Bei Fortuna Untersiebenbrunn in der 2. Klasse Marchfeld ist nach einer harten Saison der Blick klar nach vorne gerichtet. Rang 15 und nur vier Zähler sind das nüchterne Ergebnis, doch Trainer Christian Ratschka ordnet die Lage offen ein: „Uns hat vorne ein Stürmer gefehlt.“ Gleichzeitig betont er Fortschritte nach der Neugründung und den Plan für den Neustart Mitte Juli. „Wir waren oft nicht die schlechtere Mannschaft“, sagt er – die Leistung passte phasenweise, die Ausbeute aber nicht. Warum er trotzdem zuversichtlich ist und wo die Hebel ansetzen, erklärte er im ausführlichen Gespräch.
Ratschkas Rückblick fällt ehrlich, aber konstruktiv aus. „Das erste halbe Jahr war sehr schwer für alle im Verein“, sagt der Coach. Danach habe man gezielt nachgelegt: „Im zweiten Halbjahr haben wir probiert, uns zu verstärken. Das ist auch geglückt – zwar nicht in den Punkten, aber im gesamten Spiel.“ Die Mannschaft habe sich in vielen Phasen ordentlich präsentiert. „Wir waren oft nicht die schlechtere Mannschaft“, betont Ratschka und nennt auch die größte Baustelle beim Namen: „Übers ganze Jahr hat uns ein Stürmer gefehlt, der vorne die nötigen Tore schießt. Das war am Ende auch der Grund, warum wir keine Punkte gemacht haben.“ Trotz magerer vier Zähler sieht er die Basis gelegt: „Der erste Step nach der Neugründung ist getan, jetzt kommt der nächste.“
Auch wenn die Tabelle schmerzt, intern herrscht Zusammenhalt. „Die Stimmung ist gut – nicht die Punkte“, fasst Ratschka pragmatisch zusammen. „Die Jungs sind super drauf, eine gute Clique, und auch die Neuen, die kommen werden, passen gut dazu.“ Bei Zu- und Abgängen bittet er noch um Geduld: „Es gibt den einen oder anderen Abgang und auch Neuzugänge. Aber darüber möchte ich noch nicht reden. Ab dem 15., wenn die Tinte trocken ist, ist alles fix.“ Positiv: Das Lazarett ist leer. „Im Großen und Ganzen ist jeder fit. Jeder ist bereit für die neue Saison“, sagt der Trainer. Den Startpunkt setzt er klar: „Alle beginnen bei null am 14. Juli zum Trainingsstart – und dann starten wir durch.“ Auch intern gab es Lichtblicke: „Christian Houdek als Kapitän, Gheorghe Habagau hat sich ganz weit nach oben gemausert. Ein paar sind stehen geblieben, ein paar haben sich weiterentwickelt – das ist normal.“
Ratschka blickt ohne Groll auf die Konkurrenz – im Gegenteil, er verteilt Anerkennung. „Es waren gute Spiele dabei, auch von uns. Aber wir haben die Tore nicht geschossen“, sagt er und nennt Gegner, die Eindruck hinterließen: „Wenn bei Großschweinbarth ein Fünfzigjähriger Holemar Markus aufzeigt, muss man sagen Top: Großschweinbarth war sicher kein schlechter Gegner, Ulrichskirchen auch – aber auch Großengersdorf, wo wir gut mitgehalten haben.“ Die Topteams der Liga bestätigten ihre Qualität, während Fortuna an der Effizienz haderte. Der Ton bleibt sportlich-fair: „Es waren tolle Mannschaften in der Liga. Ich gratuliere jedem zu einer guten Leistung.“ Zum Schluss richtet er den Blick nach vorne – samt Gruß an die Mitstreiter: „Ich wünsche allen einen schönen Sommer und viel Ruhe. Auf eine neue Saison, wo wir uns wieder sehen und matchen können.“