In der 1. Klasse Süd läuft für den SV Grünbach eine Saison der kleinen Schritte: Nach 25 Spielen steht Rang 13 und ein Konto von 24 Punkten. Kapitän Matthias Winkler blickt nüchtern auf das, was passt – und das, was fehlt. "Angespannt, aber nicht hoffnungslos", fasst er die Stimmung zusammen. Besonders die Chancenverwertung und Entscheidungen im letzten Drittel bleiben Baustellen, während Einsatz und Zusammenhalt im Team stimmen. Personell ist der Kader fit, lediglich ein Gelb-Sünder fehlt gesperrt.

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Matthias Winkler findet klare Worte für das, was seine Mannschaft in dieser Saison zu oft liegen gelassen hat. "Potenzial für Verbesserungen gibt es auf jeden Fall bei der Chancenverwertung. Teilweise gehört auch die Entscheidungsfindung im letzten Drittel verbessert", sagt der Spieler. Das ist keine Abrechnung, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was in engen Spielen den Unterschied macht. Gleichzeitig betont er, dass der Grundcharakter der Truppe stimmt: "Vom Einsatz war’s von den meisten Spielern in Ordnung. Manchmal hat auch das nötige Glück gefehlt, weshalb wir jetzt dort stehen, wo wir stehen." Aus diesen Sätzen spricht keine Ausrede – vielmehr die Einsicht, dass Grünbach vieles richtig anlegt, sich aber zu selten belohnt. Genau dort will man ansetzen: ruhiger bleiben im Strafraum, den letzten Pass sauber spielen und in guten Momenten nicht zögern.
Die Entwicklung über die Runden zeigt ein stabiles, wenn auch mühsames Vorankommen. Vom elften Platz ganz zu Beginn rutschte Grünbach früh in Regionen um Rang 13 bis 14 und hält nun konstant den 13. Platz. Das klingt nüchtern, ist aber Ausdruck einer Liga, in der Kleinigkeiten entscheiden. "Angespannt, aber nicht hoffnungslos", beschreibt Winkler die Atmosphäre – eine Formulierung, die den inneren Kompass vorgibt: keine Panik, aber auch kein Schönreden. Positiv: Die Personallage ist gut. "Es sind alle fit. Einziger Fehlender ist mein Bruder, weil er die fünfte Gelbe hat", erklärt Winkler. Das gibt dem Trainer die Chance, ohne große Umbauten an Automatismen zu arbeiten und genau jene Abläufe zu schärfen, die vor dem Tor noch zu oft haken.
Wenn es um Maßstäbe geht, nennt Winkler ohne Umschweife zwei Adressen. "Über alle Spiele gesehen wahrscheinlich Grimmenstein. Wenn du zwölf ungeschlagene Spiele hintereinander hast, ist das beeindruckend", sagt er über den aktuellen Tabellenführer. Das deckt sich mit der Tabelle, in der Grimmenstein mit 52 Punkten vorneweg marschiert. Und auch der Blick auf die direkten Duelle im Herbst bleibt haften: "Am Platz hat mich im Herbst Pitten am meisten beeindruckt. Das war die stärkste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben." Dass Pitten derzeit auf Rang zwei liegt, untermauert die Einschätzung. Für Grünbach ist das weniger Vergleich als vielmehr Orientierung: Gegen die Topteams braucht es Effizienz, gegen die Nachbarn in der Tabelle das kalte Ende – genau dort, wo Winkler den Hebel ansetzt.
Während sportlich die To-dos auf der Hand liegen, herrscht im Umfeld Ruhe. "Nein", sagt Winkler knapp auf die Frage nach strukturellen Veränderungen – und auch mögliche Kaderbewegungen kommentiert er bewusst nicht: "Möglicherweise, aber das geht mich als Spieler nichts an." Dieses klare Trennen der Rollen ist kein Ausweichen, sondern Fokus aufs Tagesgeschäft: Training, Abläufe, Abschlüsse. Gleichzeitig öffnet der Verein die Türen: "Am 27. Juni findet bei uns in Grünbach das Fußball-Tennis-Turnier statt. Wir würden uns freuen, wenn Leute mitspielen oder zuschauen kommen." Ein kleines Zeichen, dass trotz sportlicher Anspannung das Miteinander lebt. Für die nächsten Wochen heißt das für Grünbach: Ruhe bewahren, vorne zielstrebiger werden – und die Punkte holen, die dieser Saison noch fehlen.