Freitagabend empfing der SV Stockerau die SKN St. Pölten Amateure. Der Erstgenannte kam trotz Kampf um den Ligaverbleib in den letzten Wochen immer besser in Schwung. In der vergangenen Woche hatte er den Trend eindrucksvoll bestätigt und den Triumph aus Langenrohr entführt. Nun wartete sogar das Team der Stunde. Der Konkurrent war in der Frühlingssaison bislang durch die Meisterschaft gerauscht und in sechs Partien zu ebenso vielen Siegen gekommen. Der ehemalige Abstiegskandidat wollte die unglaubliche Serie natürlich unbedingt prolongieren. Der nächste Erfolg ging sich zwar nicht aus, aber ein Punkt wurde es immerhin.
Etwas mehr als 110 Zuschauer fanden den Weg in das Stadion Alte Au. Aufgrund des spürbaren Aufschwungs nahmen die lokalen Fans positivgestimmt Platz auf der großen Tribüne. Ihre Mannschaft schien die Erwartungen von Beginn weg zu erfüllen. In der unmittelbaren Auftaktphase brachte Julian Velisek seine Farben bereits in Front. So einen Start wünscht man sich klarerweise gegen einen Gegner, der scheinbar nicht mehr zu biegen ist. Die Anhänger jubelten beherzt und es kam sogar noch besser. In der 23. Minute entschied der Referee auf Elfmeter für die Hausherren. Florian Frithum übernahm Verantwortung und verwertete humorlos. Wow, man merkte, dass sie mittlerweile über eine ordentlich breite Brust verfügen! Die Bäume wuchsen jedoch nicht in den Himmel. Zum Spielverderber avancierte Max Kleinbruckner. Das Talent netzte pünktlich zum Ablauf der ersten halben Stunde. Damit meldeten sich die Hauptstädter zurück. Weitere Tore fielen nicht in dem Durchgang.
Die Gastgeber konnten soweit zufrieden sein. Das Resultat gefiel. Anderseits wussten sie, dass sie nach dem Seitenwechsel unbedingt an die Leistung anknüpfen müssen, um den Deckel draufzumachen. Wenn man aktuell ein Team nicht abschreiben darf, dann sind das die Jungwölfe. Zunächst verstrich die Zeit. Stockerau machte das sehr geschickt. Dann nahm der Coach der Auswärtsmannschaft einen entscheidenden Wechsel vor. Daniel Schütz warf Stürmer Christoph Zeibeck ins Rennen. Damit bewies der Mann auf der Kommandobrücke, dass er zumindest momentan über ein glückliches Händchen verfügt. Die Hauptstädter probierten, unbedingt noch zum Ausgleich zu kommen. Und tatsächlich, der neu gebrachte Angreifer stach. In der allerletzten Minute stand er goldrichtig und versenkte das Runde im Eckigen. Des einen Freud, des anderen Leid! Während es unter den Besuchern so richtig mucksmäuschenstill wurde, kannte der Jubel bei den SKN Amateure keine Grenzen. Sie sicherten sich noch ein Unentschieden, mit dem zumindest vorläufig der Sprung in die Top Ten gelang.
Dalibor Bajic (Co-Trainer SKN St. Pölten Amateure):
„Wir konnten dieses Mal vielleicht nicht ganz an die Performance der vergangenen Wochen anschließen. Umso schöner, wie die Jungs bis zum Ende an sich glaubten. Final ging sich der Punkt aus und wir bleiben im Frühjahr ungeschlagen. Die Rückrunde verläuft insgesamt sensationell.“
Der Beste: Tristan Obersheimer (Mittelfeld SKN St. Pölten Amateure)