In der 2. Klasse Mostviertel hat sich die SU Bischofstetten beim SV Krummnußbaum mit 1:0 durchgesetzt und damit auch nach vier Runden die Spitze behauptet. Weil es bis tief in die Nachspielzeit beim 0:0 blieb, bekam der späte Treffer besonderes Gewicht. Christoph Schagerl sprach danach von viel Wille, einer starken Defensivarbeit und einem Torhüter, der seine Mannschaft lange im Spiel hielt.
Von Beginn an lief die Partie so, wie es Schagerl beschrieben hat: eng, umkämpft und über weite Strecken ausgeglichen, auch wenn er die Vorteile eher beim Gastgeber sah. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0, doch aus Sicht des sportlichen Leiters hätte Krummnußbaum da bereits mehr daraus machen können. "Krummnußbaum hat für mich mehr Spielanteile gehabt und auch die besseren Chancen", sagte Schagerl. Gerade deshalb bewertete er die eigene Leistung trotz personeller Probleme hoch. Bischofstetten hatte einige Ausfälle zu verkraften, dazu musste nach der Pause in der Defensive noch einmal gewechselt werden. Dass die Mannschaft trotzdem stabil blieb, strich er deutlich heraus: "Alle, die bei uns gespielt haben, haben das wirklich sehr gut gemacht."
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr setzte Bischofstetten laut Schagerl auf jene Phase, in der die Mannschaft noch zulegen konnte. "Wir sind nach der Pause ein bisschen besser zurückgekommen", sagte er, und vor allem in der Schlussphase habe sich die körperliche Verfassung bemerkbar gemacht. "Die Kraft kommt uns zugute. Durch das harte Training können wir bis zur letzten Minute wirklich Vollgas geben." Genau das zeigte sich dann in der 91. Minute. Nach einem Abstoß von Krummnußbaum, der nicht weit genug kam, fing ein Bischofstettner Innenverteidiger den Ball ab und wurde erst durch ein Foul gestoppt. Den folgenden Freistoß nutzten die Gäste entscheidend: Matthias Schober kam nach der Hereingabe frei zum Kopfball und setzte den Ball zum 1:0 ins lange Eck.
Dass die Partie bis zu diesem späten Treffer überhaupt offen blieb, führte Schagerl vor allem auf die Arbeit gegen den Ball und auf seinen Torhüter zurück. "Der wichtigste Moment für mich war die geschlossene Mannschaftsverteidigungsleistung", sagte er und hob Peter Blauensteiner besonders hervor: "Er hat uns sehr gut im Spiel gehalten." Der sportliche Leiter machte keinen Hehl daraus, dass Krummnußbaum bei besserer Verwertung schon früher in Führung hätte gehen können. "Sonst hätten wir schon 1:0 oder 2:0 hinten liegen können", meinte er offen. Offensiv sei seine Mannschaft dagegen nicht wirklich ins Spiel gekommen und habe nur wenige Chancen kreiert, auch wenn in der Schlussphase noch eine große Möglichkeit da war. Umso höher ordnete er die drei Punkte ein, zumal er den Gegner als "sehr gute Mannschaft, spielerisch mit enormen Qualitäten" bezeichnete.
Große Debatten wollte Schagerl nach dem Schlusspfiff dennoch keine führen. Eine Szene rund um einen möglichen Elfmeter an der Strafraumgrenze habe es zwar gegeben, aber eine klare Bewertung wollte er sich nicht anmaßen. "Ich kann es nicht genau sagen", erklärte er dazu und stellte zugleich klar, dass der Schiedsrichter die Partie aus seiner Sicht insgesamt "sehr gut" geleitet habe. Viel lieber sprach er über den Charakter seiner Mannschaft. "Unsere Mannschaft wollte diesen Sieg für die Tabellenführung unbedingt machen", sagte Schagerl. Genau dieser Wille machte am Ende den Unterschied in einem Spiel, in dem Bischofstetten nicht die klar bessere Mannschaft war, aber bis zum Schluss daran glaubte. Nach vier Runden stehen damit vier Siege zu Buche, und auch das Auffangen der Ausfälle wertete Schagerl als wichtigen Punkt: "Mit den Ausfällen haben wir das wirklich gut gemeistert. Die Jungen, die nachkommen, können das gut kompensieren."