In der 2. Klasse Ost-Mitte hat die 1. SVg Guntramsdorf am Freitag bei SC Moosbrunn mit 6:0 gewonnen und dabei von Beginn an kaum Zweifel aufkommen lassen. Trainer Alexander Jank brachte den Auftritt nach dem Schlusspfiff knapp auf den Punkt: "Wir haben nicht aufgehört, Fußball zu spielen." Genau das war über neunzig Minuten zu sehen: ein früher Vorsprung, eine kontrollierte erste Hälfte und nach der Pause noch einmal deutlich mehr Zug zum Tor.

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Jank hatte sich vorgenommen, seine Mannschaft vom Anpfiff weg aggressiv und mit viel Druck auftreten zu lassen. "Wir wollten gleich von Anfang an Druck machen, damit wir die Kräfteverhältnisse klarstellen", sagte der Trainer, und genau so begann sein Team auch. Schon in der 5. Minute brachte David Zimmermann die Gäste mit 1:0 in Führung. Für Jank war das ein früher Fingerzeig: "Ab dem Zeitpunkt, wo das 1:0 gefallen ist, war mir klar, dass wir das Spiel heute nicht aus der Hand geben." Guntramsdorf blieb danach das klar aktivere Team, ließ nicht nach und kam laut Trainer auch schon vor der Pause zu weiteren Möglichkeiten. Jank sprach von einer guten Chance für Maximilian Loibnegger, von einem Abschluss von Thomas Csobadi, der auf der Linie geklärt wurde, und von einem Versuch von Mahmut Güllü, der knapp über das Tor ging. Das 2:0 fiel dann in der 40. Minute, als Thomas Csobadi erfolgreich war. So ging Guntramsdorf mit einer verdienten Führung in die Pause, aus Sicht des Trainers aber noch nicht mit dem Maß an Druck, das er sehen wollte.
Zur Halbzeit, beim Stand von 2:0, forderte Jank von seiner Mannschaft noch einmal Nachschärfen. Für ihn ging es nicht nur darum, das Spiel sicher heimzubringen, sondern es auch ernsthaft weiterzuspielen und hinten die Null zu halten. Kurz nach Wiederbeginn gab es aus seiner Sicht die einzige strittige Szene des Spiels, die er aber nicht als spielentscheidend einstufte. Viel wichtiger war für ihn, wie seine Mannschaft darauf reagierte. Zunächst ließ David Zimmermann noch eine gute Möglichkeit liegen, dann fiel in der 50. Minute das 3:0 durch Dominik Boran. Dieses Tor gefiel Jank besonders gut: "Das war für mich überhaupt das schönste Tor. Da waren vier Leute daran beteiligt." Er hob dabei die Kombination über Mahmut Güllü, Bernhard Sticht und Thomas Csobadi hervor, ehe Boran vollendete. Guntramsdorf blieb weiter am Drücker, in der 65. Minute erhöhte Maximilian Loibnegger auf 4:0. Nur sieben Minuten später kam auch das 5:0 dazu, offiziell als Eigentor von Christopher Birgfellner gewertet, nachdem Bernhard Sticht mit einem Lupfer hinter die Abwehr für große Unordnung gesorgt hatte. Den Schlusspunkt setzte Felix Eitler in der 80. Minute mit dem 6:0. Spätestens da war aus einem klaren Auswärtssieg ein ganz deutlicher Sieg geworden.
So klar das Ergebnis ausfiel, so deutlich fiel auch Janks Einordnung aus. Der Guntramsdorf-Trainer sprach von einer Mannschaftsleistung, mit der er "natürlich zufrieden" sein könne, und begründete das nicht nur mit den sechs Toren. Besonders wichtig war ihm, dass seine Mannschaft über die ganze Partie konzentriert blieb und defensiv nichts anbrennen ließ. "Dass wir erstens wieder zu null gespielt haben, das war mir ganz wichtig heute", sagte Jank. Dazu kam aus seiner Sicht die Überlegenheit in allen Bereichen: "Wir waren in allen Belangen, körperlich, spielerisch und chancenmäßig, von der ersten bis zur letzten Minute überlegen." Auch die äußeren Umstände nahm er in seine Bewertung auf. Die Bodenverhältnisse in Moosbrunn seien nicht einfach gewesen, "aber wir haben das wirklich gut gelöst". Dass dennoch nicht jede Möglichkeit sauber zu Ende gespielt wurde, wollte Jank an diesem Abend nicht groß aufmachen. "Heute gibt’s wirklich nur wenig auszusetzen", sagte er. Wenn seine Mannschaft weiterhin so viele Chancen herausspiele, "dann kommen auch von selbst die Tore".
Mit dem klaren 6:0 in Moosbrunn hat Guntramsdorf nicht nur drei Punkte mitgenommen, sondern auch seine Stellung ganz vorne in der Tabelle der 2. Klasse Ost-Mitte untermauert. Für Jank war dabei entscheidend, dass seine Mannschaft nie vom Gas ging und sich nicht mit einer knappen Führung zufriedengab. "Meine Mannschaft hat in keiner Phase zurückgesteckt", sagte er, und er legte nach: "Wir waren nicht nur klar, sondern glasklar die bessere Mannschaft." Das klingt nach einem Trainer, der mit seinem Team sehr im Reinen ist, aber trotzdem den Fokus hochhält. Genau deshalb bekam auch der klare Sieg noch einen Zusatz mit auf den Weg. Jank sieht darin einen wichtigen Hinweis für die nächsten Wochen: "Es ist für uns ganz wichtig, dass wir bewiesen haben, dass mit uns heuer wirklich zu rechnen ist." Nach einem Auftritt wie diesem ist das keine große Ansage, sondern eine ziemlich naheliegende Schlussfolgerung.