Samstagnachmittag traf die SG Ortmann/Oed-Waldegg auf den UFC St. Peter/Au. Der Erstgenannte hatte vergangene Runde klar in Retz verloren. Die Gäste andererseits waren letzte Woche zu einem Remis gekommen. Nicht gegen irgendeine Mannschaft, sondern im Duell mit dem großen Meisterschaftsfavoriten aus Ebreichsdorf. Diese Leistung sorgte für einen Schub beim Selbstvertrauen. An die Performance wollte sie anschließen und nun im besten Fall sogar den Triumph eintüten. Das klappte. Die Auswärtstruppe setzte sich aufgrund einer verrückten Schlussphase final doch ganz klar durch.

Rund 120 Zuschauer verspürten Bock auf das Kräftemessen der Nachzügler vor Ort. Der angereiste Verein fand die Chance vor, an einem direkten Konkurrenten vorbeizuziehen. Die Chance mochte er unbedingt ergreifen. Bei der Premiere von Coach Michael Windischhofer bot sich so ein Einstiegserfolg klarerweise perfekt an, um da gleich für einen positiven Schwung zu sorgen. Die Hausherren verfolgten da jedoch ganz andere Pläne. Nach der doppelten Pleite jüngst ging es für sie darum, ein weiteres Abrutschen im Klassement zu verhindern. Da ihnen in der Offensive nur recht begrenzte Mittel zur Verfügung stehen, probierten sie es vor allem aus einer gesicherten Abwehr heraus. Der Gegner stürmte ebenfalls nicht blind nach vorne. So entwickelte sich ein taktisches Geplänkel, in dem hüben wie drüben nur mit angezogener Handbremse angegriffen wurde. Wenig überraschend beendete der Referee die Hälfte daher ohne Treffer.
Nichts deutete darauf hin, dass sich das Geschehen dramatisch ändert. Der Vergleich bewies, wie unberechenbar der Fußball ist. Rund eine Stunde stand auf der Matchuhr, als die Heimischen ins Hintertreffen gerieten. Als Dosenöffner musste für den UFC ein Freistoß herhalten. Josip Martinovic richtete sich den Ball her und versenkte ihn. Die Trainerbank sprang jubelnd auf. Damit bog man also auf die Gewinnerstraße ab. Für die SG Ortmann/Oed-Waldegg wurde es jetzt noch schwieriger. Nun hatte sie zwangsläufig mehr Risiko zu nehmen. Das taten sie. Genau die mutigere Ausrichtung erwies sich aber absolut als Bumerang. Das Auswärtsteam durfte sich über zusätzliche Räume freuen und nutzte den Umstand beinhart aus. Eman Lidan erhöhte in der 80. Minute aus der Drehung. Momente später netzte Nils Zatl. Schließlich trug sich auch noch Antonio Pejazic per Kopf in die Schützenliste ein. Sensationell, was da hintenraus ablief! Die Hausherren rieben sich ungläubig die Augen. Der Hunger bei St. Peter war damit gestillt. Auf der Rückreise herrschte eine herausragende Stimmung.
Andreas Döcker (Sektionsleiter UFC St. Peter/Au):
„Die ersten 45 Minuten sind generell eher auf einem schwächeren Niveau gewesen. Wir sagten bereits, dass die Mannschaft, welche das 1:0 macht, gewinnen wird. So kam es auch. Der Sieg fiel dann wohl etwas zu hoch aus. Aber wir nutzten die Konter dieses Mal echt eiskalt.“
Der Beste: Jan Gerg (Verteidigung UFC St. Peter)