In der 2. Klasse Marchfeld hat sich FC Gänserndorf-Süd am vierten Spieltag mit SC Obersiebenbrunn 2:2 getrennt. Für Trainer Dino Hodzic war es ein Nachmittag, an dem seine Mannschaft nach einem ganz frühen Rückstand stark zurückkam und den Sieg schon vor Augen hatte. Am Ende blieb ein Punkt, mit dem man leben kann, auch wenn sich das späte 2:2 wie zwei verlorene Zähler anfühlte.

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Der Start war für die Gastgeber denkbar schlecht. Schon in der 1. Minute brachte Michal Janik die Gäste mit 0:1 in Führung, Hodzic sprach danach sogar davon, dass seine Elf "in den ersten Sekunden" kalt erwischt worden sei. Gerade deshalb gefiel ihm die Reaktion seiner Mannschaft. Gänserndorf-Süd ließ sich vom frühen Rückschlag nicht aus der Bahn werfen, kam zurück in die Partie und fand nach und nach besser hinein. In der 36. Minute gelang Marko Radojcic der Ausgleich zum 1:1, mit diesem Stand ging es auch in die Pause. Für den Trainer war das schon ein wichtiger Hinweis darauf, dass seine Mannschaft an diesem Tag als echtes Team auftrat und sich von dem frühen Gegentor nicht brechen ließ.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel weiter eng, ehe Steve Boldea Gänserndorf-Süd in der 68. Minute mit 2:1 nach vorne brachte. Damit hatte sich die Heimelf genau jene Ausgangslage erarbeitet, die sie sich nach dem frühen Rückstand gewünscht hatte. Man hatte die Partie gedreht und war lange auf Kurs. Umso bitterer war aus Sicht von Hodzic, dass in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich fiel. Wieder war es Michal Janik, der in der 92. Minute zum 2:2 traf und den schon greifbar scheinenden Heimsieg noch wegnahm. "Die drei Punkte waren eigentlich schon drin", sagte der Trainer danach, blieb aber fair und betonte auch, dass Obersiebenbrunn gut dagegengehalten habe und der Punkt für beide Seiten vertretbar sei.
Was Hodzic an seiner Mannschaft trotz des späten Dämpfers gefiel, war vor allem der Auftritt als Kollektiv. "Es hat jeder gekämpft, jeder für jeden. Wenn der andere einen Fehler gemacht hat, wollte der Nächste das gleich ausbessern", sagte er und stellte den Einsatz seiner Elf klar in den Vordergrund. Spielerisch sah er seine Mannschaft ebenfalls nicht schlecht, weil sie mehr Ballbesitz hatte und nach vorne immer wieder zu Möglichkeiten kam. Gleichzeitig blieb aus seiner Sicht aber zu viel liegen. Dazu kam, dass auch der eigene Torhüter gefordert war und laut Hodzic "zwei, drei sehr gute Paraden" zeigte. Dass seine Mannschaft trotzdem zweimal traf, freute ihn besonders, weil er von "zwei wunderschönen Toren" sprach. Unterm Strich fehlte ihm nur "das gewisse Glück", um den Aufwand auch mit drei Punkten zu belohnen.
Neben dem Ergebnis blieb beim Trainer auch der Charakter des Spiels hängen. Hodzic sprach von einer hitzigen Partie mit vielen Fouls und nannte sie insgesamt ein "sehr, sehr grobes Spiel". Aus seiner Sicht hätten bei den Gästen "einige Spieler vielleicht auch Rot sehen" können. Gleichzeitig lobte er den Schiedsrichter ausdrücklich und stellte klar, dass der Unparteiische die Begegnung dennoch gut geleitet habe. "Er hat das Spiel im Griff gehabt", meinte Hodzic und sprach von einer "sehr, sehr guten Schiedsrichterleistung". Für Gänserndorf-Süd bleibt damit nach vier Spieltagen die Null bei den Niederlagen stehen. Zwei Siege und zwei Unentschieden bedeuten einen gelungenen Start, auch wenn der Trainer das eigene Ziel unverändert formuliert: oben mitspielen und vor allem zuhause bald mehr mitnehmen. "Auswärts läuft es top, aber wir müssen schauen, dass wir die Heimspiele jetzt mal gewinnen", sagte Hodzic mit Blick auf die nächsten Wochen.