Samstagnachmittag standen sich SCU-GLD Kilb und die SG Ardagger/Neustadtl gegenüber. Der Erstgenannte lief noch immer einem Triumph in der Frühjahrssaison hinterher. Soweit hatten nur die Unentschieden in den Duellen mit Wieselburg sowie Ortmann rausgeschaut. Beim aktuellen Kontrahenten gestaltete sich die Situation genau andersrum. Er gehörte absolut zu den Teams der Stunde. Nach der Winterpause war er bisher zu drei Siegen und einem Remis gekommen. Daran wollte er unbedingt anknüpfen. Es klappte. Dank eines Last-Minute-Tores gelang es ihm, die Oberhand zu behalten.
Etwa 260 Zuschauer besuchten das Waldstadion. Die ortsansässigen Fans wünschten sich etwas vom Osterhasen, nämlich einen vollen Erfolg. Sie warteten ihrer Meinung nach im neuen Jahr jetzt schon lange genug auf den Befreiungsschlag. Vor allem ging ja mittlerweile auch schon etwas die Abstiegsangst rund um den Verein um. Bekanntermaßen kann man sich von den hintersten Tabellenregionen lediglich dann entfernen, wenn man gewinnt. Somit wurde es höchste Eisenbahn. Umso enttäuschender verlief der Auftakt. Die Auswärtsmannschaft bekam nach rund einer Viertelstunde einen Elfmeter zugesprochen. Kaltrim Berisha übernahm Verantwortung und schoss seine Farben in Front. Zehn Minuten später kam es noch besser. Florian Rusch erhöhte. Die Heimischen mussten den doppelten Rückschlag mal sacken lassen, ehe sie sich in weiterer Folge doch recht schnell fingen. Tatsächlich belohnten sie sich rasch. Felix Bass scorte und die Hoffnung kehrte zurück. Die Hälfte dauerte noch ein paar Momente. Mit dem hauchdünnen Rückstand der Hausherren pfiff der Referee den Durchgang ab.
Die Kilber fanden sich aufgrund des Anschlusstreffers mit einem positiven Gefühl in der Kabine ein. Dort legten sie sich die Taktik für die restliche Spielzeit zurecht. Das Momentum lag jetzt natürlich auf ihrer Seite. Die Truppe von Trainer Paul Scharner kehrte auf den Rasen zurück. Sie probierte und lief an. Der Gegner hielt dagegen. Er rief die Grundtugenden wie Lauf- oder Einsatzbereitschaft recht konsequent ab. Trotzdem schaffte er es nicht, den Ausgleich zu verhindern. Der Akteur, der verkürzt hatte, beförderte die Wuchtel per Strafstoß ein weiteres Mal in das Gehäuse. Die Tribüne bebte, solche Emotionen möchte man sehen! Die Anwesenden wurden Zeugen eines sensationellen Comebacks. Zwanzig Minuten wies die Matchuhr noch zum Absolvieren aus. Die Heimfans spekulierten mehr denn je mit dem ersten Dreier in der Rückrunde. Ihre Burschen erarbeiteten sich Chancen. Schließlich brach schon die unmittelbare Endphase an. Dem Gastgeber fehlten bei einem Versuch lediglich ein paar Zentimeter. Bitter, es rächte sich doppelt. Die angereiste Mannschaft bekam einen Eckball zugesprochen. Daniel Scharner schlug eiskalt zu und stellte das finale Resultat her. Der Siegestorschütze ist der Cousin von Kilbs Coach. Das sind wieder Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt. Während der routinierte Verteidiger jubelte, fing sich das andere Familienmitglied auf der Betreuerbank noch Gelb-Rot ein. Gleich darauf war Schluss. Ardagger kraxelt im Klassement weiter empor und liegt jetzt schon direkt hinter den Top Five.
Michael Unterberger (Trainer SG Ardagger/Neustadtl):
„Die erste Halbzeit gehörte uns. Anstatt, dass wir das dritte Tor machen, verkürzte der Kontrahent jedoch. Nach dem 2:2 gab es einen offenen Schlagabtausch. Da ist das Spiel auf des Messers Schneide gestanden. Leider ließen wir zu viele Umschaltsituationen ungenützt. Schön, dass sich der Sieg trotzdem noch ausging.“
Der Beste: Thomas Grubhofer (Verteidigung SG Ardagger/Neustadtl)