Spielberichte

„Nach der Führung haben wir die Gegentore viel zu schnell bekommen“ – Neumarkt rettet gegen Grein noch ein 3:3

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SV Neumarkt
TSV Grein

In der 1. Klasse West hat sich SV Raika Essmeister Neumarkt in einer wechselhaften Partie von TSV Meisl Grein mit 3:3 getrennt. Nach zweimaliger Führung und einem späten Rückstand holten die Gastgeber in der Nachspielzeit noch einen Punkt. Trainer Patrick Gruber sah vor allem die schnellen Gegentore nach eigenen Führungen als Knackpunkt, sprach am Ende aber von einem gerechten Ergebnis.

Eckball - Blick von der Eckfahne auf den fliegenden Ball und die Beine des Spielers

Image by Sepp from Pixabay

Neumarkt kommt gut hinein und gibt die erste Führung rasch wieder her

Die Partie begann nach Einschätzung von Patrick Gruber zunächst auf Augenhöhe, ehe seine Mannschaft in der ersten Halbzeit immer mehr Zugriff bekam. „Das Spiel war in der Anfangsphase sehr ausgeglichen. Wir haben dann in der ersten Halbzeit immer mehr Spielanteile bekommen und das Spiel eigentlich gut kontrolliert“, sagte der Neumarkt-Trainer. Belohnt wurde dieser Abschnitt früh: In der 6. Minute gingen die Gastgeber mit 1:0 in Führung, der Treffer wurde als Eigentor von David Mistelbauer gewertet. Lange halten konnte Neumarkt den Vorsprung aber nicht. Schon in der 13. Minute fiel das 1:1, diesmal durch ein Eigentor von Benedikt Grünberger. Genau dieser Verlauf störte Gruber besonders. „Wir haben es leider nicht geschafft, dass wir die Führung ein bisschen länger halten“, sagte er. Trotzdem war er mit dem Auftritt seiner Mannschaft vor der Pause durchaus einverstanden. Neumarkt war für ihn „die spielbestimmende Mannschaft“, ließ aus den eigenen Vorteilen aber zu wenig Zählbares entstehen. So blieb es trotz ordentlicher erster Hälfte beim 1:1 zur Pause.

Auch nach dem 2:1 folgt sofort die Antwort von Grein

Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel laut Gruber in eine offene Richtung. „In der zweiten Halbzeit war es dann eine sehr offene Partie, sehr ausgeglichen“, beschrieb er die Phase nach dem Wechsel. Neumarkt legte in der 59. Minute dennoch wieder vor, als Leon Wertgarner das 2:1 erzielte. Doch auch diesmal hielt der Vorsprung kaum. Bereits in der 62. Minute stellte Dmytro Kyrychenko auf 2:2. Für Gruber waren genau diese Minuten entscheidend für den Ausgang der Begegnung. „Die entscheidenden Tore waren ganz sicher die schnellen Gegentore, nachdem wir in Führung gegangen sind. Wir hätten die Führung länger halten müssen, damit der Gegner mehr aufmachen muss und wir dann in die Kontersituationen kommen können“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass die Gegentreffer zu leicht hergeschenkt wurden. „Bei beiden Gegentoren haben wir durch Eigenfehler im Spielaufbau den Gegner eingeladen und es ihnen viel zu einfach gemacht.“ Damit blieb eine Partie, in der Neumarkt laut Trainer mit Ball deutlich besser agierte als zuletzt, weiter völlig offen.

Kyrychenko dreht das Spiel, Grabner rettet in der Nachspielzeit

Als Kyrychenko in der 83. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das 2:3 für die Gäste machte, stand Neumarkt kurz vor einer Niederlage, die sich nach dem Verlauf besonders bitter angefühlt hätte. Gruber sprach in dieser Phase davon, dass seine Mannschaft „sehr unglücklich sogar in Rückstand geraten“ sei. Dass es dennoch noch zu einem Punkt reichte, schrieb er vor allem der Einstellung seines Teams zu. „Die Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft und dran geglaubt“, sagte der Trainer. In der Nachspielzeit wurde dieser Aufwand dann noch belohnt: Daniel Grabner traf in der 91. Minute zum 3:3 und setzte damit den Schlusspunkt unter eine Partie, in der Neumarkt zweimal führte, zwischenzeitlich zurücklag und sich den Punkt am Ende noch zurückholte. Gruber brachte seine Sicht auf den Ausgang klar auf den Punkt: „Nachdem wir kurz vor Schluss in Rückstand geraten sind und dann in der letzten Minute den Ausgleich gemacht haben, müssen wir mit dem Punkt natürlich auch irgendwo gut leben.“

Mit Ball verbessert, hinten aber weiter zu fehleranfällig

Über das Ergebnis hinaus sah Gruber einige Ansätze, auf denen Neumarkt aufbauen kann. „Das Spiel mit Ball war deutlich besser als in den letzten zwei Spielen“, erklärte er und betonte auch die Haltung seiner Mannschaft: „Wir waren sehr aggressiv. Es hat wirklich jeder alles gegeben. Die Grundtugenden im Fußball waren dieses Mal wieder absolut vorhanden.“ Umso höher bewertete er den Auftritt, weil Neumarkt erneut einige Ausfälle zu verkraften hatte. Gleichzeitig blieb der Trainer in der Analyse deutlich. „Wir müssen natürlich unbedingt diese Eigenfehler in der Defensive abstellen, weil wir zurzeit viel zu einfach die Gegentore bekommen“, sagte Gruber. Sonst werde es in dieser Liga schwer, Spiele zu gewinnen. Den Gegner ordnete er ebenfalls positiv ein: „Grein ist eine sehr gute Mannschaft, die individuell vor allem offensiv sehr gut besetzt ist und gute Einzelspieler hat.“ Dass es trotzdem beim 3:3 blieb, passte für ihn unterm Strich. „Ich denke, die Chancen waren relativ gleich verteilt und über 90 Minuten dann auch die Spielanteile. Deswegen ist das Unentschieden auch das gerechte Ergebnis.“ Für Neumarkt bleibt damit ein Punkt, der nach dem späten Ausgleich noch zählt, aber auch ein klarer Hinweis darauf, woran in den kommenden Spielen gearbeitet werden muss.

1. Klasse West: SV Neumarkt : TSV Grein - 3:3 (1:1)

  • 91
    Daniel Grabner 3:3
  • 83
    Dmytro Kyrychenko 2:3
  • 62
    Dmytro Kyrychenko 2:2
  • 59
    Leon Wertgarner 2:1
  • 13
    Eigentor durch Benedikt Grünberger 1:1
  • 6
    Eigentor durch David Mistelbauer 1:0