In der 2. Klasse Mostviertel musste sich SPU TSV Nöchling am Samstag daheim gegen Kilb II mit 1:3 geschlagen geben. Trainer und Torschütze Cosmin-Gheorghe Goje sprach danach von „zwei verschiedenen Halbzeiten“: Vor der Pause sei Kilb spielerisch stärker und effizienter gewesen, nach dem Seitenwechsel habe Nöchling zwar mehr Druck aufgebaut, in Überzahl aber zu selten die richtigen Lösungen vor dem Tor gefunden.

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Goje machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wo für ihn der Grundstein für die Niederlage gelegt wurde. „Es waren zwei verschiedene Halbzeiten“, sagte der Nöchlinger Trainer und begann seine Analyse bewusst mit dem ersten Durchgang. Kilb habe „spielerisch gut und stark“ agiert, sei sicherer am Ball gewesen und habe seine Möglichkeiten besser verwertet. Nach 15 Minuten brachte Nils Bierbaumer die Gäste mit 1:0 in Führung, in der 36. Minute legte Berkay Özkan das 2:0 nach. Gerade dieser Zwischenstand wurmte die Hausherren besonders, weil auch auf ihrer Seite Chancen da waren. „Wir haben unsere zwei Hundertprozentigen nicht gemacht“, sagte Goje. So ging Nöchling mit einem 0:2 in die Pause, und genau dieses zweite Gegentor kurz vor dem Seitenwechsel sei „vielleicht ein bisschen bitter“ gewesen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nach Einschätzung des Trainers deutlich. Nöchling kam besser in die Partie, wirkte kompakter und suchte konsequenter den Weg nach vorne. „In der zweiten Halbzeit waren wir spielerisch besser, haben Druck gemacht, aber vorne zu wenig Ideen gehabt“, fasste Goje zusammen. Er sprach davon, dass seine Mannschaft viel über die Seiten versucht habe, dass aber bei Flanken und beim letzten Ball in Tornähe die nötige Qualität gefehlt habe. Ab der 61. Minute spielte der TSV zudem in Überzahl, weil Moritz Brandhofer die Rote Karte sah. Der Anschluss fiel in der 72. Minute, als Cosmin-Gheorghe Goje zum 1:2 traf. Damit war Nöchling wieder dran, doch Kilb ließ sich nicht mehr aus der Ordnung bringen. „Sie sind hinten sehr gut gestanden“, sagte Goje. Als die Gastgeber weiter nach vorne schoben, setzte Kilb in der 81. Minute den entscheidenden Treffer: Matthias Kerschner stellte auf 1:3.
Besonders deutlich wurde Goje bei seiner Einordnung der Gegentore. „Wir haben drei billige Tore bekommen“, sagte der Trainer, der das 1:3 nicht nur am nackten Ergebnis festmachte, sondern vor allem an der Art und Weise. Beim 0:1 durch Bierbaumer sprach er von einer unglücklichen Situation nach einer langen Hereingabe, die im eigenen Strafraum nicht sauber geklärt worden sei. Vor dem 0:2 durch Özkan sah Goje sich selbst im Mittelfeld gefoult, der Pfiff blieb aus, danach sei die Szene nicht energisch genug verteidigt worden. Auch vor dem dritten Gegentor reklamierte er aus seiner Sicht ein Handspiel eines Kilber Spielers im Vorfeld. Zugleich blieb seine Bewertung nicht eindimensional, denn selbst die Rote Karte gegen Kilb ordnete er nüchtern ein. „Mit Gelb wäre es vielleicht schon genug gewesen“, meinte Goje. Damit machte er klar, dass ihn einzelne Entscheidungen zwar störten, die Niederlage für ihn aber nicht allein daran hing.
Am Ende lief Gojes Analyse auf einen Punkt hinaus, der über einzelne Szenen hinausging. „In der ersten Halbzeit waren wir defensiv zu wenig aggressiv. Als Mannschaft war unsere Kompaktheit nicht gut genug“, sagte er. Kilb habe an diesem Tag geschlossener gewirkt, schneller gedacht und in den wichtigen Momenten entschlossener gehandelt. „Sie waren mehr eine Mannschaft. Sie waren schneller im Kopf“, so der Nöchlinger Coach. Den Gästen stellte er dabei sogar ein klares Kompliment aus: „Sie haben keine Superstars gehabt, aber sie haben gut zusammen gekämpft und gespielt.“ Für Nöchling bleibt nach dieser 1:3-Heimniederlage also vor allem die Erkenntnis, dass die bessere zweite Halbzeit nicht mehr gereicht hat, um die schwächeren ersten 45 Minuten auszugleichen. Nach vier Runden hält der TSV damit bei sechs Punkten und bleibt in der Tabelle in Schlagdistanz zum vorderen Mittelfeld, während Kilb mit dem Auswärtssieg ebenfalls auf sechs Zähler kommt.