In der 2. Klasse Ost-Mitte lieferte der SC Moosbrunn gegen die 1. SVg Guntramsdorf ein wildes 3:3. Nach 1:3-Rückstand drehte Moosbrunn in der Schlussphase auf, Aaron Erhart traf dreimal. Trainer Markus Horak sprach von der „besten Leistung der Saison“, haderte aber mit Gegentreffern nach Standards. Unterm Strich geht das Remis aus seiner Sicht in Ordnung – und es fühlte sich an wie ein kleiner Befreiungsschlag nach den letzten Wochen.

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Moosbrunn startete mutig, geriet aber früh ins Hintertreffen: Nach elf Minuten köpfte Peter Hofmann die Gäste nach einem Eckball zur 0:1-Führung. Trainer Markus Horak ärgerte sich vor allem über die Entstehung: „Der Eckball war zu nah zum Tormann, vor ihm standen zu viele, dann köpfen sie ein.“ Seine Mannschaft antwortete noch vor der Pause. In Minute 44 versenkte Aaron Erhart einen Freistoß zum 1:1 – kurz darauf stellte Hofmann nach einem Standard bei der langen Stange per Kopf wieder auf 1:2. Nach der Halbzeit blieb es lange offen, ehe Guntramsdorf in der 80. Minute durch Philip Sikora auf 1:3 stellte. Nach Ansicht von Horak ging dem Treffer ein diskutabler Elfmeter voraus. Moosbrunn gab trotzdem nicht auf. „Aaron Erhart hat einen Rückpass abgelaufen und vollendet“, beschrieb Horak den schnellen Anschluss praktisch im Gegenzug. In der Nachspielzeit krönten die Hausherren ihren Sturmlauf: „Ein Diagonalball von David Kibuuka, Aaron läuft alleine auf den Tormann zu und schiebt in die lange Ecke.“ Das 3:3 war verdienter Lohn für viel Einsatz und Glaube bis zur letzten Aktion.
Horak war nach dem Schlusspfiff hörbar stolz auf seine Mannschaft – und das hatte Gründe. „Wir haben eine sehr, sehr gute Leistung geboten. Wir waren von Anfang an im Spiel und haben unseren besten Fußball der Saison gespielt“, sagte der Coach. Er hatte vor dem Duell „taktisch und positionsmäßig einiges umgestellt“ – und genau das sei „perfekt aufgegangen“. Vor allem die Mentalität hob er immer wieder hervor: „Die Mannschaft hat nie aufgegeben, hat von Anfang bis zum Schluss gefightet.“ Auch die Chancenbilanz sah er auf Seiten der Hausherren: „Guntramsdorf hat nicht viele Chancen gehabt, wir sicher gefühlt mehr. Dass es am Ende „nur“ ein Punkt wurde, konnte er trotzdem gut einordnen: „Wenn wir noch zehn Minuten länger gespielt hätten, hätten wir das Spiel wahrscheinlich gewonnen. Aber wir sind mit dem Unentschieden sehr zufrieden.“ Ein weiterer Faktor für die besondere Note des Abends: „Guntramsdorf hat uns in der Hinrunde zwölf Tore gemacht. Viele dachten, das wird wieder zweistellig – das ist nicht passiert, weil die Burschen top Moral gezeigt haben.“
Ein großes Thema wollte Horak aus dem Unparteiischen nicht machen, lobte ihn sogar ausdrücklich: „Die Schiedsrichterleistung war sehr, sehr gut.“ Nur die Szene vor dem 1:3 sah er kritisch: „Meines Erachtens schauen zwei Spieler nur auf den Ball und laufen zusammen. Zehn Minuten vorher gab’s für eine ähnliche Aktion Freistoß für uns – hier gab’s Elfmeter.“ Der Ärger verpuffte aber rasch in Jubel. „Die Stimmung war top nach dem Spiel. Wir haben gefeiert, als hätten gewonnen“, erzählte Horak, der die Rückkehr mehrerer fitter Spieler als spürbaren Schub beschrieb. Mit vier Zählern nach 18 Runden steht Moosbrunn zwar am Tabellenende, doch der Blick bleibt nach vorne: „Wir haben noch vier Runden und wollen so viele Punkte wie möglich holen – und endlich unseren ersten Saisonsieg.“ Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt der Sommer: „Ich werde mich als Trainer aus Familiären Gründen zurückziehen. Die Entscheidung habe ich dem Verein schon im Winter kommuniziert. Ich bin müde und brauche eine Auszeit.“ Die Übergabe ist laut Horak vorbereitet: „Der neue Trainer steht fest und kennt die Mannschaft, aber wir nennen noch keinen Namen.“