Freitagabend traf der SC Fortuna Wr. Neustadt auf den SV Langenrohr. Der Erstgenannte hatte soweit in der Rückrunde noch nicht verloren und am vergangenen Wochenende vom Derby in Scheiblingkirchen ein Remis entführt. Der starke Auftritt beim Tabellenführer ließ die Mannschaft mit viel Selbstvertrauen in das nun anstehende Match gehen. Von einer breiten Brust war beim Kontrahenten gar nichts zu sehen, trotz des dritten Platzes im Klassement. Die jüngste Abfuhr vor den eigenen Fans im Duell mit dem Schlusslicht aus Schrems tat noch immer gehörig weh. Umso überraschender kam nun der Triumph in der Ferne zustande.
Etwa 300 Zuschauer nahmen in der Ergo Arena Platz. Zuversichtlich fanden sie sich ein. Die bisherige Performance in der Frühjahrssaison schraubte die Erwartungen hoch. Dementsprechend hofften die lokalen Fans darauf, dass ihre Burschen an die Leistungen anknüpfen können. Das angereiste Team schien da genau gelegen zu kommen. Von den Ergebnissen her durfte man einen angeschlagenen Boxer erwarten. Dann stellte sich mal wieder heraus, dass jede Partie bei Null beginnt und erst gespielt werden muss. In der unmittelbaren Auftaktphase legte die angereiste Mannschaft direkt vor. Eiskalt nutzten sie einen Aufbaufehler der Hausherren aus. Tobias Liebhaber krallte sich den Ball und blieb im Abschluss cool. So einen Start wünscht man sich natürlich herbei, wenn man in einem Tief steckt. Mit dem Wissen um die Führung hielt die Truppe von August Baumühlner kräftig dagegen. Die Führung wollte sie nun so lange wie möglich verteidigen. Es dauerte rund eine Viertelstunde, bis die Heimischen das Kommando übernahmen. Oliver Knezevic und Christopher Tvrdy scheiterten unter anderem. Insgesamt bekamen die Anwesenden bis auf den Treffer in dem Durchgang aber nicht viel Aufregendes geboten.
Die vorne liegende Mannschaft durfte in der Halbzeit absolut zufrieden sein. Wenn ihnen vor der Partie dieser Halbzeitstand angeboten worden wäre, hätten sie wohl sofort unterschrieben. Die Defensive stand und aufgrund einer mehr oder weniger perfekten Chancenverwertung lag man vorne. Diese Effizienz braucht es gerade in einer schwierigen Phase. Mit dem Resultat im Rücken kehrten sie hoffnungsfroh auf den Rasen zurück. An die Hälfte anknüpfen, dann sollte da echt etwas drinnen sein. So lautete das Motto. Wr. Neustadt rannte an und probierte. Speziell Eray Mehmedali dribbelte sich immer wieder in den Fokus. Die Gäste nahmen den Kampf an und stellten sich den rollenden Angriffen entgegen. Besonders überzeugte Keeper Lukas Fila. Der Schlussmann verkörperte Ruhe sowie Sicherheit. Diese Ausstrahlung übertrug sich auf die gesamte Hintermannschaft und so klärten sie mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung tatsächlich sämtliche brenzlige Situationen. Die Langenrohrer beeindruckten in dem Match echt mit ihrer Mentalität. Geschickt, aber auch mit der notwendigen Portion Glück, brachten sie den Sieg über die Ziellinie. Damit zeigte der Club sensationell auf und steht nun ex aequo auf dem zweiten Rang im Klassement.
August Baumühlner (Trainer SV Langenrohr):
„Natürlich lief es in den letzten Runden nicht wie gewünscht. Umso wichtiger, dass uns der volle Erfolg gelang. Die Burschen traten in der Begegnung von der Einsatzbereitschaft her so auf, wie ich es mir erwarte. Ein ganz besonderes Lob verdient sich unser Handschuh. Herausragend, wie Lukas Fila alles entschärfte.“
Der Beste: Lukas Fila (Torhüter SV Langenrohr)