In der 1. Klasse West-Mitte lieferte die USG Alpenvorland gegen den Tabellenzweiten USV Eichgraben ein wildes 6:3 ab. Nach 1:3-Rückstand drehte die Heimelf die Partie binnen gut einer halben Stunde – auch dank eines außergewöhnlichen Ausgleichs per indirektem Freistoß. Co-Trainer Helmut Aigner erklärte danach die Grundlage des Comebacks klar und deutlich: „Die mentale Bereitschaft hat uns getragen. Wir haben nie aufgehört zu glauben.“

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Alpenvorland erwischte einen wackligen Beginn. Eichgraben schlug rasch zu, Fabio Hickersberger stellte nach drei Minuten auf 0:1. „Die Anfangsphase war sehr schlecht aus unserer Sicht. Wir sind relativ früh in Rückstand geraten“, sagte Helmut Aigner. Die Hausherren schüttelten sich und fanden allmählich hinein. Der Ausgleich durch Adam Benedik (27.) war die verdiente Antwort in dieser Phase, doch die Gäste blieben eiskalt: Mehmet Ciftcisoy brachte Eichgraben wenig später wieder voran (34.). Zur Pause stand es 1:2, und Aigner sprach offen über die erste Hälfte: „Wir waren in der ersten Halbzeit etwas unterlegen, natürlich sehr nervös. Den Glauben an uns haben wir aber nie verloren.“ Dieser Satz passte zum Gesamtbild: Trotz Rückschlags blieb das Heimteam dran, hielt die Partie offen und wartete auf seine Chance.
Nach dem Seitenwechsel kassierte Alpenvorland zunächst den nächsten Nackenschlag: Wieder schlug Ciftcisoy zu, das 1:3 fiel kurz nach Wiederbeginn (51.). „Wir haben leider nach der Pause das 1:3 bekommen, da war ein bisschen die Luft draußen“, gab Aigner zu. Doch genau dann kippte die Geschichte. Alexander Schnetzinger verkürzte auf 2:3 (56.), und wenig später spielten die Hausherren in Überzahl. Die Schlüsselstelle des Abends beschrieb der Co-Trainer ausführlich: „Der indirekte Freistoß am Fünfer nach Kritik des Torhüters war die entscheidende Szene. Den haben wir zum 3:3 genutzt.“ Den Ausgleich markierte Martin Slabjar in Minute 61. Mit dem Momentum im Rücken legte Alpenvorland nach: Njabulo Mpofu drehte die Partie auf 4:3 (65.). Danach sorgte Joker Jakub Stefancin für klare Verhältnisse, traf in der 76. zum 5:3 und legte in der 86. das 6:3 nach. „Mit einem Spieler mehr und dem Momentum auf unserer Seite haben wir das Spiel auf unsere Seite gezogen und die nötigen Tore geschossen“, fasste Aigner die Schlussphase zusammen.
Warum das Comeback gelang, beantwortete Aigner ohne Umschweife: „Die größte Stärke war eindeutig die mentale Bereitschaft, alles für den Sieg zu geben.“ Seine Begründung reichte über das Spiel hinaus: „Wir wussten, dass im Parallelspiel in Schönfeld nichts für uns gelaufen ist. Nach dem 1:3 waren wir schon abgestiegen – und trotzdem haben wir uns zurückgekämpft. Trainer, Zuschauer, Spieler, alle haben gearbeitet.“ Zum Gegner fand er respektvolle Worte: „Eichgraben ist eine kompakte, gute Mannschaft. Vorne sind sie absolut kaltschnäuzig und haben extrem gute Qualität. Da muss man sehr wach sein.“ Auch das Schiedsrichterteam bekam Lob: „Von meiner Seite gab es keine strittigen Szenen. Eindeutig ein Top-Schiri.“ Am Ende wurde es emotional, denn Aigner kündigte seinen Rückzug als Co-Trainer an: „Jetzt feiern wir. Ich werde mich von meiner Position zurückziehen und die Zeit mit unserem Team und unserem Trainer einfach genießen.“ Ein Dank ging noch an die Tribüne: „Wir hatten heute einen tollen Zuschauerzuspruch, sie haben bis zur letzten Minute mitgezogen. So ein Endspiel erlebt man vielleicht nur ein-, zweimal in der Karriere.“