In der 1. Klasse West feierte der SV Raika Essmeister Neumarkt nach Rückstand einen 5:3-Heimsieg gegen Union Haag. Nach früher Führung und verpassten Chancen lag Neumarkt zur Pause 2:3 zurück, drehte nach dem Seitenwechsel aber auf und traf noch dreimal. Obmann Thomas Stadler sprach von einer „starken Antwort nach der Pause“, hob den stabilisierenden Wechsel von Lukas Blauensteiner hervor und betonte das Kollektiv als Unterschied. Matteo Wagner (2), Marek Netolicky und der späte Jakob Gundacker trugen die Wende.

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Neumarkt erwischte den besseren Start und ging früh durch Matteo Wagner in der 9. Minute mit 1:0 in Führung. Danach ließ der Gastgeber mehrere gute Möglichkeiten aus – und Haag blieb mit schnellen Umschaltmomenten brandgefährlich. Jonas Reitner glich in Minute 23 aus, Peter Schöllhammer drehte die Partie nach 29 Minuten, ehe Jakub Mikula kurz vor der Pause (43.) zum 2:2 traf. Statt Sicherheit brachte das aber noch keinen Schwung: Tobias Wahringer stellte praktisch mit dem Pausenpfiff (45.) auf 2:3. „Wir waren von Anfang an feldüberlegen, aber nach dem 1:0 haben wir hundertprozentige Chancen liegen lassen“, sagte Obmann Thomas Stadler. „Haag hat aufopferungsvoll gespielt und mit gut vorgetragenen Kontern Nadelstiche gesetzt. Unsere Verteidigung war in der ersten Halbzeit schon in Sommerpause – bei der Hitze war das 2:3 zur Pause aus unserer Sicht verdient.“
Trainer Patrick Huber reagierte in der Kabine. „Patrick hat Lukas Blauensteiner gebracht, das hat uns hinten stabilisiert“, erklärte Stadler und lobte zugleich die Reaktion seiner Elf: „Ich muss den Jungs ein großes Lob aussprechen, wie sie die Ergebniskorrektur geschafft haben und als Sieger mit 5:3 vom Platz gegangen sind.“ Auf dem Feld folgte die passende Antwort: Matteo Wagner traf in der 56. Minute zum 3:3, Neumarkt blieb am Drücker, und Marek Netolicky stellte nach 71 Minuten auf 4:3. „Marek hat mit seinem Tor eine Duftmarke gesetzt“, so Stadler. In der Nachspielzeit machte Jakob Gundacker mit dem 5:3 (90.+2) endgültig zu. Für Stadler lag der Schlüssel klar: „Der entscheidende Punkt war unser starkes Kollektiv. Wir können immer aus der Breite schöpfen, wir sind schwer zu besiegen.“ Verbesserungspotenzial sieht er dennoch: „Im letzten Drittel müssen die Pässe genauer werden und die Eins-gegen-eins-Situationen mit dem Tormann konsequenter genutzt werden.“
Trotz Niederlage fand Stadler deutliche Anerkennung für den Gegner: „Ich muss Union Haag gratulieren. Sie haben frei aufgespielt, ihnen ist viel gelungen, und sie haben uns mit ihren Angriffen richtig gefordert. Ich wünsche ihnen, dass sie so zusammenbleiben und den Wiederaufstieg schaffen.“ Auch das Schiedsrichterteam bekam gute Noten: „Das Schiedsrichterteam war sehr gut. Es gab keine strittigen Situationen, und die Karten waren gerechtfertigt.“ Die Kulisse tat ihr Übriges. „Es war Spannung pur bis zum Schluss. Bei jedem Tor wurde frenetisch gejubelt – auf beiden Seiten“, schilderte der Obmann.
Mit dem Dreier hält Neumarkt in der engen Spitzengruppe Anschluss und ist aktuell Dritter (42 Punkte), Haag bleibt Schlusslicht (15). Für Neumarkt war es ein Sieg des Willens – und einer, der Selbstvertrauen für die nächsten Wochen geben kann.