In der 1. Klasse West-Mitte hat FCU Gerersdorf/E. zum Auftakt ein wildes 5:4 gegen SV Karlstetten/Neidling gefeiert. Nach 1:1 zur Pause lagen die Gastgeber kurz nach Wiederbeginn schon 1:3 hinten, drehten das Derby aber noch. Für Obmann Franz Haiderer waren vor allem die schnellen Antworten nach dem Rückstand entscheidend: „Die zwei Tore zum 3:3 waren für uns wichtig.“

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Der Abend begann für FCU Gerersdorf/E. alles andere als ideal. SV Karlstetten/Neidling ging schon in der 10. Minute durch Mathias Luger mit 1:0 in Führung und hatte damit früh das erste Ausrufezeichen gesetzt. Franz Haiderer sah trotzdem keine Partie, in der seine Mannschaft den Faden verlor. Im Gegenteil: „Wir haben vor der Pause trotzdem noch Gott sei Dank den Ausgleich erzielen können, obwohl wir eigentlich die besseren Chancen gehabt hätten.“ Dieser Ausgleich fiel in der 39. Minute durch Alyas Hamkar, und genau daran knüpfte Haiderer auch seine Einordnung der ersten Hälfte. „Normal hätten wir zur Pause mit zwei, drei Toren schon führen können“, sagte der Obmann, der seine Mannschaft bis dahin eher vorne sah. Mit dem 1:1 war zur Pause noch alles offen, doch nach dem Seitenwechsel bekam FCU Gerersdorf/E. binnen weniger Minuten den nächsten Dämpfer. Tobias Zuser stellte in der 48. Minute auf 2:1 für SV Karlstetten/Neidling, Dusan Majkic erhöhte nur vier Minuten später auf 3:1. Da war das Derby mit einem Schlag wieder in eine ganz andere Richtung gekippt.
Gerade diese Phase nach dem 1:3 blieb Haiderer besonders im Kopf, weil seine Mannschaft dort zunächst selbst nicht mehr an die Wende glaubte. „Da haben wir eigentlich nicht mehr daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können“, sagte er offen. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass FCU Gerersdorf/E. sofort eine Antwort fand. Lirak Krasniqi verkürzte in der 55. Minute auf 2:3, und als Alyas Hamkar in der 61. Minute den Ausgleich zum 3:3 machte, war das Derby endgültig wieder offen. Haiderer hielt genau diese Minuten für den Wendepunkt: „Wenn uns das nicht gelungen wäre und man einem Rückstand von 3:1 nachläuft, dann wird das natürlich schwierig.“ Stattdessen habe die Mannschaft „frischen Mut geschöpft“, wie er sagte. Dass FCU Gerersdorf/E. in dieser Phase wieder ans Spiel glaubte, zeigte sich später auch auf der Anzeigetafel. In der 77. Minute drehte Ahmet Oguz die Partie mit dem 4:3 endgültig. „Wie wir dann das 4:3 erzielt haben, habe ich schon geglaubt, dass wir das für uns entscheiden können“, so Haiderer. Aus einem Spiel, das kurz nach der Pause schon fast weg schien, war innerhalb weniger Minuten wieder ein offener Schlagabtausch geworden.
Ganz entschieden war das Derby damit noch nicht, auch wenn FCU Gerersdorf/E. nun klar Rückenwind hatte. Nur eine Minute nach dem 4:3 sah Tobias Zuser von SV Karlstetten/Neidling die Rote Karte. Haiderer bewertete die Szene nüchtern und ohne großes Nachtreten. „Der Schiedsrichter war im Prinzip okay. Karlstetten hat mit der roten Karte gehadert, die war vielleicht ein bisschen hart. Aber ich glaube, sie war nicht spielentscheidend“, meinte er. Für die Entscheidung auf dem Spielbericht sorgte dann in der 86. Minute erneut Alyas Hamkar, der mit seinem dritten Treffer auf 5:3 stellte. Damit war der Hattrick des Angreifers komplett, und Haiderer sprach davon, dass mit diesem Tor „der Deckel drauf“ gewesen sei. Ganz vorbei war es trotzdem noch nicht, weil Özgür Aslan in der 88. Minute für SV Karlstetten/Neidling noch auf 4:5 verkürzte. Mehr passierte aber nicht mehr, und so blieb FCU Gerersdorf/E. der Sieger eines offenen Derbys. Haiderer führte den Erfolg vor allem auf die letzten zwanzig Minuten zurück. „Ich glaube, dass wir von der konditionellen Seite her etwas besser waren. Wir haben in den letzten zwanzig Minuten die besseren Kräfte gehabt“, sagte er. Verbesserungsbedarf sieht er trotz des Auftaktsieges überall ein Stück weit, ohne einen Mannschaftsteil herauszuheben. Nach dem ersten Spiel nach der Sommerpause überwog für ihn deshalb vor allem eines: „Insgesamt war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Heute bin ich glücklich.“