In der 2. Klasse Ost-Mitte hat 1. SVg Guntramsdorf die Saison mit 38 Punkten auf Rang fünf beendet. Trainer Alexander Jank blickt trotzdem kritisch zurück, weil der Anspruch deutlich höher war. „Unser klares Ziel war, dass wir um den Meister mitspielen“, sagt er. Nach einem Jahr mit vielen Schwankungen und einer starken Schlussphase bleibt bei den Guntramsdorfern vor allem eine Erkenntnis hängen: „Im Herbst hat uns die Konstanz gefehlt.“

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Jank redet die Saison nicht schön. Der Trainer macht von Beginn an klar, dass Platz fünf nicht das war, was man sich in Guntramsdorf ausgerechnet hatte. „Unser klares Ziel war, dass wir um den Meister mitspielen“, sagt er, schiebt aber sofort nach, warum es dazu nicht gereicht hat. „Durch personelle Ausfälle und weil uns im Herbst die Konstanz gefehlt hat, haben wir nicht ganz oben mitmischen können.“ Der Verlauf in der Tabelle spiegelt diese Einschätzung gut wider. Nach Rang eins zum Auftakt ging es früh bis auf Platz zehn zurück, ehe sich die Mannschaft im weiteren Saisonverlauf wieder nach vorne arbeitete. Jank beschreibt das Jahr deshalb als ständiges Wechselspiel. „Mit neun Punkten Rückstand haben wir versucht, das Ruder noch einmal herumzureißen“, sagt er. Dazu holte Guntramsdorf mit Philip Sikora sogar einen treffsicheren Stürmer. Auch das war ein Versuch, noch einmal Druck auf die Spitze zu machen. „Er hat sein Potenzial bei uns ausschöpfen können“, sagt Jank über den Stürmer. Gleichzeitig bleibt seine Bilanz nüchtern: „Trotzdem haben wir unser Potenzial wieder nicht ganz abrufen können.“
Dass in dieser Mannschaft mehr steckt, hat sie laut Jank ausgerechnet in den Phasen gezeigt, in denen der Zug nach ganz vorne schon fast abgefahren war. „Im Frühjahr war es wieder ein Auf und Ab“, sagt der Trainer. Gerade deshalb fällt die starke Schlussphase umso mehr auf. Nach dem 3:3 gegen Schlusslicht SC Moosbrunn folgten vier Siege am Stück: 4:1 gegen SC Brunn/Geb. II, 3:1 bei Perchtoldsdorf II, 5:0 bei Gumpoldskirchen und zum Abschluss ein 3:0 gegen FSV Fortuna Mödling. Damit beendete Guntramsdorf die Saison auf Rang fünf, punktgleich mit SC Münchendorf, aber mit dem schlechteren Torverhältnis. Jank sieht darin bestätigt, dass die Mannschaft grundsätzlich mithalten kann. „Wir haben gegen Ende der Meisterschaft, genauso wie gegen Ende der Herbstmeisterschaft, immer gezeigt, dass wir schon ein Wörtchen mitreden können“, sagt er. Schon im Herbst blieb sein Team in den letzten fünf Spielen ungeschlagen, im letzten Saisondrittel standen dann vier Siege. „Das war eine gute Leistung, aber natürlich zu wenig, um Achau, Mitterndorf oder auch Brunn vorne noch abfangen zu können“, ordnet Jank ein. Ein Sonderlob verteilt er trotzdem an die Konkurrenz: „Achau, Mitterndorf und Brunn II haben wirklich eine sehr, sehr gute Saison gespielt.“
Während die Saison aufgearbeitet wird, richtet sich der Blick in Guntramsdorf schon klar auf den Sommer. Fest steht, dass es zwei Abgänge geben wird. „Mit Philip Sikora, unserem treffsichersten Stürmer, und mit Jakob Seidl, der ein Mittelfeldspieler ist, haben wir zwei Fixabgänge“, sagt Jank. Weitere Entscheidungen könnten in den nächsten Tagen folgen. Gleichzeitig arbeitet der Verein an Verstärkungen, auch wenn noch nichts offiziell gemacht wurde. „Es gibt bereits Neuzugänge, bei denen die Tinte noch nicht trocken ist“, sagt Jank. Vier Spieler seien derzeit im Gespräch, die Unterschriften könnten noch in dieser oder in der kommenden Woche fallen. Namen will der Trainer bewusst noch keine nennen. „Ich würde einen Transfer erst dann bekannt geben, wenn alles erledigt ist“, macht er klar. Dazu kommt die personelle Frage rund um Oliver Auer. Der Defensivspieler fällt nach dem Bruch von Wadenbein und Schienbein weiter aus. „Da wird es noch einige Zeit dauern, bis er wieder ins Training einsteigen kann“, sagt Jank. Bei den übrigen angeschlagenen Spielern hofft er dagegen auf einen planmäßigen Start. „Alle anderen sollten zu Trainingsbeginn am 13. Juli wieder dabei sein, damit wir neu angreifen können.“
Bei aller Kritik an der verpassten Aufholjagd spricht Jank auch offen an, was aus seiner Sicht gut funktioniert hat. Besonders hervor hebt er Valentin Feher, der im Frühjahr kurzfristig dazukam und sich sofort auf der rechten Seite festspielte. „Valentin Feher hat auf der rechten Verteidigerposition wirklich gezeigt, wie man so eine Position spielt, offensiv wie defensiv“, sagt der Trainer. Auch der junge Getuard Toverlani aus den eigenen Reihen, der neben Fatih Demir zum Einsatz kam, ist für Jank ein Beispiel dafür, dass im Verein ordentlich gearbeitet wird. „Da sieht man, dass bei Guntramsdorf eine sehr gute Jugendarbeit geleistet wird“, sagt er. Im Vereinsumfeld steht zwar eine Generalversammlung an, bei der laut Jank ein neuer Obmann gewählt werden könnte, inhaltlich will er sich dazu aber nicht äußern. „Ich bin fürs Sportliche zuständig“, betont er. Genau dort liegt nun auch der klare Auftrag für die kommenden Wochen. Guntramsdorf hat zum Saisonende gezeigt, dass die Mannschaft Spiele ziehen und Serien starten kann. Wenn aus diesen guten Phasen im Herbst endlich mehr Konstanz wird, soll der Abstand nach vorne diesmal nicht schon früh zu groß werden.