Spielberichte

Hainburg überrascht sich selbst: „Dass wir ganz vorne mitspielen, war so nicht geplant“

FK Hainburg

In der 2. Klasse Ost hat sich FK Hainburg mit 55 Punkten auf Rang zwei geschoben und die Saison mit einem 8:0 gegen SC Lanzendorf bzw. einem 0:0 in Schwadorf abgeschlossen. Trainer Stefan Owesny spricht von einer Spielzeit, in der seine Mannschaft die eigenen Erwartungen übertroffen hat. Dass Hainburg am Ende so klar vor dem Dritten landete, war intern nicht eingeplant – umso größer ist die Zufriedenheit mit dem Vizemeistertitel.

Schiedsrichter macht eine Notiz, hinter ihm liegt der Spielball

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Mehr als nur ein guter Lauf

Für Owesny ist die Sache nach dem Schlusspfiff der Saison ziemlich klar: Hainburg hat mehr erreicht, als man sich vor dem ersten Spiel realistisch ausgerechnet hatte. „Wir können mit diesem Vizemeistertitel sehr gut leben und sehr stolz sein“, sagt der Trainer, und er schiebt gleich nach: „Dass wir ganz vorne mitspielen, war so nicht geplant.“ Genau dieser Satz erklärt die Saison des Zweiten wohl am besten. Hainburg war in der Tabelle deutlich weiter vorne, als es das ursprüngliche Ziel erwarten ließ, und auch der Abstand nach hinten fiel klar aus. Mit 55 Punkten blieb man nicht nur deutlich vor SC Hof/L. auf Rang drei, sondern schloss die Spielzeit auch mit einer starken letzten Phase ab. Das 4:0 beim SC Haslau, das 2:1 gegen SV Prellenkirchen, das 2:2 beim ASV Petronell und vor allem das 8:0 gegen SC Lanzendorf zeigen, dass die Mannschaft bis zum Schluss auf Zug blieb. Dass dazwischen auch das 0:2 gegen Meister ATSV Fischamend stand, ordnet Owesny nüchtern ein. „Fischamend war sicherlich das Maß aller Dinge“, sagt er. Der Meister sei absolut verdient vorne gelandet und habe im Frühjahr noch einmal zugelegt. Umso mehr freut es Hainburg, „dass wir die einzige Mannschaft in den letzten eineinhalb Jahren gewesen sind, die Fischamend schlagen hat können.“

Die jüngste Mannschaft wächst schneller als erwartet

Der eigentliche Kern dieser starken Saison liegt für den Trainer aber nicht nur in der Platzierung, sondern in der Entwicklung der Mannschaft. Owesny spricht davon, dass vor allem die ganz jungen Spieler einen großen Schritt gemacht haben. „Unser größter Gewinn ist eigentlich, dass sich die richtig jungen Spieler sehr, sehr gut weiterentwickelt haben“, sagt er. Gerade dieser Punkt ist ihm wichtig, weil Hainburg in einer Altersfrage aus dem Rahmen fällt. Wenn andere Vereine von jungen Spielern sprechen, dann meint man oft Akteure zwischen 18 und 23 Jahren. In Hainburg waren diese Spieler laut Owesny zu Saisonbeginn aber erst zwischen 15 und 18 Jahre alt. „Wir sind die jüngste Mannschaft in dieser Liga“, betont der Trainer, und genau deshalb sei der Vizemeistertitel „sehr hoch einzuschätzen“. Für Owesny passt das zusammen: Viele junge Spieler bekamen viel Spielzeit, sammelten Erfahrungen im Erwachsenenfußball und entwickelten sich schneller als erwartet. Hainburg sieht sich damit auf seinem eingeschlagenen Weg bestätigt. "Für uns ist aber auch der Meistertitel unserer Young Lions in der Reservemeisterschaft ein toller Erfolg, der erst zum 2. Mal in der Vereinsgeschichte erreicht wurde. Hier war die Mischung zwischen jung und alt sicherlich der Schlüssel zum Erfolg", so Owesny.

Ausfälle im Frühjahr, Abschiede im Sommer

Ganz ohne Probleme ging diese Saison aber auch in Hainburg nicht über die Bühne. Gerade gegen Ende musste der Tabellenzweite mit einigen Ausfällen leben. Besonders schwer wog die Verletzung von Kapitän Mustafa Emirhasan, der sich laut Owesny zu Beginn der Frühjahrssaison am Knie verletzte. Immerhin gibt es bei ihm vorsichtigen Optimismus. „Seine Reha läuft sehr positiv“, sagt der Trainer, der damit rechnet, dass der Kapitän im Laufe der Vorbereitung wieder einsteigen kann. Bei Alex Babakhel ist die Lage noch offener. Er kämpfte das gesamte Frühjahr mit einer Schambeinentzündung, eine Rückkehr lässt sich derzeit noch nicht genau festlegen. Auch Sebastian Sip fiel Hainburg fast im gesamten Frühjahr aus. "Den Winter-Abgang von Teodor Gaspar konnten wir leider nicht kompensieren". In der Sommerpause geht es nun nicht nur um Regeneration, sondern auch um den Kader. Owesny kündigt Abgänge an. Torhüter Bartolomej Kuru wird seine Karriere leider beenden, dazu werden Cristiano Paar und Yll Ljama (Rückkehr nach Mazedonien) den Verein verlassen. "Es wird in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Gespräch geben". Neue Namen nennt der Trainer noch nicht, weil noch nicht überall alles fix ist. Klar ist aber die Stoßrichtung: Hainburg will den Kader breiter machen, damit der Konkurrenzkampf größer wird. „Wir wollen dafür sorgen, dass wir einen harten und gesunden Kampf ums Leibchen haben. Dazu ist mir aber die Spielerauswahl extrem wichtig. Wir suchen nach den 'Richtigen' und da sind wir schon sehr weit“, sagt Owesny. Trainiert wird bereits ab 7. Juli wieder, und vieles deutet darauf hin, dass der Kader sogar noch etwas jünger wird. "Unser Königstransfer ist, dass wir praktisch alle jungen Spieler, die heiß begehrt sind, halten konnten!"

Ein eingeschworener Verein will den nächsten Schritt machen

Dass Hainburg sportlich so stabil auftritt, führt Owesny nicht nur auf Talent oder Ergebnisse zurück. Er spricht vor allem von einem Umfeld, das geschlossen arbeitet. „Wir sind eine eingeschworene Truppe“, sagt der Trainer. Das beginne beim Vereinsvorstand, allen voran Tomas Simkovic, gehe über die Spieler und reiche bis zu den freiwilligen Helfern. „Wir ziehen wirklich alle an einem Strang, sprechen alle dieselbe Sprache und sind von dem eingeschlagenen Weg alle überzeugt“, so Owesny. Für ihn ist genau das ein wichtiger Grund, warum sich der Verein in den vergangenen Monaten und Jahren so positiv entwickelt hat. Der Weg soll nun weitergehen. Hainburg will auch in der kommenden Saison mit beiden Teams vorne mitspielen, ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu verlieren. „Für uns steht die Entwicklung an vorderster Stelle, alles andere kann man nicht planen“, sagt Owesny. Gerade bei einer so jungen Mannschaft gebe es in allen Bereichen noch Potenzial. Die positive Energie will der Trainer mitnehmen – und mit vielen jungen, einheimischen Spielern den nächsten Schritt setzen.