Beim 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal-Vierten SV Hausleiten fällt die Zwischenbilanz nach Rang vier gemischt aus. Lange Zeit war die Mannschaft ganz vorne dabei, in der Rückrunde ging aber Stabilität verloren. Trainer Christoph Deix spricht offen von einer Phase, in der „ein paar Prozent gefehlt“ haben. Genau dort setzt der Verein nun an, während im Sommer einige personelle Veränderungen den nächsten Schritt bringen sollen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Wer auf die Saison von SV Hausleiten schaut, sieht schnell, warum Christoph Deix den Rückblick nicht schönredet. Über weite Strecken der Spielzeit hielt sich seine Mannschaft im Spitzenfeld, nach 16 Runden stand SV Hausleiten sogar noch auf Rang zwei. In der Schlussphase rutschte das Team aber noch auf Platz vier zurück. Genau diese Entwicklung greift der Trainer auf, wenn er sagt: „Wir waren in der Rückrunde nicht mehr so stabil wie in der Hinrunde, haben mit sechs Niederlagen natürlich auch deutlich zu viel verloren.“ Deix nennt damit nicht nur die nackten Zahlen, sondern beschreibt auch den Kern des Problems. Hausleiten war lange gut dabei, konnte das Niveau aus der ersten Saisonhälfte aber nicht konstant halten. Dass am Ende 44 Punkte und Rang vier stehen, ist deshalb aus seiner Sicht zwar keine komplett misslungene Saison, aber eben auch nicht das, was zwischenzeitlich möglich schien. Wenn Deix davon spricht, „uns haben ein paar Prozent gefehlt“, dann ist das eine nüchterne Einordnung einer Mannschaft, die in vielen Wochen knapp an einer noch besseren Platzierung vorbeigeschrammt und dadurch in der Tabelle ein wenig zurückgefallen ist.
Auch die letzten Spiele der Saison passen zu dieser Einschätzung. Auf das 4:2 gegen Stockerau II folgte ein 0:1 gegen UFC Hanfthal, danach ein 1:2 gegen FZSV Rußbach. Zwar gelang mit dem 3:2 gegen SG Korneuburg/Stetten II noch einmal ein Erfolgserlebnis, zum Abschluss setzte es aber auch gegen den späteren Meister UFC Gaubitsch eine 2:3-Niederlage. Es war also genau jene Mischung aus guten Ansätzen und fehlender Konstanz, die Deix im Gespräch angesprochen hat. Der Trainer hob zugleich hervor, dass man die Leistung der Konkurrenz realistisch einordnen müsse. „Gaubitsch war natürlich sehr konstant und ist auch souverän Meister geworden“, sagte er. Hinter diesem Satz steckt auch ein Stück Erklärung für die eigene Saison. Während vorne ein Team kaum Schwäche zeigte, fehlte dahinter vielen Vereinen die durchgehende Konstanz, und dazu zählte am Ende eben auch SV Hausleiten. Deix sieht sein Team dennoch nicht grundsätzlich schlecht aufgestellt. Im Gegenteil: Er spricht von einer „homogenen Mannschaft mit vielen jungen Spielern“ und betont, dass der Kader „absolut top ist für die zweite Klasse“. Es geht also weniger um einen kompletten Umbruch als darum, die Schwankungen abzustellen, die im Frühjahr zu viele Punkte gekostet haben.
Im Sommer gibt es dennoch Bewegung im Kader. Besonders ins Gewicht fällt das Aus von Michael Arthold, der nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch als Co-Trainer aufhört. Deix stellte klar: „Nur Michael Arthold hört als Co-Trainer auf, aber sonst bleibt im Verein alles gleich.“ Dazu verlassen mit Adin Muratovic und Marco Kellermann zwei offensive Flügelspieler beziehungsweise Stürmer den Verein. Auf der Zugangsseite reagiert SV Hausleiten in allen Mannschaftsteilen. Paul Roschitz kommt von Korneuburg, Niko Hüttmair von Atzenbrugg, beide sind laut Deix „für die Defensive geplant“. Dazu stößt mit Toni Lansiedl ein junger Mittelfeldspieler, der bereits in Tulln Stammspieler war. Lion Schwarzmeier kommt von Sierndorf U23, außerdem wurde mit Dominik Braun ein Stürmer aus der zweiten Landesliga (Wien) geholt. Luca Sgarabottolo bleibt ebenfalls im Verein. Alex Fischer kehrt aus Deutschland zurück. Der Ansatz ist damit klar erkennbar: Hausleiten will den vorhandenen Kern nicht auseinanderreißen, sondern gezielt ergänzen. Gerade weil Deix seine Mannschaft als jung und homogen beschreibt, sollen diese Neuzugänge keine komplette Neuausrichtung bringen, sondern den Konkurrenzkampf erhöhen und jene Prozente liefern, die im Frühjahr gefehlt haben.
Ein Thema zum Start der Vorbereitung ist noch die personelle Lage rund um Konrad Passler. Deix berichtete, dass der Spieler zum Ende hin angeschlagen war und man nun abwarten müsse, „was da rauskommt“. Gleichzeitig klang der Trainer dabei nicht alarmiert, sondern betonte: „Ich bin zuversichtlich, dass er zu Saisonbeginn wieder fit ist.“ Diese vorsichtige Hoffnung passt insgesamt gut zur Stimmungslage in Hausleiten. Der Verein sieht sehr wohl, dass die Rückrunde nicht an die starke Hinserie herangekommen ist, verliert darüber aber nicht die Ruhe. Aus dem Umfeld gibt es laut Deix keine größeren Veränderungen, die Richtung bleibt also klar. Nach einer Saison, in der SV Hausleiten lange vorne mitgespielt hat und am Ende Vierter wurde, geht es nun darum, die Mannschaft wieder stabiler zu machen. Der Trainer hat die Schwachpunkte offen benannt, zugleich aber auch deutlich gemacht, dass er viel Vertrauen in den Kader hat. Genau dieses Zusammenspiel aus ehrlicher Analyse und gezielten Anpassungen wird darüber entscheiden, ob SV Hausleiten im nächsten Anlauf wieder länger ganz vorne dabei bleibt.