In der 1. Klasse Süd hat der SV Bad Erlach eine Saison mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern hinter sich. Nach einer Phase ganz vorne fiel die Mannschaft bis auf Rang sieben zurück. Trainer Mario Pürrer spricht offen über die Gründe und sieht vor allem in der Defensivarbeit, bei der Chancenverwertung und beim letzten Zug zum Tor die wichtigsten Punkte für den Sommer.
Ein Blick auf den Saisonverlauf zeigt, warum Pürrer die letzten Monate nicht einfach nur an der Endplatzierung festmacht. Bad Erlach startete mit den Rängen 13 und 14 holprig in die Spielzeit, arbeitete sich dann aber Woche für Woche nach vorne und stand zwischen Runde neun und elf sogar an der Spitze. Genau deshalb wirkt der Schlussrang sieben mit 37 Punkten fast wie ein kleiner Bruch. Vor allem die letzten Wochen ließen die Mannschaft noch etwas abrutschen. Auf das 1:3 gegen SC Hochwolkersdorf folgten ein 1:1 gegen SV Grimmenstein, ein 1:4 gegen SVg Pitten, ein 2:2 gegen Scheiblingkirchen II und ein 1:1 gegen SC Pottenstein. Pürrer sprach die Veränderung gegenüber der ersten Saisonhälfte direkt an: "Im Gegensatz zur Hinrunde war in der Rückrunde am Anfang ein bisschen Nervosität drin." Für den Trainer war das kein Nebenthema, sondern ein Punkt, der sich auf die Ergebnisse und auf die gesamte Rückrunde ausgewirkt hat.
Besonders klar wurde Pürrer bei den Baustellen, die er in den kommenden Wochen angehen will. "Wir waren diesmal nicht so defensiv stabil, wie wir sonst gewesen sind", sagte der Bad-Erlach-Coach und legte damit den Finger auf einen Bereich, der für ihn entscheidend ist. Gleichzeitig sieht er auch nach vorne noch Luft nach oben. "Wir haben sicher mehr Torchancen gehabt als in der Hinrunde. Genau dort müssen wir weiterarbeiten." Es geht also nicht nur darum, hinten wieder kompakter zu werden, sondern auch darum, aus vorhandenen Möglichkeiten mehr zu machen. Wie genau der Weg dorthin aussieht, wollte Pürrer öffentlich nicht im Detail ausrollen. "Es werden ein paar Schritte sein. Ich möchte das jetzt nicht in die Öffentlichkeit bringen. Aber genau dort, wo wir stabiler werden müssen, werden wir ansetzen", erklärte er. Dabei nannte er die Gruppen- und Einzeltaktik ebenso wie die grundsätzliche Mannschaftstaktik. Dazu kommt für ihn ein weiterer Punkt, der über den reinen Matchplan hinausgeht: "Wichtig wird auch die taktische Flexibilität sein und die Entwicklung der ganzen Mannschaft."
Trotz der durchwachsenen Resultate zum Schluss sieht Pürrer den Verein nicht in schlechter Verfassung. "Im Verein herrscht immer sehr positive Stimmung", betonte er, auch wenn die letzten acht oder neun Ergebnisse für ihn "nicht zufriedenstellend" waren. Gerade die vielen Unentschieden hätten die Mannschaft nicht schnell genug weitergebracht. Seine Kernaussage fiel dennoch sehr deutlich aus: "Der Punkt ist der Wille für mehr. Wille für mehr in der Hinsicht, dass wir unbedingt das Tor schießen möchten, den unbedingten Willen zum Sieg." Gleichzeitig richtet sich der Blick schon auf die nächste Saison. Pürrer erwartet wieder junge Spieler aus der U16, die Potenzial mitbringen, und sagte dazu: "Wenn sie dranbleiben, werden wir mit diesen Spielern sehr viel Freude haben." Sorgen bereiten dagegen die Verletzungen. Bernd Besenlehner ist nach längerer Pause zumindest wieder im Training beim Aufwärmen dabei, bei Filip Alilovic wurde nach dem letzten Spiel ein Riss des vorderen Kreuzbandes festgestellt, und Alexander Kriegler fällt mit einem Knorpelschaden ebenfalls lange aus. Pürrer hofft, dass die Langzeitverletzten im Sommer Schritt für Schritt zurückkommen. Dass die Liga insgesamt eng war, hat er ebenfalls genau registriert. Besonders ASK Trumau imponierte ihm in der Rückrunde mit seiner "spielstarken Dynamik", dazu lobte er bei SC Zöbern und SV Grünbach die defensive Stabilität und das Umschaltverhalten. Für Bad Erlach ist damit klar, worauf es in der Sommervorbereitung ankommen wird: die gute Entwicklung der Mannschaft fortsetzen, defensiv wieder sicherer werden und vorne entschlossener auftreten.