In der 2. Klasse Marchfeld hat der ATSV Weikendorf gegen den FC Gänserndorf-Süd trotz 2:1-Pausenführung noch mit 2:4 verloren. Trainer Dino Hodzic sah in diesem Umschwung aber keine Überraschung, sondern die Bestätigung seines Eindrucks über die gesamten 90 Minuten. „Es war nur eine Frage der Zeit“, sagte er nach dem Auswärtssieg.

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Dass die Gäste zur Pause mit 1:2 hinten lagen, passte für Hodzic nicht zum Gesamtbild der Partie. Der Trainer von Gänserndorf-Süd sprach von einer klar dominierten Vorstellung seiner Mannschaft, die aus seiner Sicht von Beginn an das Tempo vorgab und viele Chancen herausspielte. „Wir haben das Spiel klar dominiert, Ballbesitz gehabt und viele Torchancen herausgespielt“, sagte er. Auf der Anzeigetafel stand aber zunächst etwas anderes: Maximilian Zbik brachte Weikendorf in der 15. Minute mit 1:0 in Führung, Antonio Mlakic glich in der 28. Minute zum 1:1 aus, ehe Zbik in der 42. Minute noch einmal für die Gastgeber traf. Gerade diese Phase ärgerte Hodzic nicht wegen fehlender Kontrolle, sondern weil seine Mannschaft trotz vieler guter Aktionen und laut seiner Aussage auch zweier Aluminiumtreffer mit einem Rückstand in die Kabine gehen musste. „Leider haben wir uns zweimal einen Konter eingefangen und waren zur Halbzeit 2:1 hinten“, fasste er die erste Hälfte zusammen.
Nach der Pause blieb Gänserndorf-Süd bei seiner Linie, obwohl die Aufgabe durch die Rote Karte gegen Asad Bahrami in der 55. Minute noch schwieriger wurde. Gerade deshalb bekam die Aufholjagd zusätzliches Gewicht, denn die Gäste mussten ab diesem Zeitpunkt in Unterzahl weitermachen und kamen trotzdem zurück. Für Hodzic war der Ausgleich durch Antonio Sucic in der 65. Minute der Moment, der das Spiel endgültig in die Richtung seiner Mannschaft schob. „Das 2:2 war sicher das Ausschlaggebende“, sagte er, ohne daraus einen plötzlichen Wendepunkt zu machen. Vielmehr blieb er bei seiner Einschätzung, dass seine Mannschaft schon vorher die aktivere gewesen sei. „Wir haben in der zweiten Halbzeit wieder gut aufgeholt und es war nur eine Frage der Zeit, wann wir den Ausgleich schießen und dann in Führung gehen.“ Diese Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch seine Analyse: Gänserndorf-Süd ließ sich weder vom Rückstand noch von der Unterzahl aus dem Konzept bringen.
In der Schlussphase belohnte sich Gänserndorf-Süd dann auch auf der Anzeigetafel. Antonio Mlakic stellte mit seinem zweiten Treffer in der 81. Minute auf 3:2 und machte in der Nachspielzeit mit dem 4:2 alles klar. Damit war der Angreifer mit drei Toren der Mann des Tages aufseiten der Gäste. Fast gleichzeitig wurde es am Ende noch einmal hektisch, weil Meris Hrncic in der 93. Minute ebenfalls Rot sah, am Auswärtssieg änderte das aber nichts mehr. Hodzic wollte den Gegner nach dem Spiel dennoch nicht kleinreden. „Sie haben auch sehr gekämpft und sind viel gelaufen“, sagte er über Weikendorf. Gleichzeitig betonte er aber ebenso klar, wie er das Kräfteverhältnis gesehen hatte: „Wir waren um einiges besser und haben am Ende auch verdient gewonnen.“ Auch die Leistung des Schiedsrichters ordnete er sachlich ein. Es seien aus seiner Sicht vielleicht etwas zu viele Gelbe Karten gewesen, die Entscheidungen an sich seien aber in Ordnung gewesen.
Besonders zufrieden war Hodzic mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft, weil der Sieg nicht unter einfachen Voraussetzungen zustande kam. Er verwies darauf, dass einige Ausfälle zu verkraften waren und andere Spieler geschont wurden. Umso höher bewertete er, wie geschlossen seine Mannschaft auftrat. „Die Mannschaft hat sehr gut zusammengespielt und gekämpft“, sagte er und hob vor allem Einsatz, Laufbereitschaft und den Willen hervor. Überhaupt klang beim Trainer viel Stolz mit. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie setzt auch vieles um, was wir im Training machen“, erklärte Hodzic. Nach drei Runden hält Gänserndorf-Süd nun bei sieben Punkten und liegt damit im oberen Bereich der Tabelle. Der Trainer will das ordentlich einordnen, ohne auf die Bremse zu steigen. „Wir spielen guten Fußball, sind auf einem guten Weg und ich bin ganz zufrieden mit der Mannschaft. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber wir schauen, dass wir uns noch verbessern.“ Genau so liest sich dieser 4:2-Erfolg auch: als starker Abend mit klarer Botschaft, aber nicht als Endpunkt.