In der 2. Klasse Marchfeld hat sich der ATSV Weikendorf im Heimspiel gegen den SC Marchfelder Bank Ollersdorf mit einem 2:2 begnügen müssen. Nach dem 2:1 zur Pause war aus Sicht der Gastgeber deutlich mehr drinnen, doch Weikendorf ließ vor allem vor dem Seitenwechsel gute Möglichkeiten liegen. Co-Trainer Karl Ehrenstrasser brachte den Nachmittag danach auf eine einfache Formel: „Wir hätten schon höher führen müssen.“

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Der Start in die Partie hatte für Weikendorf zunächst genau die Richtung, die sich die Heimischen gewünscht hatten. Schon in der 7. Minute brachte Valentin Kowatschitsch seine Mannschaft mit 1:0 in Führung. Lange halten konnte der Vorsprung allerdings nicht, denn Ollersdorf antwortete prompt und kam durch Teofil Palka in der 9. Minute zum 1:1. Trotz dieses schnellen Ausgleichs hatte Ehrenstrasser den Eindruck, dass seine Mannschaft über weite Strecken der ersten Hälfte mehr vom Spiel hatte. „In der ersten Halbzeit waren wir überlegen“, sagte der Co-Trainer, und genau dieses Gefühl spiegelte sich auch im weiteren Verlauf bis zur Pause wider. Weikendorf blieb aktiv, kam noch einmal voran und ging durch den zweiten Treffer von Kowatschitsch in der 35. Minute mit einem 2:1 in die Kabine.
Dass Weikendorf am Ende nur mit einem Punkt dastand, führte Ehrenstrasser vor allem auf die Szenen zurück, die vor der Pause ungenutzt blieben. Aus seiner Sicht hätte das Spiel schon deutlich klarer in Richtung der Gastgeber kippen können. „Wir haben zwei Hundertprozentige gehabt in der ersten Halbzeit. Da hätten wir Tore machen müssen. Dann steht es 3:1 oder 4:1“, sagte er. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm dabei zwei fast identische Situationen. „Unser Stürmer ist zweimal allein auf den Tormann gelaufen. Der Tormann hat sehr gut gehalten“, so Ehrenstrasser. Genau diese beiden Aktionen waren für ihn am Ende spielentscheidend, weil Weikendorf sich für die gute erste Halbzeit nicht ausreichend belohnte und Ollersdorf damit im Spiel ließ.
Nach dem Seitenwechsel hielt Weikendorf die knappe Führung zunächst, doch rund um die Stunde änderte sich das Bild. Ehrenstrasser sprach davon, dass seine Mannschaft ab diesem Zeitpunkt merklich nachgelassen habe. „Nach der 60. Minute haben wir nachgelassen“, sagte er, und nur wenig später fiel auch der Ausgleich. In der 65. Minute traf Jan Dolnik zum 2:2 für Ollersdorf. Für den Co-Trainer hing das nicht nur mit dem Spielstand zusammen, sondern auch mit der eigenen Herangehensweise in dieser Phase. „Wir haben ein bisschen auf die Defensive umgestellt, dadurch ist Ollersdorf raufgekommen“, erklärte er. Damit kippte das Spiel nicht komplett, aber der Zugriff der Heimischen wurde weniger. So wurde aus einer Partie, die Weikendorf lange in guter Position hatte, plötzlich ein offenes Spiel, in dem am Ende sogar noch mehr möglich gewesen wäre – auch für die Gäste. „Am Schluss hätten wir verlieren können“, sagte Ehrenstrasser offen.
Ganz grundsätzlich wollte Ehrenstrasser den Auftritt seiner Mannschaft trotz des verpassten Heimsiegs nicht schlechtreden. Er verwies auch darauf, dass Weikendorf personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte. „Uns ist am Schluss ein bisschen die Luft ausgegangen. Wir haben von der Vorwoche drei Gelb-Rot-Gesperrte gehabt. Dafür war die Leistung in Ordnung“, sagte er. Gleichzeitig blieb nach diesem 2:2 das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Ehrenstrasser sah „im Nachhinein zwei gleiche Mannschaften“, sprach bei beiden Seiten von einer stärkeren Offensive, aber auch von zu vielen Fehlern in der Defensive. Genau deshalb fällt die Einordnung dieses Remis aus Weikendorfer Sicht zwiespältig aus: Die erste Halbzeit war gut, die Chancen waren da, der Doppelschlag von Kowatschitsch brachte die Mannschaft zweimal nach vorne – nur der entscheidende dritte Treffer fehlte.