In der 2. Klasse Marchfeld musste der SV Ebenthal gegen den SCU Obersdorf/P. eine 0:2-Niederlage hinnehmen. Nach einem offenen Beginn lagen die Gastgeber zur Pause 0:1 zurück, nach der Roten Karte gegen Werner Veit wurde es noch schwerer. Obersdorf/P. legte in der Schlussphase nach und nahm die drei Punkte mit. Co-Trainer Martin Weick sprach von einer ausgeglichenen Partie, stritt die Rote vehement ab und verwies auf viele Ausfälle in seiner Truppe.

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Die Partie begann laut Ebenthaler Sicht mit ordentlichem Zug nach vorne. „Es war ein ausgeglichenes Match mit leichten Vorteilen für Obersdorf. In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Chancen, aber der Gegner hat es nach der Pause gut fertig gespielt“, sagte Co-Trainer Martin Weick. Den ersten Stich setzte allerdings der Gast: In Minute 38 traf Matthias Muhr zum 0:1, mit diesem Resultat ging es in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel blieb es eng, bis die 60. Minute ein dickes Ausrufezeichen setzte: Rot für Ebenthals Werner Veit. Weick sah darin den Knackpunkt und blieb bei seiner klaren Lesart der Szene. „Aus meiner Sicht war die rote Karte gegen unseren Kapitän keine. Der Gegner hat ihn am Dreieck gehalten, unser Spieler hat sich umgedreht und weggeschubst, aber nie und nimmer mit der Faust geschlagen.“ In Unterzahl versuchte Ebenthal, im Spiel zu bleiben, doch Obersdorf/P. nutzte die Räume. In der 81. Minute machte Ömer Topal mit dem 0:2 alles klar.
In seiner Analyse blieb Weick bei zwei Punkten konstant: Einsatz top, Voraussetzungen schwierig. „Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen. Es haben alle ihren Einsatz gebracht. Das Problem sind unsere neuen Verletzten, die merkt man halt“, erklärte der Co-Trainer. Auf Nachfrage, was letztlich den Unterschied ausgemacht habe, ergänzte er: „Wir haben neun Verletzte gehabt, die wir nicht kompensieren konnten, und der Gegner hat diese zwei Schritte mehr gemacht. Das Momentum war beim Gegner.“ Auch zur Schiedsrichterleistung fand Weick deutliche, aber sachliche Worte. „Die erste Halbzeit war okay, in der zweiten Halbzeit waren auf beiden Seiten einige Fehlentscheidungen dabei“, sagte er. Die umstrittene Rote gegen Veit wollte er nicht als Ausraster verstanden wissen, sondern als unglückliche Situation in einem laufintensiven Duell. Detailbeschreibungen zu den Toren wollte Weick bewusst nicht geben, hielt sich stattdessen an die großen Linien: eine enge Partie, die nach der Pause aus Ebenthaler Sicht in die falsche Richtung lief.
Der Blick auf die Tabelle liefert den Rahmen: Ebenthal hält nach 24 Spielen bei 24 Punkten und rangiert auf Platz 11, Obersdorf/P. hat sich mit nun 41 Zählern im gesicherten Feld festgesetzt. In so einer Phase wiegt jede Unterzahl doppelt schwer, zumal wenn – wie von Weick betont – die Ausfälle zahlreich sind. „Es war nichts herauszuholen. Das Momentum war beim Gegner“, sagte er und wollte die Leistung seiner Mannschaft trotzdem nicht kleinreden. In der ersten Hälfte sah er sein Team mit mehr Abschlüssen, nach der Pause wirkten die Gäste reifer in den Entscheidungen und nützten ihre Momente eiskalt – zuerst durch Muhr vor der Pause, dann spät durch Topal. Für Ebenthal bleibt die Aufgabe klar: die Köpfe oben behalten, die Trainingswoche nutzen und mit möglichst vielen Rückkehrern wieder mehr Durchschlagskraft entwickeln. Weicks Fazit nach 90 robusten Minuten fällt nüchtern aus – und doch zuversichtlich, was die Haltung seiner Truppe betrifft: „Alle haben gearbeitet. Wir müssen die Personalsituation stemmen, dann kommen die Ergebnisse auch wieder.“