Spielberichte

Hüseyin Kilinc (Co-Trainer Sportclub Pottenstein): „Einstellung und Biss haben den Unterschied gemacht“

SC Berndorf
SC Pottenstein

In der 1. Klasse Süd drehte der SC Berndorf ein wildes Heimspiel gegen den Sportclub Pottenstein und gewann 4:3. Pottenstein führte nach 21 Minuten mit 2:0, ehe Berndorfs Vierfach-Torschütze Baran Kaplan das Match noch vor der Pause auf 3:2 stellte und nach Seitenwechsel sofort nachlegte. Co-Trainer Hüseyin Kilinc haderte nach dem Schlusspfiff mit mehreren Entscheidungen des Schiedsrichterteams, sprach aber auch Klartext zur eigenen Leistung: „Einstellung und Biss“ hätten am Ende gefehlt – der Blick geht dennoch nach vorne.

Mehrere Spieler bilden eine Mauer

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Vom 0:2 zum 4:3 – Berndorf dreht die Partie in zwei Schüben

Die Anfangsphase war ruhig, beide Teams tasteten sich ab. „Das Spiel hat sehr kontrolliert begonnen durch beide Mannschaften“, sagte Hüseyin Kilinc. Dann schlug Pottenstein eiskalt zu: Arlind Krasniqi stellte in Minute 17 auf 0:1, Benjamin Nebel legte nur vier Minuten später das 0:2 nach. Berndorf brauchte einen Moment – und fand dann seinen Torjäger. Baran Kaplan verkürzte in der 26. Minute auf 1:2 und traf in Minute 40 zum Ausgleich. Kurz vor dem Pausenpfiff drehte er die Partie komplett: 45.+4, 3:2 für Berndorf. „Beim letzten Corner vor der Pause waren wir nicht wirklich da, haben nicht ordentlich verteidigt“, ärgerte sich Kilinc über den Knackpunkt vor dem Halbzeitpfiff. Nach der Pause machte Kaplan in der 50. Minute sein viertes Tor zum 4:2, ehe Julian Nebel zwei Minuten später auf 4:3 stellte. Danach fiel kein weiterer Treffer – Berndorf brachte die knappe Führung über die Zeit.

„Gelb wäre ausreichend gewesen“ – Kilinc hadert mit Entscheidungen und übernimmt Verantwortung

Nach dem Spiel nahm der Pottenstein-Co-Trainer kein Blatt vor den Mund. Aus seiner Sicht gab es früh eine Szene, in der eine härtere Strafe angezeigt gewesen wäre. „Der entscheidende Moment war, dass der Schiedsrichter die rote Karte hätte zeigen müssen", sagte Kilinc und ergänzte selbstkritisch: „Und natürlich haben wir nach dem 2:0 nachgelassen.“ Auch mit mehreren Abseitsentscheidungen war er unzufrieden. „Alle drei waren sich nicht wirklich einig, gewisse Abseitsentscheidungen waren nicht richtig.“ In Minute 80 sah Kilinc selbst Rot. „Er hat mich sogar mit Rot ausgeschlossen. Eine Gelbe wäre ausreichend gewesen, ich habe nicht geschimpft oder beleidigt“, erklärte er. Trotz seiner Kritik bemühte er sich um einen versöhnlichen Ton: Fehler passierten, das sei menschlich, aber solche Situationen sollten das Spiel nicht in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Über den Gegner verlor er faire Worte: „Die haben Biss, die haben nicht aufgegeben. Berndorf hat die Tore gefunden, weil wir viele individuelle Fehler gemacht haben.“

Lehren für die nächste Woche: Einstellung schärfen, Kaderbreite nutzen, Grimmenstein wartet

Bei der Analyse sparte Kilinc seine eigene Mannschaft nicht aus. „Die meisten haben nicht die richtige Einstellung gehabt“, sagte er offen. Solche Tage gebe es, nun gehe es darum, rasch zu korrigieren. „Wir schauen in die Zukunft. Niederlagen gibt’s, die musst du hinnehmen, auch wenn’s schmerzt.“ Der Co-Trainer verweist auf die Breite des Kaders: „Wir haben sechzehn, siebzehn, achtzehn Mann. Jeder ist ersetzbar – wenn alle hundert Prozent geben, ist alles machbar nächste Woche auch.“ Nächster Gegner ist Tabellenführer Grimmenstein, und dafür hat Kilinc eine klare Marschroute: „Einstellung und Biss“ müssen stimmen – genau jene Tugenden, die nach seiner Meinung an diesem Tag den Ausschlag zugunsten von Berndorf gaben. Für Pottenstein heißt das: arbeiten, ordnen, antworten.

1. Klasse Süd: Berndorf : Pottenstein - 4:3 (3:2)

  • 52
    Julian Nebel 4:3
  • 50
    Baran Kaplan 4:2
  • 49
    Baran Kaplan 3:2
  • 40
    Baran Kaplan 2:2
  • 26
    Baran Kaplan 1:2
  • 21
    Benjamin Nebel 0:2
  • 17
    Arlind Krasniqi 0:1