorf in der 4. Minute durch Lucas Kneissl mit dem 1:0 früh vorlegte. Kastner sprach dabei von schlechtem Abwehrverhalten und ärgerte sich, dass seine Mannschaft in einer an sich ordentlichen Anfangsphase gleich in Rückstand geriet. Kurz danach wurde es aus Sicht der Gäste erstmals richtig strittig, weil Fischamend nach einem Kopfball von Stefan Sandriesser den Ausgleich reklamierte. Kastner meinte: „Der Ball wurde einen halben Meter hinter der Linie weggeschlagen. Der Schiedsrichter hat das Tor leider nicht gegeben.“ Dazu kam später noch eine Abseitsentscheidung gegen Florian Chilla, die der Trainer ebenfalls anders gesehen hatte. Für ihn war das der Punkt, an dem sein Team aus dem Rhythmus kam: „Nach zwanzig, fünfundzwanzig Minuten ist uns komplett der Faden gerissen.“ Perchtoldsdorf übernahm in dieser Phase das Spiel und legte in der 23. Minute durch Igor Puljic das 2:0 nach.

Nach der Pause drehte Fischamend das Bild der Partie

Mit dem 0:2 zur Halbzeit war die Ausgangslage für Fischamend klar unangenehm, und Kastner fand dafür ein treffendes Bild. Seine Mannschaft habe sich „wie ein angeschlagener Boxer noch zum Pausenpfiff hingerettet“. In der Kabine wurde dann aber nicht lange gejammert, sondern umgestellt. Der ATSV nahm personelle Änderungen vor und justierte auch taktisch nach. „Zweite Halbzeit war das komplett anders. Da haben wir das Spiel in die Hand genommen“, sagte Kastner. Diese Einschätzung unterlegte er auch mit konkreten Szenen. In der 67. Minute krachte ein Schuss von Lukas Kastner ans Lattenkreuz, dazu kam eine weitere gute Möglichkeit nach einem Stanglpass von Florian Chilla, bei der ein Mitspieler knapp zu spät kam. Weil Fischamend weiter am Drücker blieb und später auch taktisch „all in“ ging, fiel in der 75. Minute der verdiente Anschlusstreffer. Lukas Kastner traf per Freistoß zum 1:2. Über die Ausführung sagte der Trainer: „Der war schön getreten, ist durch eine Lücke in der Mauer gegangen und war für den Tormann schwer einzuschätzen.“ In der 82. Minute bekam Fischamend dann nach einem Handspiel einen Elfmeter zugesprochen, den Florin-Vladut Pop souverän zum 2:2 verwandelte.

Tiefer Platz, starke Gastgeber – und dann eine klare Reaktion

Dass Kastner das Ergebnis am Ende als gerecht einordnete, lag nicht nur an der Aufholjagd selbst, sondern auch daran, dass er beide Halbzeiten sehr unterschiedlich bewertete. „Unterm Strich geht das Unentschieden auf jeden Fall in Ordnung“, sagte er. In der ersten Hälfte sei Perchtoldsdorf nach rund 20 Minuten die spielbestimmende Mannschaft gewesen und in den Zweikämpfen besser hineingekommen. Dazu kamen für Fischamend schwierige Bedingungen. „Der Platz war sehr tief. Wir sind ständig weggerutscht und haben den Ball selten unter Kontrolle gekriegt“, erklärte der Trainer. Für ihn war das ein Punkt, der seiner Mannschaft besonders in dieser schwächeren Phase zu schaffen machte. Umso mehr gefiel ihm die Reaktion nach der Pause. Man habe sich noch einmal zusammengesetzt, alles besprochen und die notwendigen Anpassungen dann „wirklich super umgesetzt“. Gleichzeitig zollte Kastner dem Gegner Respekt. Perchtoldsdorf sei „sehr zweikampfstark, spielerisch stark“ und seit Jahren eine Mannschaft, die in der Tabelle vorne mitspiele. Dass Fischamend dort nach der Pause dennoch so viel Druck entwickeln konnte, machte den Trainer mit Blick auf seine eigene Mannschaft entsprechend zufrieden.

Auch nach dem Ausgleich war das Spiel noch nicht fertig

Mit dem 2:2 war die Partie noch längst nicht abgeschlossen, und genau das passte zum Verlauf dieses Nachmittags. Kastner erinnerte daran, dass Perchtoldsdorf nach dem Ausgleich noch eine Chance aus einer Standardsituation hatte, als ein Freistoß gut gehalten wurde. Auf der anderen Seite bot sich Fischamend im Gegenstoß sogar noch die Möglichkeit auf mehr. „Wir haben eine Doppelchance durch Paul Reske und durch Florin Pop gehabt, wo die Schüsse jeweils geblockt wurden“, sagte der Trainer. Deshalb blieb für ihn am Ende auch der Eindruck, dass dieses Spiel tatsächlich noch in beide Richtungen hätte kippen können. Zur Leistung des Schiedsrichters äußerte er sich trotz seiner Kritik an einzelnen Entscheidungen differenziert. Kastner sprach von „keiner klaren Linie“ und meinte, der Unparteiische habe „sicher nicht seinen besten Tag erwischt“, stellte aber auch klar, dass das beide Mannschaften betroffen habe. So blieb es beim 2:2, mit dem Perchtoldsdorf nach sechs Runden bei 16 Punkten an der Spitze bleibt, während Fischamend mit 14 Zählern weiter ganz vorne dran ist.

1. Klasse Ost: Perchtoldsdorf : Fischamend - 2:2 (2:0)

  • 82
    Florin-Vladut Pop 2:2
  • 75
    Lukas Kastner 2:1
  • 23
    Igor Puljic 2:0
  • 4
    Lucas Kneissl 1:0