Im Derby der 2. Klasse Marchfeld setzte sich der SC Obersiebenbrunn bei Fortuna Untersiebenbrunn klar mit 5:0 durch. Nach wackligem Beginn kam Obersiebenbrunn ins Rollen, Michal Janik steuerte einen Dreierpack bei und schon zur Pause stand es 3:0. Der Sportliche Leiter Marco Binder sprach von einer „zu hohen“ Halbzeitführung, lobte aber den jungen Ersatzkeeper Jan Ehritz für starke Paraden und hob die bessere Fitness nach der Pause hervor. Am Ende stand ein verdienter, jedoch etwas zu hoch ausgefallener Derbysieg.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die ersten Minuten gehörten der Fortuna, das gab Marco Binder offen zu. „Am Anfang hat man die Verunsicherung der letzten Wochen gesehen. Untersiebenbrunn war in den ersten 15 bis 20 Minuten besser“, sagte der Sportliche Leiter. In dieser Phase hielt der junge Ersatztorhüter seine Farben im Spiel: „Unser Ersatztormann Jan Ehritz hat zwei richtig gute Chancen stark pariert – ein großes Lob.“ Danach fand Obersiebenbrunn in die Spur und legte im Abschluss eine andere Schärfe an den Tag. Michal Janik stellte in Minute 23 auf 0:1, Denis Dizdarevic erhöhte in der 42. auf 0:2 und kurz vor dem Pausenpfiff legte Mark Störmer das 0:3 nach. Binder blieb trotz des klaren Zwischenstands realistisch: „Wenn es zur Pause 2:2 gestanden wäre, wäre das auch in Ordnung gewesen. Das 3:0 war zu hoch – aber wir haben unsere Chancen gut genutzt.“
Nach dem Seitenwechsel ließ Obersiebenbrunn nichts mehr anbrennen. „In der zweiten Halbzeit waren wir konditionell besser aufgestellt und haben das Spiel mehr bestimmt. Von Untersiebenbrunn ist dann deutlich weniger gekommen“, ordnete Binder ein. Sein Gefühl, dass die Partie bereits mit dem Pausenpfiff entschieden war, bestätigte sich: „Mit dem 3:0 kurz vor der Pause war’s für mich eigentlich durch.“ Michal Janik legte nach Wiederbeginn erneut nach und traf in der 60. Minute zum 0:4. In der Schlussminute setzte der Stürmer mit seinem dritten Treffer des Tages den Deckel drauf und fixierte das 0:5. Obersiebenbrunn blieb am Drücker, ließ hinten wenig zu und spielte den Derbysieg souverän nach Hause.
In der Analyse hob Binder zwei Punkte hervor: den Matchplan im letzten Drittel und die individuelle Qualität. „Es waren einige Tore sehr schön herausgespielt, mit guten Lochpässen – oft auf Michal Janik. Entweder hat er selbst abgeschlossen oder wir haben mit dem Pass in den Rückraum sauber fertiggespielt“, sagte er zufrieden. Gleichzeitig blieb er beim Blick nach vorne deutlich: „Wir können viel mehr – das haben wir über weite Strecken der Saison gezeigt. Wir müssen an uns glauben und unsere Stärken ausspielen.“ Zum Gegner fand er respektvolle Worte: „Untersiebenbrunn war heute viel besser als in der Hinrunde und hat, vorallem in der Offensive, ihre Qualiäten! Und auch zum Schiedsrichter lieferte er eine nüchterne Einordnung: „In der ersten Halbzeit war es in Ordnung. In der zweiten Halbzeit hat er auf beiden Seiten ein bisschen die Kontrolle verloren – keine große strittige Szene, aber bei Fouls gab es fragwürdige Entscheidungen.“ Besonders am Herzen lag ihm ein Dank: „Unser junger, fünfzehnjähriger Tormann Jan Ehritz hat uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten.“ Das Fazit passte zur Kulisse: „Ein Derby-Sieg ist immer schön – gerade, weil es das Derby in den letzten Jahren nicht gab.“ Mit breiter Brust geht Obersiebenbrunn aus diesem 5:0 und nimmt kräftig Rückenwind mit für die letzte Runde.