In der 2. Klasse Marchfeld hat SC Markgrafneusiedl trotz eines 0:1 zur Pause gegen SV Gänserndorf noch mit 4:2 gewonnen. Trainer Richard Petrik sprach nach dem Spiel von einer verschlafenen ersten Hälfte, sah nach der Pause aber genau die Reaktion, die er von seiner Mannschaft verlangt hatte. Vor allem der Wille und das späte 3:2 gaben am Ende den Ausschlag.

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Dass es für Markgrafneusiedl an diesem Nachmittag kein gerader Weg werden würde, machte Petrik schon in seiner ersten Einordnung deutlich. "Wir waren von der ersten Minute an nicht griffig, waren nicht wirklich im Spiel", sagte der Trainer, der mit dem Beginn seiner Mannschaft sichtlich nicht zufrieden war. Gänserndorf habe es den Gastgebern dabei nicht leicht gemacht, vor allem weil die Gäste den Kampf sofort angenommen hätten. "Gänserndorf hat kämpferisch super dagegengehalten", meinte Petrik, der seiner eigenen Mannschaft vor allem vorwarf, diese Art von Spiel zunächst nicht angenommen zu haben. Nach 23 Minuten ging Gänserndorf dann auch in Führung, als Dominik Garic nach einem Eckball das 0:1 erzielte. Mehr noch als der Rückstand störte den Coach aber die Art, wie seine Mannschaft bis zur Pause auftrat. "Meine Mannschaft hat das verschlafen", sagte er offen. So ging es mit einem 0:1 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel sah Petrik dann allerdings eine andere Mannschaft. Markgrafneusiedl kam laut seinem Trainer "besser raus aus der Kabine", brachte die eigenen Stärken klarer ein und fand vor allem über Einsatz und Entschlossenheit in die Partie. Der verdiente Lohn folgte in der 59. Minute, als Kadir Sarac den Ausgleich erzielte. Petrik fand für diesen Treffer besonders klare Worte: "Das 1:1 war hervorragend vom Kadir gemacht. Er hat den Torwart von circa dreißig Metern überlupft, das hat er gut gesehen." In dieser stärkeren Phase ging Markgrafneusiedl dann auch 2:1 in Führung, Nuh Nazli traf in der 69. Minute. Für einen Moment schien das Spiel endgültig auf die Seite der Gastgeber zu kippen. Petrik schilderte die Stimmung in dieser Phase so: "Da haben wir uns gedacht: Ja, das Spiel ist auf unserer Seite." Ganz erledigt war der Gegner aber noch nicht.
Gerade weil Markgrafneusiedl nach dem 2:1 Oberwasser hatte, ärgerte Petrik der nächste Bruch umso mehr. Plötzlich war alles wieder offen. Tatsächlich glich Adrian Rrahmani in der 75. Minute für Gänserndorf aus. Petrik sprach danach von einer Partie "auf Messerschneide" und machte keinen Hehl daraus, dass das Spiel in dieser Phase in beide Richtungen hätte gehen können. "Das hätte genauso für Gänserndorf ausgehen können oder auch für uns", meinte er. Umso größer war die Bedeutung des neuerlichen Führungstreffers. In der 87. Minute war es wieder Nuh Nazli, der auf 3:2 stellte. Für Petrik war genau dieses Tor der Knackpunkt: "Das 3:2 vom Nuh war überragend wichtig. Guter Ball nach vorne, guter Haken gemacht. Das war der Schlüsselmoment." In der Nachspielzeit machte Rade Trivunovic mit dem 4:2 endgültig alles klar.
So erleichtert Petrik nach dem Schlusspfiff über die drei Punkte war, so klar fiel auch seine Analyse aus. Das Gute aus seiner Sicht: "Der Wille war heute in der zweiten Halbzeit absolut da, und wir haben gezeigt, dass wir auch ein Spiel drehen können." Noch wichtiger war für ihn aber, dass seine Mannschaft in einer anfangs sehr unangenehmen Partie irgendwann doch die richtige Antwort fand. "Wir müssen den Kampf annehmen, wenn wir Mannschaften haben, die übers Kämpferische kommen", sagte der Markgrafneusiedl-Coach. Gänserndorf habe das in der ersten Halbzeit gut gemacht, sei vor allem über Einsatz und hohe Bälle gekommen und habe genau damit Wirkung erzielt. Zur Schiedsrichterleistung meinte Petrik nur knapp: "Unterm Strich war die Schiedsrichterleistung okay", sagte er. Für Markgrafneusiedl bleibt unter dem Strich ein 4:2, das zwei Seiten hatte: eine schwache erste Hälfte und eine zweite, in der die Gastgeber doch noch zeigten, warum sie nach vier Runden bei neun Punkten stehen. Oder, wie Petrik es selbst zusammenfasste: "Am Ende haben wir nie aufgegeben."