In der 2. Klasse Ost-Mitte hat SC Ebergassing am Freitagabend beim SC Siebenhirten/Wien einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen 2:1-Auswärtssieg gedreht. Trainer Michael Gaderer sprach nach dem sechsten Spieltag von einem schweren Kampfspiel, in dem vor allem „der Zusammenhalt und der Kampf“ den Ausschlag gaben. Dass seine Mannschaft spielerisch Luft nach oben ließ, verschwieg er trotz der drei Punkte allerdings nicht.

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Dass es für Ebergassing kein einfacher Auswärtsauftritt werden würde, hatte Gaderer schon vor dem Anpfiff erwartet. Nach den neunzig Minuten sah er sich darin bestätigt. „Es war, wie erwartet, ein schweres Spiel für uns, mit dem besseren Ausgang für uns“, sagte der Trainer. Zur Pause lag seine Mannschaft allerdings noch zurück, weil Fabien Damböck Siebenhirten in der 29. Minute mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Der Rückstand spiegelte für Gaderer trotzdem nicht wider, dass seine Mannschaft sich hängen ließ. Vielmehr beschrieb er die Partie über die gesamte Spielzeit als harten Kampf und verteilte auch ein deutliches Lob an den Gegner: „Siebenhirten hat das sehr gut gemacht. Für mich ist es unerklärlich, dass sie so weit unten stehen. Mit der Leistung, die sie gestern gezeigt haben, gehören sie da unten auf gar keinen Fall hin.“
Auch nach dem Rückstand hatte Gaderer nach eigenen Worten nicht das Gefühl, dass das Spiel gegen seine Mannschaft laufen würde. „Ich hatte immer das Gefühl, dass wir auf der Gewinnerseite sind, weil wir sehr viel investiert haben“, sagte er. Was Ebergassing aus seiner Sicht zunächst fehlte, war nicht der Wille, sondern der Ertrag: „Uns hat einfach das bisschen Glück im Abschluss gefehlt und die Cleverness.“ Lange blieb es deshalb beim 0:1, ehe Dominik Schulak die Partie mit einem Doppelpack doch noch drehte. In der 70. Minute gelang ihm der Ausgleich, in der 86. Minute legte er den zweiten Treffer nach und machte aus dem Rückstand noch ein 2:1. Für Gaderer passte das ins Gesamtbild des Abends: „Ausschlaggebend war das Auftreten, die kämpferische Leistung und der Siegeswille. Meine Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft, hat alles gegeben und wollte unbedingt diese drei Punkte.“
So zufrieden Gaderer mit Einsatz, Zusammenhalt und Moral war, so klar sprach er nach dem Spiel auch die Dinge an, die ihm noch nicht gefallen haben. „Vom Spielerischen muss viel, viel mehr kommen. Das bin ich von meiner Mannschaft gewohnt, dass sie auch viel schöner und viel besser spielt“, sagte der Trainer. Gerade in dieser Ehrlichkeit lag nach dem Sieg seine wichtigste Einordnung. Ebergassing nahm die drei Punkte mit, der Coach sah aber kein Spiel, das ihn in allen Bereichen überzeugte. Vor allem vor dem Tor fordert er mehr Konsequenz: „Die Chancenauswertung muss viel, viel besser werden.“ Der Kampf soll für ihn bleiben, das Spielerische soll dazukommen. Mit einem kleinen Augenzwinkern legte er noch nach: „Vielleicht wäre es gut, wenn meine Nerven im nächsten Match ein bisschen geschont werden und nicht so strapaziert werden wie gestern.“