Spielberichte

„Mit Platz sieben sind wir zufrieden“ – Marschik sieht beim FC Kapelln trotz verpassten fünften Rangs eine ordentliche Saison

FC Kapelln

Nach dem 1:3 gegen TSU Hafnerbach zieht FC Kapelln in der 1. Klasse West-Mitte einen nüchternen Schlussstrich unter die Saison. Trainer Helmut Marschik spricht von einer Rückrunde, die zu Beginn stark vom Verletzungspech geprägt war, hält Rang sieben aber für eine ordentliche Endabrechnung. Dass mit einem besseren letzten Spiel sogar noch Platz fünf möglich gewesen wäre, bleibt für ihn trotzdem ein kleiner Wermutstropfen.

Torwart greift zur Trinkflasche

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Verletzungspech bremste Kapelln im Frühjahr

Der siebente Platz passt für Marschik in der Gesamtbetrachtung, auch wenn er die Saison nicht einfach als glatt gelaufen einordnet. Gerade im Frühjahr habe seine Mannschaft zunächst einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen. „Wir hatten im Frühjahr am Anfang sehr viel Verletzungspech, deshalb haben wir die Spiele nicht gewonnen“, sagt der Trainer. Dass Kapelln danach aber wieder in die Spur fand, gehört für ihn genauso zur Geschichte dieser Saison. „Es ist dann immer besser geworden, wir haben dann die Punkte wieder gemacht.“ Ein Blick auf den Verlauf unterstreicht das: Nach drei Runden stand Kapelln sogar einmal ganz vorne, auch später bewegte sich die Mannschaft lange im vorderen Bereich, ehe sie sich am Ende auf Rang sieben einpendelte. In den letzten fünf Spielen war diese Schwankung noch einmal zu sehen. Auf drei Niederlagen in Serie folgte das 4:3 bei SV Ratzersdorf, ehe zum Abschluss das 1:3 gegen Hafnerbach kam.

Der letzte Eindruck schmerzt, die Stimmung aber stimmt

Genau dieses letzte Spiel ist der Punkt, an dem Marschik noch einmal ansetzt. Mit Platz sieben kann er leben, mit der verpassten Chance ganz zum Schluss weniger. „Im Großen und Ganzen sind wir mit dem siebten Platz zufrieden, obwohl ich es trotzdem schade finde, dass wir das letzte Spiel verloren haben, weil doch der fünfte Platz drin gewesen wäre“, sagt er. Darin steckt viel von der Gefühlslage beim FC Kapelln: keine Unzufriedenheit mit der ganzen Saison, aber schon das Gefühl, dass in der Endabrechnung noch ein bisschen mehr möglich gewesen wäre. Dass die Stimmung darunter nicht gelitten hat, betont der Trainer ausdrücklich. „Die Stimmung ist sehr gut“, sagt Marschik und verweist auf das gemeinsame Abschlusstraining, bei dem alle Spieler gekommen seien. Auch im Umfeld sei die Lage ruhig. „Im Verein passt alles. Es gibt keine Beschwerden. Es ist ein gut geführter, kleiner, familiärer Betrieb.“ Dazu kommt, dass es im Betreuerteam oder in der Struktur keine Veränderungen gegeben hat.

Ein fast kompletter Kader und klare Baustellen im Sommer

In der Kaderplanung setzt Kapelln vor allem auf Kontinuität. Marschik spricht von drei Abgängen wovon zwei Spieler aufhören. Paul Pfeiffer und Florian Nussbaumer werden nicht mehr weitermachen und die Schuhe am Nagel hängen, bei Hannes Loidolt deutet sich ebenfalls ein Abschied an. Der Trainer erklärt das vor allem mit der beruflichen Situation: Es gehe sich zeitlich nicht mehr so aus. Gleichzeitig soll das Grundgerüst erhalten bleiben. „Ansonsten bleibt der ganze Kader“, sagt Marschik, der bei möglichen Neuzugängen noch keine Namen nennen will. Zusagen gebe es bereits, offiziell werde das aber erst, wenn auch die Freigaben vorliegen. Bei den verletzten Spielern sieht es zumindest teilweise besser aus als noch vor einigen Wochen. Martin Lukic soll im Sommer wieder fit sein und den Trainingsstart komplett normal mitmachen können. Ein weiterer Spieler trainiert nach einer Schulteroperation bereits wieder mit und soll bis zum Sommer ebenfalls voll belastbar sein. Schwerer wiegt der Ausfall von David Zofall, der nach einem Kreuzbandriss noch rund drei Vierteljahr fehlen wird. „Das ist schade, aber das ist leider Fußball“, sagt Marschik. Der gesamte Verein wünscht ihm das Beste und eine rasche Genesung.

Respekt vor den Spitzenklubs, Bedauern über ein verlorenes Derby

Wenn Marschik auf die Liga blickt, spricht er mit Respekt über die Konkurrenz. Für ihn ist klar, dass FC Ober-Grafendorf den Titel verdient geholt hat. „Das sieht man auch an der Tabelle und an den Punkten“, sagt der Kapelln-Trainer. Beeindruckt habe ihn aber auch USV Eichgraben, das Ober-Grafendorf lange Paroli geboten habe und für Marschik ohnehin zu den stärksten Mannschaften zählte. Auch USC Mank habe im Frühjahr wieder sehr gut gespielt. Diese Einordnung zeigt, wie Marschik die Saison seines Teams bewertet: Kapelln war solide unterwegs, aber an den ganz konstanten Spitzenmannschaften fehlte am Ende doch ein Stück. Einen Punkt spricht er darüber hinaus noch mit spürbarem Bedauern an: den Abstieg von SKVg Pottenbrunn. „Das tut uns natürlich sehr weh. Das ist doch ein Derby für uns und das ist wirklich sehr, sehr schade“, sagt Marschik.