In der 2. Klasse Ost hat sich ASK Schwadorf 1936 am Freitagabend gegen SV Prellenkirchen mit einem 1:1 begnügen müssen. Nach dem 0:1 durch Marcel Thier kam Schwadorf durch Michal Skarupa kurz nach der Pause zurück. Trainer Marcus Schlosser sprach danach aber offen aus, warum es für seine Mannschaft nicht zu mehr reichte: Zu langsam, zu wenig Bewegung und insgesamt zu harmlos.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Schwadorf hätte nach Aussage seines Trainers ideal in die Partie starten können, tat es aber nicht. Schon nach 1:40 Minuten gab es nach einem Freistoß eine Doppelchance, die eigentlich nach Führung roch. Ein Abschluss aus kürzester Distanz landete nur an der Latte, den Abpraller brachte Lucretiu-Dorin Voda danach ebenfalls nicht im leeren Tor unter. Für Schlosser war genau das eine Szene, die über den weiteren Verlauf viel sagte. „Wenn wir nach zwei Minuten das 1:0 machen, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen“, meinte der Trainer. Statt dieses möglichen Auftakts schlug Prellenkirchen wenig später selbst zu. In der 12. Minute traf Marcel Thier zum 0:1, bei einem Abschluss, den Schlosser als „sehr kurios“ beschrieb, weil der Ball „an Freund und Feind vorbei ins Tor ging“. Noch schwerer wog für ihn aber der eigene Auftritt vor der Pause. „Wir spielten in der ersten Halbzeit nicht gut und konnten an die Leistungen der letzten Woche nicht anschließen. Das Spiel war viel zu langsam“, sagte Schlosser. Seine Mannschaft hatte zwar großteils den Ball, machte aus diesem Übergewicht aber zu wenig. „Wir hatten zu viele Abspielfehler, zu wenig Bewegung“, lautete sein klares Urteil. Prellenkirchen zog sich nach der Führung tief zurück, verteidigte kompakt und versuchte, über Konter nachzulegen. Zwei Angriffe der Gäste wurden wegen Abseits zurückgepfiffen, auf der anderen Seite blieb Schwadorf bis zur Pause trotz Ballbesitz ohne weitere echte Durchschlagskraft.
Zur zweiten Halbzeit kam Schwadorf verändert aus der Kabine. Schlosser sprach von „klaren Worten“ in der Pause und auch von einer Umstellung, die seiner Mannschaft sofort besser bekam. Vor allem über die Seiten wurde der ASK aktiver, das Spieltempo stieg und die Gastgeber kamen rasch zum verdienten Ausgleich. In der 51. Minute stellte Michal Skarupa auf 1:1, nachdem Schwadorf die Aktion über außen besser zu Ende spielte als noch vor der Pause. Der Trainer sah darin die logische Folge einer verbesserten Herangehensweise: „Nach der Pause waren wir viel präsenter, viel aggressiver, viel lauffreudiger.“ Auch die Einwechslung von Zaker Malekzada bewertete Schlosser positiv, weil dadurch auf der Seite mehr Betrieb entstand. Schwadorf setzte sich nun über längere Phasen in der Hälfte der Gäste fest und drückte Prellenkirchen weit zurück. „Wir hatten 70, 80 Prozent Spielanteil“, sagte der Coach. Allein daraus ergab sich aber noch kein Sieg. Ein Kopfball von Voda nach einem Freistoß strich knapp über die Latte, Malekzada prüfte den Tormann mit einem Schuss, ein weiterer Weitschuss ging knapp vorbei. Mehr klare Möglichkeiten konnte sich Schwadorf trotz des deutlichen Übergewichts aber nicht mehr herausspielen. Prellenkirchen kam laut Schlosser in der zweiten Hälfte nur noch einmal gefährlich vor das Tor, als Lukas Kubus einen Querpass in die Mitte klärte. Gerade deshalb ärgerte den Trainer weniger das Ergebnis selbst als die Tatsache, dass seine Mannschaft aus dieser langen Druckphase zu wenig machte.
In der Analyse nach dem Spiel wich Schlosser keinen Millimeter aus. Er suchte keine Ausreden, verwies nicht auf Ausfälle und schob auch dem Gegner nicht die Hauptrolle zu. „Insgesamt gesehen war es zu wenig, zu schwach. Da gibt es auch keine Ausrede“, sagte der Schwadorf-Trainer. Zwar attestierte er Prellenkirchen eine ordentliche Leistung und vor allem eine klare Linie im eigenen Spiel. „Wir wussten, wie der Gegner spielen wird. Das ist eine kompakte Mannschaft, die gute Defensivarbeit leistet“, erklärte er. Gleichzeitig blieb für ihn aber entscheidend, dass Schwadorf seine eigenen Möglichkeiten nicht ausreichend nutzte. „Es lag an uns, dass das Spiel nicht besser für uns gelaufen ist“, betonte Schlosser. Was ihm fehlte, umriss er deutlich: mehr Aggressivität von Beginn an, mehr Laufbereitschaft, schnellerer Fußball und insgesamt mehr Präsenz im Offensivspiel. „Nützt natürlich nichts, wenn wir nicht in den Strafraum kommen“, sagte er mit Blick auf die vielen Ballbesitzphasen nach der Pause. Genau dort habe seine Mannschaft zu wenig Durchsetzungskraft gezeigt. Auch in der Schlussphase änderte sich daran nichts Grundsätzliches. Der Trainer hielt sich außerdem nicht mit Nebenschauplätzen auf. Die Leistung des Unparteiischen bezeichnete er als „ordentlich“, strittige Szenen wollte er keine ausmachen.
So blieb unter dem Strich ein 1:1, das Schlosser nüchtern einordnete und aus Schwadorfer Sicht nicht schönredete. „Wir waren an diesem Tag einfach nicht in der Lage und hatten es auch nicht verdient, das Spiel zu gewinnen“, sagte er. Genau in dieser Offenheit lag nach dem Schlusspfiff die klarste Botschaft des Abends. Schwadorf hatte zwar nach der Pause mehr Zugriff, mehr Ballbesitz und auch sichtbar mehr Initiative, doch über weite Strecken fehlte die Schärfe im Spiel nach vorne. Prellenkirchen dagegen nahm das, was sich die Mannschaft mit kompakter Defensivarbeit und diszipliniertem Auftreten erarbeitet hatte, mit nach Hause. „Prellenkirchen hat sich den Punkt verdient“, meinte Schlosser deshalb auch ohne Einschränkung. Für Schwadorf bleibt damit ein Abend, an dem der frühe vergebene Treffer, die schwache erste Halbzeit und die fehlende Konsequenz im letzten Drittel zusammenkamen. Der Ausgleich von Skarupa reichte, um das Spiel wieder offen zu machen, aber eben nicht, um es ganz auf die eigene Seite zu ziehen.