In der 1. Klasse Süd belegt Igor Knezevic mit seinem SC Berndorf nach 13 Spieltagen den neunten Tabellenplatz mit 18 Punkten. Dahinter stehen ein mutiger Offensivfußball und zugleich eine defensive Anfälligkeit, die in der bisherigen Saison mehrfach Punkte kostete. Dennoch blickt der Trainer zuversichtlich auf die Rückrunde. Sein Team gewann zuletzt gegen SV Weikersdorf und ASC Leobersdorf, verlor aber gegen ASK Trumau, SC Hochwolkersdorf und SV Grimmenstein. Trotz der wechselhaften Ergebnisse ist die Stimmung laut Knezevic gut, das Engagement in der Vorbereitung hoch – und das Ziel eindeutig: ein Platz unter den Top fünf.

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Knezevic spricht offen über die bisherige Entwicklung: „Grundsätzlich haben die Harmonie, der spielerische Ablauf und die Offensive sehr gut funktioniert.“ In dieser Balance liegt für ihn aber auch das größte Risiko: „Defensiv war das – bei zu vielen Gegentoren – katastrophal.“
Seine Erklärung ist klar strukturiert. Der Trainer sieht das Problem nicht allein in der Abwehr, sondern in der kollektiven Arbeit: „Das Verteidigen fängt vorne im Sturm an, und da hat bei vielen die defensive Arbeit nicht gepasst.“ Dennoch erkennt er Fortschritte und zeigt sich hoffnungsvoll, dass sich die Wintervorbereitung positiv auswirkt: „Mit unseren Ergänzungen hoffen wir, das im Frühjahr zu verbessern.“
In puncto Personal gab es laut Knezevic gezielte Anpassungen. „Wir haben in der Breite etwas gemacht. Wir haben vier Spieler geholt und einen 15-jährigen Nachwuchsspieler hochgezogen.“ Die Integration der neuen Kräfte verlaufe gut, auch weil das Mannschaftsgefüge stimme: „Die Stimmung ist sehr gut. Wir arbeiten sehr hart an unserer Kraft. Es ist ein schwerer Prozess, den die Jungs momentan sehr gut annehmen.“
Verletzungsprobleme gibt es zurzeit keine. Alle Akteure seien voll im Einsatz, einzig die körperliche Ermüdung in der intensiven Vorbereitung sei spürbar – aus Trainersicht völlig normal. Auch im Betreuerstab gibt es laut ihm keine Veränderungen: „ich denke Mein Co-Trainer Mani Schwarz und ich sind sehr motiviert und haben das bislang in der schwierigen Zeit sehr gut gemacht.“
Die 1. Klasse Süd präsentiert sich nach Einschätzung von Knezevic ausgeglichen: „Es ist eine Liga, wo jeder jeden schlagen kann.“ Diese Beobachtung deckt sich mit der Tabellenlage, in der zwischen Rang zwei und neun lediglich fünf Punkte Unterschied liegen. Das Ziel des Trainers bleibt ambitioniert: „Wir bleiben bei unserem Ziel unter die Top fünf und das ist machbar.“ Im Vergleich zu den Spitzenmannschaften wie Scheiblingkirchen II und SK Wiesmath will der SC Berndorf besonders in der Kompaktheit zulegen.
Die jüngsten Ergebnisse zeigen dabei das Potenzial, das in der Mannschaft steckt. Siege gegen ASC Leobersdorf und SV Weikersdorf belegen, dass Berndorf mit jedem Gegner mithalten kann. Auch wenn Rückschläge gegen SC Hochwolkersdorf oder SV Grimmenstein zuletzt schmerzten, zeigen die Reaktionen des Teams die richtige Haltung. Knezevic sieht Fortschritte vor allem in der Arbeitsmoral – jeder im Team zieht mit, Einzelne ragen bewusst nicht heraus: „Alle arbeiten sehr fleißig, sind top motiviert.“ Mit dieser Einstellung und den frischen Kräften aus dem Winter könnte der SC Berndorf im Frühjahr tatsächlich mehr Stabilität finden und sich wieder näher an die Spitzenplätze heranarbeiten.