Spielberichte

„Wir haben es verabsäumt, für klare Verhältnisse zu sorgen“ – aus 0:1 wird für Obritz/Hadres-M. ein 2:7

FZSV Rußbach
Obritz / Hadres-M.

In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal musste sich SG Obritz / Hadres-M. am Sonntag bei FZSV Rußbach trotz früher Führung klar mit 2:7 geschlagen geben. Obmann Christoph Jordan sah den Knackpunkt nicht nur in den Gegentoren rund um die Pause, sondern schon in der Anfangsphase: Seine Mannschaft nutzte den guten Start nicht und ließ den Gastgeber damit zurück in die Partie.

Spieler legt Ball für einen Freistoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Guter Start, aber zu wenig daraus gemacht

Aus Sicht der Gäste begann die Partie nämlich so, wie man sie sich auswärts wünscht. Bereits in der 9. Minute brachte Lukas Höllmüller Obritz/Hadres-M. mit 1:0 in Führung. Genau daran knüpfte Jordan in seiner Analyse an. „Insgesamt war es leider ein schwaches Spiel von uns, obwohl wir gut in die Partie gestartet sind“, sagte er. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die erste Phase: „Wir hätten in den ersten zwanzig Minuten sicher noch drauflegen müssen. Da hätten wir schon 2:0 oder 3:0 führen können.“ Stattdessen fiel in der 19. Minute der Ausgleich durch Liridon Dauti. Jordan sprach dabei von einem „Traumtor“, schob aber auch selbstkritisch nach, dass man den Schützen vielleicht früher hätte attackieren müssen. Als Fadim Bedzeti Rußbach in der 25. Minute erstmals mit 2:1 in Führung brachte, war der starke Beginn der SG bereits dahin. Immerhin kam Obritz/Hadres-M. noch einmal zurück, denn Lukas Höllmüller traf in der 31. Minute zum 2:2. Genau das machte den späteren Verlauf aus Sicht der Gäste umso bitterer.

Die Partie kippt vor der Pause und läuft danach davon

Jordan machte keinen Hehl daraus, wo das Spiel für ihn endgültig weggelaufen ist. „Der Knackpunkt war sicherlich der Spielverlauf, dass wir kurz vor und kurz nach der Pause zwei Tore unnötigerweise bekommen haben“, sagte der Obmann. Gemeint waren vor allem das 3:2 und das 4:2. Den Treffer zum 3:2 durch Bedzeti in der 43. Minute beschrieb Jordan als Folge eines langen Balls, „wo sich keiner verantwortlich gefühlt hat“. Mit dem 3:2 für Rußbach ging es auch in die Halbzeit. Wer aus Sicht der Gäste auf eine Reaktion gehofft hatte, wurde gleich nach Wiederbeginn enttäuscht. In der 51. Minute erhöhte Bedzeti auf 4:2, nur sechs Minuten später legte er auch noch das 5:2 nach. Besonders ärgerlich war für Jordan, dass seine Mannschaft eigentlich mit Druck aus der Kabine kommen wollte. „Obwohl wir draufdrücken wollten, haben wir im Gegenzug das 4:2 bekommen“, sagte er. Damit war der Faden endgültig gerissen. Bedzeti stellte in der 70. Minute auf 6:2, ehe Dauti in der 89. Minute auch noch den Schlusspunkt zum 7:2 setzte.

Klare Worte aus dem Lager der Gäste

Nach dem Spiel suchte Jordan keine Ausreden. Im Gegenteil: Seine Analyse fiel ungewöhnlich deutlich aus. „Die zweite Halbzeit war ganz schwach von uns und viel zu wenig“, sagte er, und später noch klarer: „Insgesamt war das in der zweiten Halbzeit ein Totalausfall.“ Dass Rußbach das Ergebnis am Ende so deutlich gestalten konnte, führte er dabei weniger auf besondere Stärke des Gegners zurück als auf die eigene Leistung. Auf die Frage, was den Gegner stark gemacht habe, antwortete Jordan knapp: „Wir selber. Wir selber haben den Gegner stark gemacht.“ Auch damit zog sich eine Linie durch seine Aussagen. Zu Beginn fehlte die Konsequenz vor dem Tor, danach die Ordnung und die Aufmerksamkeit in entscheidenden Momenten. Selbst beim 2:1 sprach Jordan von einer „Unachtsamkeit“, also von einem Gegentor, das aus seiner Sicht vermeidbar war. Diskussionen über äußere Umstände wollte er gar nicht erst aufmachen. Zum Schiedsrichter meinte er schlicht: „Der Schiedsrichter war solide.“

Eine deutliche Lehre für die nächsten Runden

Für Obritz/Hadres-M. bleibt damit nach Runde vier vor allem ein Spiel, das zwei sehr unterschiedliche Bilder geliefert hat. Einerseits war da die Anfangsphase mit früher Führung und der Chance, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Andererseits stand am Ende ein 2:7, weil die Gäste diese Phase nicht nützten und danach mit Fortdauer der Partie immer mehr abbauten. Jordan brachte genau diesen Verlauf mit einem einfachen Satz auf den Punkt: „Wir haben es verabsäumt, gleich zu Beginn für klare Verhältnisse zu sorgen.“ Dazu passte auch sein Verweis auf eine alte Fußballweisheit: „Die Tore, die man nicht schießt, bekommt man.“ In Rußbach traf diese Aussage aus Sicht der SG voll zu. Nach dem zwischenzeitlichen 2:2 war noch alles offen, doch die Gegentore kurz vor und kurz nach der Pause nahmen dem Spiel aus Sicht der Gäste endgültig die Richtung. Für die nächsten Wochen wird es daher vor allem darum gehen, gute Phasen länger mitzunehmen und sich für einen ordentlichen Start auch wirklich zu belohnen.

2. Klasse Pulkau-/Schmidatal: Rußbach : Obritz / Hadres-M. - 7:2 (3:2)

  • 89
    Liridon Dauti 7:2
  • 70
    Fadim Bedzeti 6:2
  • 57
    Fadim Bedzeti 5:2
  • 51
    Fadim Bedzeti 4:2
  • 43
    Fadim Bedzeti 3:2
  • 31
    Lukas Höllmüller 2:2
  • 25
    Fadim Bedzeti 2:1
  • 19
    Liridon Dauti 1:1
  • 9
    Lukas Höllmüller 0:1