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„Wir müssen uns breiter aufstellen“: Gumpoldskirchen zieht aus dem schwierigen Frühjahr klare Lehren

Gumpoldskirchen

Beim 1. SVG Gumpoldskirchen fällt die Bilanz nach der Frühjahrssaison in der 2. Klasse Ost-Mitte nüchtern aus. Sportlicher Leiter Benjamin Avanessian spricht nach Rang sieben offen von einer Halbserie, die „nicht nach unseren Vorstellungen verlaufen“ ist. Viele Ausfälle, zu wenig Punkte und der schnelle Verlust des Anschlusses an die Spitze prägen den Rückblick. Gleichzeitig richtet sich der Blick schon klar auf einen breiteren Kader und einen besseren Start in die neue Vorbereitung.

Nahaufnahme Fußballschuhe und blaue Stutzen

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Vom ordentlichen Verlauf zum klaren Rückschlag im Frühjahr

Dass Gumpoldskirchen die Saison letztlich auf Platz sieben beendet hat, passt zu jener Einschätzung, die Avanessian im Gespräch ohne Ausflüchte geliefert hat. Zwischenzeitlich war die Mannschaft in der Tabelle deutlich näher an den vorderen Rängen, hielt sich nach den ersten Runden sogar in den oberen Plätzen und lag nach zehn Spieltagen noch auf Rang drei. Im Frühjahr ging dieser Faden aber verloren. Avanessian bringt den Kern des Problems direkt auf den Punkt: „Die Frühjahrssaison ist nicht nach unseren Vorstellungen verlaufen. Das hat bereits in der Vorbereitung begonnen.“ Diese Aussage erklärt auch, warum der sportliche Leiter nicht nur auf einzelne Ergebnisse schaut, sondern die Entwicklung über mehrere Wochen bewertet. In den letzten fünf Saisonspielen holte Gumpoldskirchen nur noch einen Sieg, beim 4:2 gegen Schlusslicht SC Moosbrunn. Davor und danach setzte es Niederlagen gegen SV Mitterndorf, SC Brunn/Geb. II, SVg Guntramsdorf und Perchtoldsdorf II. Für Avanessian war damit klar, warum der Kontakt nach vorne rasch abriss.

Verletzungen als Hauptthema, dazu erste Bewegung im Kader

Besonders deutlich wird Avanessian dort, wo er die Ursachen anspricht. „Wir hatten sehr viele verletzungsbedingte Ausfälle, konnten hier auch nicht adäquat nachbessern und haben so rasch den Anschluss an die Spitze verloren“, sagt er. Viel mehr muss man zu dieser Frühjahrsanalyse fast nicht ergänzen, weil in dieser Aussage bereits alles steckt, was Gumpoldskirchen in den vergangenen Monaten beschäftigt hat. Die personellen Probleme sollen nun aber nicht als Ausrede dienen, sondern als Auftrag für die neue Saison. „Es gilt, einen breiteren Kader für die neue Saison aufzustellen“, sagt Avanessian. Genau dort setzt der Verein bereits frühzeitig an. Mit Hayri Keske, einem zentralen Mittelfeldspieler aus Würnitz, und Flügelspieler Mohammed El Shafei von Eintracht Wien sind zwei Zugänge fixiert, weitere Neuzugänge stehen ante portas. Gleichzeitig gibt es im aktuellen Kader positive Signale. Daniel Tiefenbacher, Adis Kesten und Camilo Schulterer arbeiten sich laut Avanessian Schritt für Schritt zurück und sollen in die Vorbereitung einsteigen können, Gleiches gilt für Julius Leger. Nach einem Frühjahr, das stark von Ausfällen geprägt war, ist allein diese Entwicklung für den Verein ein wichtiger Punkt.

Dank an verdiente Spieler und ein nüchterner Blick nach vorne

Neben den Zugängen und den Rückkehrern prägen auch zwei Abschiede die Planung für die kommende Saison. Mit Markus Stossier und Martin Ernstberger beendet ein Duo die Karriere, das für den Verein intern einen hohen Stellenwert hat. Avanessian spricht in diesem Zusammenhang sehr persönlich und lässt keinen Zweifel offen, wie sehr diese beiden Spieler den Klub mitgetragen haben. „Es handelt sich um unglaublich verdiente Spieler, die ihr Herz auf dem Platz gelassen haben und immer viel Einsatz für die SVG Gumpoldskirchen gezeigt haben“, sagt er. Dann wird noch klarer, warum ihm dieses Thema wichtig ist: „Ich habe schon sehr lange mit den Spielern zusammengearbeitet, zunächst als Mitspieler, später auch als Funktionär, und möchte mich sehr herzlich bei ihnen für ihren Einsatz bedanken.“ Auch im Trainerteam gibt es eine Anpassung, weil Marco Schaffer künftig als Co-Trainer mitarbeiten wird. Insgesamt wirkt die Lage in Gumpoldskirchen deshalb nicht hektisch, sondern eher ehrlich eingeordnet. Avanessian benennt die Probleme klar, gratuliert dem Meister zu einer aus seiner Sicht konstanten und verdienten Saison und richtet den Fokus ohne große Nebengeräusche auf das, was nun entscheidend ist: mehr Breite im Kader, mehr Optionen und ein Neustart, der diesmal schon in der Vorbereitung besser gelingen soll.